ECHO 3

17. Dezember 2010 bis 27. März 2011

ECHORAUM ist eine Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland mit verschiedenen internationalen Medienhochschulen, die jeweils im Zwei-Jahres-Rhythmus wechselt. Im Ausstellungsbereich des Untergeschosses stellen Studenten sowie Absolventen der Hochschulen ihre Projekte im Sinne eines Experimentallabors vor.

Mit „Echo 3“ geht der Echoraum nunmehr in seine dritte Runde. Parallel zur Ausstellungseröffnung „Napoleon und Europa. Traum und Trauma“ wird die neue Präsentation im Rahmen der Kooperation mit der Kunst- und Medienhochschule in Köln, -1/MinusEins Experimentallabor eröffnet.

-1/MinusEins, das Experimentallabor der Kunsthochschule für Medien Köln, ging auf Initiative von Professor Mischa Kuball aus dem bisherigen Holografielabor der KHM hervor. Es soll zugleich als interdisziplinär-technische Werkstatt, als Ort der Kommunikation und Lehre sowie als Zentrum eines Netzwerkes innerhalb der KHM fungieren und auf diese Weise die Umsetzung künstlerischer Projekte der Studenten ermöglichen und fördern. Im Sinne dieser Idee werden die Kooperation und der Austausch mit verschiedenen hochschulexternen Partnern innerhalb Kölns und auch darüber hinaus angestrebt.

„Echo 3“ zeigt die Arbeiten von neun Künstlerinnen und Künstlern und breitet sich in seiner Präsenz weit über die Räumlichkeiten im Untergeschoss der Bundeskunsthalle aus. Die Arbeiten bieten, jede auf eine andere Art, eine Reflexion zu unserem Leben, den Lebensbedingungen sowie unserem Verhältnis zur Realität. Die Ausstellung beginnt bereits mit der Einladungskarte: Eine Arbeit von Alwin Lay, der eine fiktive Eröffnungssituation in der Bundeskunsthalle inszeniert hat – es könnte sich auch um die Eröffnung von „Echo 3“ handeln – ,ist darauf zu sehen. Sobald der Besucher real in Richtung Bundeskunsthalle geht, trifft er im Außenbereich auf irritierende Handlungsanweisungen, eine Intervention von Laura Popplow. Befehlsartig werden ihm über Plakate Ratschläge zur Entspannung gegeben, die uns einerseits darauf hinweisen innezuhalten, andererseits als Kommentar zur heutigen Freizeit- und Eventgesellschaft gelesen werden können.

Die LED-Wand der Bundeskunsthalle zeigt vom 16. bis 20. Dezember 2010 das Werk „Ornament“ von Anna Sokolova. Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Thema des Video-Ornaments. Sie untersucht dabei, wie ein und dasselbe Video-Element in diesem Fall ein Balken – sich auf unterschiedliche Art und Weise in die Architektur einfügt oder sich ihr unterordnet.

Im Untergeschoss der Bundeskunsthalle, im Pyramidenraum trifft man auf die Installation „Exodus # 3“ von Daewook Park, der den Raum spinnenartig mit Fäden besetzt. Gegenüber stellt Daniela Risch Fragen zur eigenen Identität und Einzigartigkeit. Sie bat die Schönheitskönigin gleichen Namens, sich in der Kleidung der Künstlerin, die ihr offensichtlich nicht passt, fotografieren zu lassen. Kleider oder Namen machen Leute?

Im Echoraum werfen die Arbeiten von Céline Berger und Daphné Keramidas einen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen unserer Zeit. Céline Berger hat in „Release” 23 ehemalige Mitarbeiter des Halbleiterherstellers Qimonda AG nach der Insolvenz des Unternehmens aufgenommen. In Audiobeiträgen blicken sie auf ihr letztes Arbeitsjahr zurück. Ein für die Installation entworfenes Programm steuert die Audioabspielung. So entsteht aus 23 Stimmen eine Komposition aus kurzen Zyklen, die die Kontinuität des Zuhörens ständig unterbricht.

Daphné Keramidas untersucht in ihrer Arbeit „Approches“ das Phänomen des Alterns, der Fragilität und der Vergänglichkeit. Über einen längeren Zeitraum hat sie ein Altersheim besucht, wo sie zu einigen Bewohnern eine Beziehung aufbaute und diese Personen fotografierte. Die auf Aquarellpapier gravierten Fotos werden durch eine Lichtquelle an die Wand projiziert, wodurch ein invertiertes Bild entsteht, das dem Betrachter nahezu entgleitet, als wäre es bereits Erinnerung. Der Frage nach dem Verborgenen und dem Schein der Dinge, dem Aufbrechen von Strukturen nähert sich Claudia Konold in „Non Finito“ auf skulpturale Weise. Aus Styroporblöcken treten auf wundersame Art Tisch und Stühle hervor. Das Verborgene oder die Frage nach Fiktion und Realität ist auch Thema in Anna Gonzalez Sueros „Diary of a Cyberbabe“. Innerhalb eines Online-Sexspiels überlagert sie echte mit virtuellen Bildern, in denen stereotype Vorstellungen von Mutterschaft männlichen Phantasien aus der Spielwelt gegenübergestellt werden. Die Thematik der Mutterrolle wird von der Künstlerin in ihren Bleistift- und Toilettenpapiercollagen wieder aufgegriffen.

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Abbildungen
  1. Daewook ParkExodus # 3Foto: Mark Brandenburgh © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

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