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AUSSTELLUNGEN
  ECHORAUM

ECHORAUM – Neue Arbeiten aus dem Medienlabor
1. April bis 6. Juni 2010

Logo Echoraum
Parallel zur Ausstellungseröffnung von Liam Gillick wird am 31. März 2010, 19.00 Uhr, der ECHORAUM in der Bundeskunsthalle eröffnet. ECHORAUM präsentiert aktuelle Medienkunst und ist eine Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland mit verschiedenen, internationalen Medienhochschulen, die jeweils im Zweijahresrhythmus wechseln.
Im Ausstellungsbereich des Untergeschosses stellen Studenten und Absolventen der Hochschulen im Sinne eines Experimentallabors ihre Projekte vor. Es ist geplant, zu jeder größeren Ausstellungseröffnung ein ECHORAUM-Projekt zu präsentieren. Erster Partner ist -1/MinusEins Experimentallabor der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln.

-1/MinusEins, das Experimentallabor der Kunsthochschule für Medien Köln, ging auf Initiative von Prof. Mischa Kuball aus dem bisherigen Holographielabor der KHM hervor. Es soll zugleich als interdisziplinäre-technische Werkstatt, als Ort der Kommunikation und Lehre, sowie als Zentrum eines Netzwerkes innerhalb der KHM fungieren und auf diese Weise die Umsetzung künstlerischer Projekte der Studenten ermöglichen und fördern.Im Sinne dieser Idee wird die Kooperation und der Austausch mit verschiedenen hochschulexternen Partnern innerhalb Kölns und auch darüber hinaus angestrebt.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Aino Emilia Korvensyrjä, Akiro Hellgard, Allan Gretzki, Andrey Ustinov, Anna Sokolova, Evamaria Schaller, Evelina Rajca, Jan Hoeft, Jens Pecho, Jennifer Marre, Kriss Salmanis, Lea Hartlaub, Michael Heym, Niels Mlynek, Noa Gur, Kiseong Kim, Tobias Daemgen, Verena Friedrich, Yushen Su.

Tobias Daemgen, Lichtparasit, 2010
Zoom Tobias Daemgen, "Lichtparasit",
2010
Tobias Daemgen, geb. 1980 in Braunschweig
„Lichtparasit“, 2010, Lichtobjekt

Eine Lichtquelle des Echoraums der Bundeskunsthalle wird durch den Einsatz von Laborstativmaterial und Vergrößerungsgläsern zu einem Projektor modifiziert.

Ilan Gretzki, Sehtest, 2010
Zoom Allan Gretzki, "Sehtest", 2010
Allan Gretzki, geb. 1979 in Siegburg
„Sehtest“, 2010, Wandgrafik, SK-Folie

Die grafische Wandarbeit “Sehtest”, die sich vom Obergeschoss in das Untergeschoss der Bundeskunsthalle erstreckt, prüft durch visuelle Wahrnehmung die Perzeption der Besucher,deren Blick und Aufmerksamkeit in den Medienraum gelenkt werden. Vor und nach dem Austellungsbesuch kann der Sehtest auch als eine Art Reset-Funktion dienen und das Sehen der Betrachter neutralisieren.

Noa Gur, Window Blind, 2010
Zoom Noa Gur, "Window Blind", 2010
Noa Gur, geb. 1980 in Tel Aviv, Israel
„Window Blind“, 2009, Mixed Media

Aus dem Blickwinkel eines Fensters zeigt die Projektion Licht und Schatten der vorbeifahrenden Autos in der Straße, mit dem dazugehörigen Sound. Die Reflektionen auf Decke und Wände des Innenraums bewegen sich kontinuierlich von rechts nach links, korrespondierend zum Klang und dem Dargestellten. In Anlehnung an Sigmund Freuds Traumdeutung, in der er dazu auffordert, sich ein Instrument vorzustellen, das als komplizierte Kamera in der psychischen Produktion funktioniert, ist die Installation als mentale Camera Obscura zu sehen, die das Außen fragmentiert und einen Schatten auf das Innere wirft.

Lea Hartlaub, Monitoring Bensberg September 2009 2010
Zoom Lea Hartlaub, "Monitoring
Bensberg 2009 2010"
Lea Hartlaub, geb 1981 in Frankfurt am Main
„Monitoring Bensberg September 2009 2010“, Videoinstallation, 16 mm auf DVD

In einem Einfamilienhaus in der Umgebung von Köln steht eine Station zur Überwachung und Aufzeichnung der Erdbewegung. Die Aufnahmen zeigen das Nebeneinander von Interieur, Messinstrumenten, Karten und Archivmaterial. Die in der Station arbeitenden Menschen sind abwesend. Gleichwohl bleibt der private Charakter der Räumlichkeiten erhalten. Der dokumentarische Essay vermittelt eine eigentümliche und fragmentarische Beschreibung des Ortes.

Akira Hellgardt, O.T. (TV),2009, 2009
Zoom Akira Hellgardt, "O.T. (TV),2009",
2009
Akiro Hellgardt, geb. 1973 in Hannover
„O.T. (TV), 2009“, 2009, TV-Skulptur

In einer räumlichen Inszenierung sieht man einen Sockel mit einer Lichtquelle, deren Ursprung nicht sichtbar ist. Sie ergibt sich aus einem Fernseher, der in dem Sockel eingelassen ist, auf dem das Programm eines Privatsenders läuft. Auf diese Art und Weise wird die Aufmerksamkeit auf Schnitt, Tempo und Farbtemperatur des Fernsehprogramms gelenkt und eine Schnittstelle zwischen Fernsehwelten und dem realen Raum geschaffen.

Michael Heym, Selfscan, 2010
Zoom Michael Heym, "Selfscan", 2010
Michael Heym, geb. 1978 in Trier
„Selfscan“, 2010, Coupler-Print auf Aluminiumverbundplatte, 197,6 cm x 281,6 cm x 4mm.

Ein leerer und flexibler Diahalter für einen Scanner wurde in der höchstmöglichen Auflösung eingescannt und extrem vergrößert ausbelichtet. Durch das Positivverfahren der sequentiellen Abtastung wird die fehlende Scanvorlage als schwarzer Streifen und die Mikrostrukturen bzw. Staubpartikel der Halterung als orangefarbene Streifen wiedergegeben.

Jan Hoeft, „Offensive und Defensive“, 2010, Installation, Holz, Stahl, Video
Zoom Jan Hoeft, „Offensive und
Defensive“, 2010
Jan Hoeft, geb. 1981 in Blankenburg (Harz)
„Offensive und Defensive“, 2010, Installation, Holz, Stahl, Video

Auf den Bildschirmen des Regieraumes sieht der Betrachter ein Video, in dem sich eine Kamera gleichmäßig einem Gebäude nähert, es umkreist und sich wieder entfernt. Aufgrund der Entfernung verschmilzt das Haus mit der Horizontlinie, ein neues Haus tritt an dessen Stelle. Im Raum selbst sind mehrere ineinander verschränkte, großformatige Holzelemente verteilt, die einerseits durch die architektonische Anmutung mit dem Video korrespondieren, andererseits an Panzersperren erinnern.

Aino Emilia Korvensyrjä, „Scenes from a ruins park“, 2010, Videoinstallation, Mini DV auf DVD
Zoom Aino Emilia Korvensyrjä, „Scenes
from a ruins park“, 2010
Aino Emilia Korvensyrjä, geb. 1979 in Salo, Finnland
„Scenes from a ruins park“, 2010, Videoinstallation, Mini DV auf DVD

Die Videoinstallation ist das Ergebnis einer Studie über die Produktion von öffentlichem Raum in Peking, die (Re)Konstruktion von einem Gemeinplatz und Nationaldenkmal, der Yuán Ming Yuán Garten.

Jennifer Marre, „KCINKCIP“, 2010, Skulptur, Mixed Media
Zoom Jennifer Marre, „KCINKCIP“, 2010
Jennifer Marre, geb. 1981 in Witten
„KCINKCIP“, 2010, Skulptur, Mixed Media

Der Titel der Arbeit weist bereits darauf hin, dass es sich um eine Form des umgedrehten Picknicks handelt. Die Objekte, die normalerweise auf der Picknickdecke verteilt sind, werden in dieser eingehüllt und auf der Architekturskulptur im Untergeschoss der Bundeskunsthalle drapiert.

Niels Mlynek, „drunken_“, 2009/2010, Expanded Cinema, Mini DV 16 mm Blow up, 16mm, Komposition und Cast: Maren Kessler
Zoom Niels Mlynek, "drunken_",
2009/2010
Niels Mlynek, geb. 1982 in Bottrop „drunken_“, 2009/2010, Expanded Cinema, Mini DV 16 mm Blow up, 16mm, Komposition und Cast: Maren Kessler

“drunken_ lässt die Idee des expanded cinema anhand avanciertester technologischer Mittel wiederaufleben. Eine filmische Sequenz wurde in acht Clips unterteilt, die von einem selbst entwickelten Programm in unterschiedlicher Abfolge linear von acht 16mm Projektoren abgespielt werden. Unser Bedürfnis nach Verlauf und Entwicklung wird frustriert. Stattdessen generiert die Arbeit eine vielfach in sich gebrochene, zirkuläre filmische zeit. drunken_ ist ein Film / eine Computer gestützte Installation, die zwar einem ansatzweise linearem Verlauf folgt, jedoch ohne festgelegtem zeitlichem Ende oder Wiederholungen. “ (Niels Mlynek)

Jens Pecho, “Tag ein/ Tag aus“, 2010, Textarbeit, Projektion auf LED-Wand
Zoom Jens Pecho, "Tag ein/ Tag aus",
2010
Jens Pecho, geb. 1978 in Frankfurt am Main
“Tag ein/ Tag aus“, 2010, Textarbeit, Projektion auf LED-Wand

Auf der LED-Wand an der Fassage der Bundeskunsthalle, die regulär der Programmankündigung dient, wird an acht Tagen das Werk „Tag ein/ Tag aus“ zu sehen sein. Von 6-18 Uhr zeigt sie den Schriftzug “Tag ein”, von 18-6 Uhr die Worte “Tag aus”. So ergibt sich sowohl einmal pro Tag die Redewendung “Tag ein, Tag aus”, als auch die Leseart, dass der Tag ein und ausgeschaltet würde.

Evelina Rajca, „O.T.“, 2010, Expanded Cinema
Zoom Evelina Rajca, "O.T.", 2010
Evelina Rajca, geb. 1984 in Bielszowitz, Polen
„O.T.“, 2010, Expanded Cinema

An einem umgebauten Dia-Projektor wird eine Plastiktüte mit getrockneten Schmetterlingen um das Lüftungssystem befestigt. Durch den Luftzug entwickeln sich die zerfallenden Falter zu bunten zirkulierenden Bildpunkten während der Präsentation. Der Prozess wird simultan an die Wand projiziert. Die Arbeit thematisiert Zeit, Metamorphose und Vergänglichkeit.

Kriss Salmanis,  „Morgenrot“, 2009, Videoinstallation, Mini DV auf DVD
Kriss Salmanis, "Morgenrot", 2009
Kriss Salmanis, geb. 1977 in Riga, Lettland
„Morgenrot“, 2009, Videoinstallation, Mini DV auf DVD

Das Foto eines Sonnenaufgangs wurde innerhalb eines halben Jahres jeden Tag, vor dem Sonnenaufgang fotografiert und anschließend zu einem Loop zusammengeschnitten. Eine Studie von Licht, Zeit und Ausdauer.

Evamaria Schaller,  „Treppich“, 2010, performative Videoinstallation
Zoom Evamaria Schaller, "Treppich",
2010
Evamaria Schaller, geb. 1980 in Graz, Österreich
„Treppich“, 2010, performative Videoinstallation

Die Arbeit wurde für die Ausstellung in der Bundeskunsthalle realisiert und bezieht sich auf Raum und Bedeutung der Bundeskunsthalle, konzipiert als zentraler Repräsentationsort für die Kunst in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Schaller wird dieser Manifestation auf ironische Art und Weise gerecht, indem sie die Treppe zum Echoraum auf Knien erklimmt und küsst. Man kann nicht umhin, daran zu denken: „What goes up, must come down“.

Anna Sokolova, „one shape, one square, one execution, one transcendence“, 2010, Multimedia-Installation
Zoom Anna Sokolova, "one shape,
one square, one execution,
one transcendence", 2010
Anna Sokolova, geb. 1975 in Minsk, Weissrussland
„one shape, one square, one execution, one transcendence“, 2010, Multimedia-Installation mit Ton, Metallrahmen, Kunststoffplatte, Drehmagnet, Mikrokontroller; Ton: 2 Minuten 40 Sekunden, Pause 10 Minuten

Der Ausgangspunkt dieser Arbeit ist ein Zitat auf den Vorreiter der Konzeptkunst und Minimalart Ad Reinhardt: Sein Text „On Negation“ wurde als Ton transformiert und als Energie genutzt, die ein schwarzes Quadrat, das die gleiche Masse wie die seiner Arbeit „Abstract Painting, Sixty by Sixty Inches Square“ hat, zum Vibrieren bringt. Ein Satz aus seinem Text „There is just one painting“ wurde zum Titel des Kunstwerks.

Yushen Su, „An ziehen aus“, 2009, Videoinstallation
Zoom Yushen Su, "An ziehen aus",
2009
Yushen Su, geb. 1979 in Chiayi, Taiwan
„An ziehen aus“, 2009, Videoinstallation, HD auf DVD, Länge 9 Minuten

Vor laufender Kamera zieht eine Person in Uniform ihre Kleidungsstücke eines nach dem anderen aus, um sich anschließend wieder zu bekleiden, allerdings die Unterbekleidung als Oberbekleidung und umgekehrt. Die Arbeit wurde in Peking realisiert und ist eine Reflektion auf gesellschaftliche Autorität, die symbolisch dekonstruiert wird.

Andrey Ustinov, „Die Zauberlampe“, Installation, Mixed Media, 2008
Zoom Andrey Ustinov,
"Die Zauberlampe", 2008
Andrey Ustinov, geb. 1975 in St. Petersburg, Russland
„Die Zauberlampe“, Installation, Mixed Media, 2008

Zu sehen ist ein Arbeitsplatz, auf dem ein Notebook scheinbar verkehrt aufgestellt als Bücherstütze genutzt wird. Auf das Buch, ein Handbuch für das Notebook, werden mit der Leselampe Videos aus dem Internet projiziert. In die Leselampe ist statt einer Glühbirne ein Minibeamer eingearbeitet, der mit dem Laptop verbunden ist.



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