Diese Ausstellung
wurde organisiert von der Royal Academy of Arts, London.
Sie ist des weiteren eine Kooperation mit den Staatlichen Museen zu
Berlin, dem Ethnologischen Museum, der Berliner Festspiele und dem
Martin-Gropius-Bau Berlin.
Die Ausstellung konnte nur mit der großzügigen Unterstützung
der mexikanischen Regierung verwirklicht werden. Wir danken dem Consejo
Nacional para la Cultura y las Artes und dem Instituto Nacional de
Antropología e Historia.
Pektoral mit einem Bild von Xiuhtecuhtli, mixtekisch, um 1500
Museo Nacional de Antropología, Mexico-City, CONACULTA -
INAH
Foto: Michel Zabé
AZTEKEN ist eine der größten Ausstellungen über diese
faszinierende Kultur, die es jemals gegeben hat. Mehr als 350 spektakuläre
Exponate - zum größten Teil erstmals in Europa zu sehen
- zeichnen das Leben dieses außergewöhnlichen Volkes nach,
welches im Verlauf von nur 200 Jahren (1325 - 1521) eine der beeindruckendsten
Zivilisationen der Welt schuf.
Zu den ausgestellten Gegenständen gehören monumentale Skulpturen
- teilweise aus Ton - von Menschen, Tieren und Göttern, kostbare
Türkismosaike, Goldschmuck, farbig bemalte Keramik und ungewöhnliche
Bildhandschriften. AZTEKEN ist eine einmalige Chance, sich von der
Bedeutung und dem hohen Entwicklungsstand dieser bedeutenden Kultur
zu überzeugen. Eine spektakuläre Computeranimation über
den Templo Mayor, die von der Techischen Universität Darmstadt
- Fachgebiet CAD in der Architektur - speziell für die Bonner
Ausstellung geschaffen wurde, unterstreicht dieses Erlebnis.
Vom Nomadentum zum Siedlervolk Alten Aufzeichnungen zufolge kamen die Azteken von einer mythischen
Insel namens Aztlan, dem 'Ort der weißen Reiher'. Ihr oberster
Gott Huitzilopochtli, der 'Kolibri des Südens', führte sie
in ihrer Suche nach einem Heimatland, das sie 1325 in Tenochtitlan
fanden. Der Ort (das heutige Mexiko-City) erfüllte die Prophezeiung,
dass die Azteken sich auf einer Insel niederlassen würden, auf
der sie einen 'auf einem Feigenkaktus sitzenden Adler' vorfinden würden.
Dieses Bild, welches man in vielen der gemalten Bücher dieser
Zeit findet, ist auch heute noch auf der mexikanischen Flagge zu sehen.
Die Götter der
Azteken Die Azteken besaßen viele Götter, oft auch dargestellt
mit tierischen Attributen. Herrscher der Unterwelt war Mictlantecuhtli,
der Herr des Todes. Die obere Welt wurde von Ometeotl beherrscht,
der sowohl männlich als auch weiblich war. Die Religion durchdrang
den privaten und den öffentlichen Bereich und schuf eine kosmische
Ordnung, der selbst die Götter unterworfen waren. Sie prägte
das Leben der Azteken und ihrer Nachbarn. Die göttliche Ordnung
wurde durch Opfer, auch Menschenopfer, aufrechterhalten. So wurde
den Göttern zum Zeichen der Dankbarkeit und als Nahrung das Herz
und Blut der Menschen geopfert. Diese so wichtige Zeremonie garantierte
den Fortbestand der aztekischen Welt spiegelt sich in einem Großteil
der Exponate wider.
Gesellschaft An der Spitze der hierarchisch gegliederten Gesellschaft standen
die Herrscher und Priester. Kostbare Statussymbole dokumentieren den
Reichtum und den Prunk des höfischen Lebens und das Ansehen der
"Adlerkrieger". Privilegien genossen auch Kunsthandwerker
und Kaufleute. Letzte brachten die Luxusartikel - wertvolle Federn,
Textilien und Edelsteine - aus allen Teilen des aztekischen Einflussgebietes
in die Hauptstadt. Im Kampf gefallene Krieger und geopferte Gefangene,
auch im Kindbett verstorbene Frauen genossen nach dem Tod das Privileg,
die Sonne auf ihrem täglichen Weg zu begleiten. Die Mehrheit
der Bevölkerung waren Bauern und Landarbeiter.
Adlermann,
aztekisch, um 1440 - 1469
Museo del Templo Mayor, CONACULTA - INAH
Foto: Michel Zabé
Das Zentrum der Aztekischen Welt Der Templo Mayor war der spirituelle und weltliche Mittelpunkt
des Aztekenreiches. Das Gebäude überragte die Stadt Tenochtitlan
mit ihren 250.000 Einwohnern und seine ursprüngliche Struktur
geht schon auf das Jahr 1325 zurück. An der Spitze der gewaltigen
Doppelpyramide standen zwei Schreine - von denen einer dem obersten
Gott Huitzilopochtli der andere dem Regengott Tlaloc gewidmet war.
Beide Schreine ließen sich über eine große Zentraltreppe
erreichen.
Der Gott des Todes Mictlantecuhtli, aztekisch, um 1480
Museo del Templo Mayor, CONACULTA - INAH
Foto: Michel Zabé
Gemalte Bücher Die Azteken stellten viele üppig illustrierte Bücher
her, die sogenannten "Codices". Diese Texte wurden nicht
mit Buchstaben geschrieben, sondern mit Piktogrammen - speziell ausgebildete
Schreiber waren hierfür zuständig. Sie schrieben mit Naturfarben
auf präparierte Tierhäute oder auf Papier, welches aus der
Rinde des Feigenbaumes oder aus Baumwolle hergestellt wurde.
Maske,
Teotihuacan, um 300 - 600
Museo del Templo Mayor, CONACULTA - INAH
Foto: Michel Zabé
Die Conquistadores 1521 eroberten die spanischen Conquistadores in kurzer Zeit und
mit großer Brutalität das Reich der Azteken. Sie waren
zunächst beeindruckt von der strahlenden Metropole, jedoch bald
zutiefst schockiert über die religiösen Bräuche, insbesondere
die Menschenopfer. In missionarischem Eifer löschten sie eine
der bedeutendsten Kulturen der Weltgeschichte aus, verbrannten die
Bibliotheken mit rituellen Handschriften und zerstörten den gesamten
Tempelbezirk.