Die »Äußere Kirche«: Offen für Laien
In der »äußeren« Kirche fanden zahlreiche
Kunstwerke Platz, die auf Schenkungen von Klostergründern und -wohltätern
zurückgingen, deren weibliche Verwandtschaft häufig dem Konvent angehörte.
Wer im Mittelalter Sorge für sein Seelenheil tragen wollte, konnte dies
durch das Stiften von Retabeln, Textilien, liturgischen Geräten, Glasfenstern
und Votivreliefs tun. Die Stifter hatten dabei die Möglichkeit, sich selbst
abbilden zu lassen. Um trotz dieser »Selbstdarstellung« ihre Demut
zu beweisen, wurden sie innig betend und im Vergleich zur eigentlichen Bildthematik
entsprechend klein als Nebenfiguren wiedergegeben. An wichtigen liturgischen
Orten des Kirchenraums aufgestellt oder angebracht, bezeugten diese Kunstwerke
die Einbeziehung von frommen Laien in das Heilsgeschehen, was durch die Fürbitt-Gebete
der Klosterfrauen unterstützt wurde.
Zu Ostern und Weihnachten wurden die Klosterkirchen Schauplätze geistlicher
Spiele. Durch den Einsatz beweglicher Requisiten, wie einem Palmsonntagsesel,
einem Heilig-Grab-Christus oder einem Himmelfahrts-Christus, wurden die Geheimnisse
des christlichen Glaubens für die Nonnen wie für die Laien begreifbar
gemacht.