Florenz!

22. November 2013 bis 9. März 2014

Florenz fasziniert seit jeher durch sein reichhaltiges Kulturerbe. Philosophen, Schriftsteller, Architekten, Ingenieure, Maler und Bildhauer haben in der Stadt am Arno über Jahrhunderte unzählige Meisterwerke  geschaffen. Florenz, das ist die Stadt von Dante und Boccaccio, von Donatello und Sandro Botticelli, von Amerigo Vespucci und Machiavelli und die Heimat der Medici.

«Wahrhaftig, mit Schönheit und ungewöhnlicher Kostbarkeit ist hier alles verziert.»Leonardo Bruni (ca. 1369–1444), Humanist und Kanzler von Florenz

Die Bundeskunsthalle geht mit der Ausstellung Florenz! dieser Faszination nach, indem sie – zum ersten Mal in Deutschland – der toskanischen Hauptstadt und dem „wunderbaren florentinischen Geist“ (Jacob Burckhardt) eine umfangreiche Präsentation widmet. Sie zeichnet das Porträt der Stadt Florenz, vom Finanz- und Handelszentrum des Mittelalters über die Stadt der Kunst und der Wissenschaft im 15. und 16. Jahrhundert bis zu ihrer Bedeutung als intellektuelles und kosmopolitisches Zentrum im späten 18. und 19. Jahrhundert.

Die Ausstellung präsentiert und beschreibt das berühmte Florenz, jenes der großen Künstler und Wissenschaftler der Renaissance. Gleichzeitig stellt sie das weniger bekannte, wenn auch nicht minder faszinierende Florenz vor: jenes eines sich dynamisch wandelnden Stadtraums, der umfangreichen Sammlungen von Kostbarkeiten aus aller Welt, der Erfindung neuer Kunsttechnologien und einer sich zwischen Mythos und Tradition suchenden Moderne. Die Ausstellung stellt nicht nur die kulturellen Errungenschaften, sondern auch die wirtschaftlichen, politischen und religiösen Entwicklungen in den Vordergrund: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Textilien, Archivalien fügen sich zu einem Bild von Florenz als Laboratorium von Kunst und Wissenschaft. Diese Meisterwerke zeigen die gebaute, gemalte und geschriebene Stadt, die, in stetem Wandel begriffen, selbst zu einem Kunstwerk wird.

Der Rundgang folgt in fünf großen Sektionen einem chronologischen Aufbau und ist zugleich eine Bewegung durch die Stadt: Der urbane Raum der jeweiligen Epoche wird mit Plänen und Ansichten evoziert. Die Stadtentwicklung und ihre Veränderung bilden somit den roten Faden der Ausstellung. In einem Zeichnungskabinett wird mit einer Reihe von exzellenten Arbeiten der Florentiner Kultur der Zeichnung Tribut gezollt. Den Auftakt bildet die idealisierte Vedute von Domenico di Michelino, der die Stadt mit einem ihrer wichtigsten Söhne, Dante Alighieri, verbindet. Der Dichter und die Rezeption seines Werkes durch die Jahrhunderte bilden ein wiederkehrendes Motiv der Ausstellung. Einer Venus-Skulptur als Stadtpersonifikation stehen zwei zentrale Gestalten der Florentiner Geschichte und Kunst zur Seite: ihr Schutzpatron Johannes der Täufer und das Symbol der Republik, der biblische König David.

Abgerundet wird der Rundgang durch eine virtuelle Rekonstruktion der Baugeschichte des Florentiner Domes mit besonderer Betonung auf der Entstehung der Kuppel sowie einen Film über „Florenz, die Stadt aus Stein“.

Kooperationspartner

Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit der Soprintendenza Speciale per il Patrimonio Storico, Artistico ed Etnoantropologico e per il Polo Museale della città di Firenze und mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut

Video-/Audio-Installation im Foyer

Eine Reise mit Dante durch Italien

Das Projekt „Maratona Infernale. In viaggio con Dante“ zeigt 34 Kurzfilme, die die 34 Gesänge des Inferno von Dante filmisch untermalen.
Gehen Sie mit dem großen italienischen Dichter auf eine Reise, die Sie in insgesamt sieben Stunden durch italienische Städte und Landschaften führt und bei der Sie Tausende von Kilometern durchqueren können.

Eine Produktion der Dante Alighieri Gesellschaft mit freundlicher Unterstützung der Hauptdirektion für die Italiener im Ausland und für Migrantenpolitik des Italienischen Außenministeriums Rom.

Media Chairs in der Ausstellung

Ein Florentiner Salon

Bereits im 18. Jahrhundert, als Florenz noch nicht als die Kunststadt par excellence etabliert, aber von einer liberalen Stimmung durchdrungen war, entwickelte sich dort eine Salonkultur von europäischem Rang. Die vitale Atmosphäre der Stadt zog vor allem seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Künstler und Literaten an. Zu einer festen Größe in der deutschsprachigen Kolonie gehörte der Salon von Caroline Unger-Sabatier, einer gefeierten Sopranistin, in dem sich u.a. Vertreter des Risorgimento (der Bewegung zur Vereinigung Italiens) versammelten. Ludmilla Assing führte in Florenz einen Salon in der Berliner Tradition und bei dem Ehepaar Karl und Jessie Hillebrand traf sich das „ganze gebildete Europa“. Hier waren u.a. der Kunsthistoriker Aby Warburg, der Bildhauer Adolph von Hildebrandt, die Schriftstellerin Isolde Kurz und der Komponist Franz Liszt zu Gast. Begleiten Sie uns auf eine Reise in das kosmopolitische Florenz des 19. Jahrhunderts und lassen Sie sich durch Bilder und Musik in die Atmosphäre eines imaginären Salons versetzen. Lauschen Sie Gesprächen und hören Sie Texte von Florentinern, ausländischen Residenten und Reisenden über Politik, Kunst, Literatur, Musik und natürlich über Florenz.
 

Bibliothek in der Bundeskunsthalle

Über Florenz, Wiege der Renaissance, eine der schönsten Städte der Welt und mit seiner historischen Innenstadt seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe, wurde schon viel geschrieben – u.a. verfasste  Niccolò Machiavelli (um 1520) eine Geschichte der Stadt. Eine Auswahl dieser Literatur finden Sie in der Bibliothek der Bundeskunsthalle: Informatives zur Architektur der Renaissance in Florenz, Spannendes zur Baugeschichte der Domkuppel, Biografisches zu Filippo Brunelleschi, dem Architekten dieser Kuppel sowie Erfinder und Konstrukteur, Fakten zur Technikgeschichte der Renaissance und natürlich prachtvolle Bildbände zu Florenz, seiner Kunst und Architektur, zu den Künstlern, die in Florenz wirkten, Bücher zur Stadtgeschichte, zu den Familien und Zünften, die diese Geschichte über Jahrhunderte  geprägt haben, außerdem eine Auswahl literarischer Texte zu und über Florenz.

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Abbildungen

    Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

    Museumsmeile Bonn
    Friedrich-Ebert-Allee 4
    53113 Bonn
    T +49 228 9171–200

    Öffnungszeiten

    Montags geschlossen
    Dienstag und Mittwoch, 10 bis 21 Uhr
    Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 19 Uhr
    (und an allen Feiertagen, auch denen,
    die auf einen Montag fallen)