Stille Flucht

Bilder des Kölner Fotografen Boris Becker vom saharauischen Volk

9. November 2007 bis 13. Januar 2008

Vergessen von der Welt. Seit mehr als drei Jahrzehnten müssen rund 165.000 Saharauis, ein Volk aus der Westsahara, unter unvorstellbar harten Bedingungen als Flüchtlinge in der algerischen Geröllwüste ausharren. Einst Beduinen, sind sie heute in vier Flüchtlingslagern zur Bewegungslosigkeit gezwungen und vollständig abhängig von internationaler Hilfe.

Im Februar 2007 reisten der Kölner Fotograf Boris Becker und Vertreter der UNO-Flüchtlingshilfe in die saharauischen Siedlungsgebiete im Westen Algeriens. Anlass des Besuches war der internationale Benefiz-Marathon zugunsten der saharauischen Flüchtlinge, der 2007 in die siebte Runde gegangen ist. Die UNO-Flüchtlingshilfe hat vor Ort bisher drei Hilfsprojekte gefördert: Eine Mehrzweck-Sportanlage für Kinder und Jugendliche, ein Schulprojekt und ein Besuchsprogramm für seit Jahrzehnten getrennte Flüchtlingsfamilien.

Mit eindringlichen Bildern hat Boris Becker die unbemerkte Tragödie, die stille Flucht des saharauischen Volkes festgehalten. Es sind nicht die typischen Medienbilder, die der Betrachter aus Katastrophengebieten erwarten würde. Beckers Fotografien rücken eher das Beiläufige als das Exorbitante in den Mittelpunkt. Sie zeigen verlassene Lebensmittelcontainer oder zerfallene Hütten in der gleißenden Saharasonne. Fassaden von liebevoll dekorierten Friseursalons oder Autowerkstätten zeugen vom Einfallsreichtum und aufkeimenden Unternehmergeist der Flüchtlinge, die einer faszinierenden, skurrilen und lebensfeindlichen Umgebung zu überleben gelernt haben.
Boris Becker porträtiert Menschen der Wüste – offene, stolze und gefasste Beduinen, entrückt und ein wenig verloren. Doch niemals ohne Hoffnung. Die stille Flucht der Saharauis, einer der letzten und bizarrsten Kolonialkonflikte Afrikas, erhält durch Beckers intensive Aufnahmen ein Gesicht.

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