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Dschingis Khan und seine Erben Das Weltreich der Mongolen 16. Juni bis 25. September 2005 Staatliches Museum für Völkerkunde, München, 25.10.2005 - 29.01.2006 | Schloss Schallaburg, Österreich, 31.03.2006 - 01.11.2006 | Sakip Sabanci Museum, Istanbul, 07.12.2006 - 08.04.2007 | Ungarisches Nationalmuseum, Budapest, 24.05.2007 - 02.09.2007 DSCHINGIS KHAN
Im Jahr 2006 wird der geschichtsträchtigen Einigung der mongolischen
Stämme unter Dschingis Khan vor 800 Jahren gedacht. In den riesigen
Gebieten Inner- und Ostasiens, deren zentrale Territorien die Geographie
heute Mongolei nennt, vermochten reiternomadische Gemeinschaften über
Jahrtausende hin immer wieder mächtige Reiche aufzubauen. Das Imperium
Dschingis Khans und seiner Nachfolger stellt den machtpolitischen Höhepunkt
innerhalb dieser langen Tradition nomadischer Staatsgründungen im eurasischen
Steppengürtel dar. Das größte Reich der Geschichte erstreckte
sich in seiner Blütezeit im 13. und 14. Jh. vom Pazifischen Ozean bis
Mitteleuropa und wurde in seiner Entwicklung durch eine Vielzahl von Völkern
und Kulturen nachhaltig geprägt.
Die Mongolen waren nicht nur erfolgreiche Eroberer, sie vermochten es auch, ihr riesiges Herrschaftsgebiet souverän unter Kontrolle zu halten. Effektive Verwaltungsstrukturen, die Förderung des Handels, ein modernes Pass und Kurierwesen und schließlich eine weitgehende religiöse und kulturelle Toleranz bildeten das Fundament der sogenannten Pax Mongolica: Bis ins 16. Jahrhundert hinein blühte der Austausch zwischen Europa und Asien mit noch nie da gewesener Intensität, über Handelswege gelangten nicht nur Waren, sondern auch Ideen und zivilisatorische Errungenschaften von einem Teil des Imperiums ins andere.
Die Ausstellung wird das mongolische Reich auf dem Höhepunkt
seiner Macht vorstellen, und zugleich auch die vorangegangenen Traditionen
und Nachwirkungen der Mongolenherrschaft bis in die heutige Zeit beschreiben.
Seit vier Jahren graben Archäologen der Universität Bonn sowie des Deutschen Archäologischen Instituts die berühmte Hauptstadt Dschingis Khans, Karakorum, aus. Französische und türkische Archäologen legen die mit reichen Funden ausgestatteten Nekropolen der Vorläufer des Mongolenreiches frei - der Xiongnu (4. Jh. v.Chr. - 2. Jh. n.Chr.) sowie der Türken (6. - 8. Jh. n.Chr.). Ein Großteil der Grabungsergebnisse dieser Kampagnen wird in der Ausstellung erstmalig präsentiert. Ein weiterer wichtiger Bereich der Ausstellung widmet sich den Nachfolgereichen des Dschingis Khan-Imperiums, wie sie bis ins 16. Jahrhundert in Asien und Europa bestanden haben. Gezeigt werden einmalige Zeugnisse kultureller Wechselwirkung zwischen den nomadischen Eroberern und den sesshaften Völker: die Reiche der Goldene Horde in Russland, des Ilkhanats in Persien, die sich beide dem Islam zugewandt hatten, sowie die Yuan-Dynastie in China haben großartige Kunstwerke hervorgebracht, die in repräsentativer Auswahl in der Ausstellung gezeigt werden. Sie stammen aus den bedeutendsten Museen der Mongolei, aus berühmten Sammlungen Ostasiens und Europas. ![]() Männerhut, Fund aus einer Höhlen- bestattung, 14. Jh. Akademie der Wissenschaften der Mongolei, Ulaanbaatar Foto: Peter Oszvald, ©KAH Themenseite des ZDF TopStory, National Geographic Pressesprecherin ![]() Plattenarmreif archäologischer Fund aus Karakorum 14. Jh., Gold, Länge 9,5 cm, Breite 5,1 cm, Akademie der Wissenschaften der Mongolei Ulaanbaatar, © Admon Als die Nachfolger Dschingis Khans im mongolischen Kernland
vor der Notwendigkeit standen, ihrer Herrschaft durch die Einführung einer
Hochreligion eine tragfähige ideologische Grundlage zu geben, entschieden
sie sich für den Buddhismus. Der Hof des mongolischen Khans zeichnete
sich durch eine große religiöse Toleranz aus: Neben Schamanen, nestorianischen
Christen und katholischen Missionaren haben hier vor allem tibetische
Buddhisten gewirkt. Die Ausstellung soll die wechselvolle Geschichte des
Buddhismus im mongolischen Herrschaftsgebiet vom 13. bis zum 20. Jahrhundert
nachzeichnen und durch prägnante künstlerische Zeugnisse belegen.
Schließlich wird das „lange 20. Jahrhundert“ des modernen
mongolischen Staates dokumentiert, in dem die Frage nach einer identitätsstiftenden
Rolle und Tradition Dschingis Khans wieder virulent wird.
![]() Holzinnenkonstruktion einer mongolischen Jurte auf dem Dach der Kunsthalle © David Ertl Die Ausstellung wird ca. 500 Exponate umfassen: u. a.
neueste archäologische Funde, Waffen und Rüstungen, kostbar illuminierte
Manuskripte und historische Karten, Textilien, Keramik und sakrale Kunstwerke.
Ein wissenschaftliches Katalogbuch wird die Präsentation begleiten. Darüber
hinaus wird ein ausstellungsbegleitender Film gezeigt. Zwei internationale
wissenschaftliche Symposien und ein umfangreiches Rahmenprogramm sind
geplant.
Die Ausstellung ist vom 26. Oktober 2005 bis zum 29. Januar 2006 im Staatlichen Museum für Völkerkunde München zu sehen. |
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