AUSSTELLUNGEN

Japans Liebe zum Impressionismus
von Monet bis Renoir

8. Oktober 2015 bis 21. Februar 2016

Rund 100 in Europa weitgehend unbekannte impressionistische Meisterwerke von Monet, Manet, Cézanne, Gauguin, Pissarro, Renoir, Sisley, van Gogh und anderen werden erstmals wieder in Europa gezeigt.
Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts begannen  japanische Kunstliebhaber, Werke der französischen Impressionisten zu sammeln. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erwarben der Industrielle Kojiro Matsukata, der eng mit Claude Monet befreundet war, und der Geschäftsmann Magosaburo Ohara hochkarätige Meisterwerke. Bis heute entstanden in Japan einzigartige und bedeutende Sammlungen, die in namhaften öffentlichen und privaten Museen gezeigt werden.
In der Bundeskunsthalle sehen Sie erstmals diese  in Europa noch nie gezeigte Höhepunkte des Impressionismus. Hinzu kommen eindrucksvolle Werke japanischer Maler, die um 1900 die moderne, westlich inspirierte japanische Kunst begründeten. Zusammen veranschaulichen sie die wechselseitige Faszination, welche die Künstler Europas und Japans in ihren Bann schlug und so die Kunstgeschichte veränderte.

Zur Ausstellung JAPANS LIEBE ZUM IMPRESSIONISMUS. VON MONET BIS RENOIR

Isa Genzken
Modelle für Außenprojekte

15. Januar bis 17. April 2016

Isa Genzken, geboren 1948, zählt zu den bedeutendsten und vielschichtigsten Künstlerinnen Deutschlands. Kunsthistorisch lassen sich ihre Arbeiten mit dem Minimalismus, der Konzeptkunst, der Pop Art und dem Readymade bzw. dem objet trouvé in Verbindung bringen – neu justiert in der Gegenwart. Die dreifache Documenta-Teilnehmerin wurde mit zahlreichen internationalen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt.
Die exquisite Ausstellung in der Bundeskunsthalle zeigt 35 Modelle der realisierten und nicht realisierten Außenprojekte, von denen einige in diesem Sommer in der zentralen Ausstellung All the World’s Futures auf der Biennale in Venedig zu sehen sind. Die Bonner Präsentation vervollständigt dieses ungewöhnliche Konvolut im Gesamtwerk, das wie eine kleine Retrospektive der Außenskulpturen anmutet, um Hintergrundinformationen zu den einzelnen Projekten. Diese neuen Arbeiten ermöglichen exemplarisch ein Verständnis für die bildnerischen bzw. bildhauerischen Strategien dieser außergewöhnlichen Künstlerin. Als Modelle einer urbanen Realität sind sie Reflexionen über räumliche Kontexte.

Zur Ausstellung ISA GENZKEN. MODELLE FÜR AUSSENPROJEKTE

Attitudes
Eine Ausstellung von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung

29. Januar bis 6. März 2016

Kuratiert von Marcel Odenbach und Beate Eckstein, zeigt die Ausstellung, wie sich gesellschaftspolitisches Engagement - eine wesentliche Voraussetzung der Förderung durch die Friedrich-Ebert-Stiftung - in der künstlerischen Arbeit niederschlagen kann. Fotografie und Videokunst sind die Medien, mit denen Künstlerinnen und Künstler unmittelbar auf gesellschaftspolitische Umbrüche auf nationaler oder internationaler Ebene reagieren können, mit denen sie aber auch Fragen nach der eigenen Identität in einer sich schnell verändernden Welt stellen. Plastische Arbeiten und Installationen ergänzen die Ausstellung.
Folgende Künstlerinnen und Künstler sind mit ihren Arbeiten vertreten: Yevgenia Belorusets, Elena Dormeier, Soso Dumbadze, Sarah Held, Franziska Kabisch, Marie Kirchner, Thanh Long, Mariam Mekiwi, René Patzwaldt, Laura Popplow, Neda Saeedi, Jana Kerima Stolzer.

Mehr Informationen zur Ausstellung unter www.fes.de/de/attitudes

Pina Bausch
und das Tanztheater

4. März bis 24. Juli 2016

Pina Bausch (1940-2009) gilt als Pionierin des modernen Tanztheaters und eine der einflussreichsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts. In der Bundeskunsthalle wird ihr Schaffen nun erstmals in Form einer Ausstellung erfahrbar gemacht. Gemeinsam mit ihrer Kompanie entwickelte Pina Bausch die künstlerische Form des Tanztheaters, das den Tanz auf einzigartige Weise mit Schauspiel und künstlerischer Performance verbindet. Mit diesem Ansatz sprengte sie nicht nur die Konventionen des klassischen Balletts, sondern ließ auch den eher an formalen Prinzipien orientierten modernen Tanz hinter sich.
Objekte, Installationen, Fotografien und Videos stammen aus den einzigartigen Beständen des Pina Bausch Archivs. Herzstück der Ausstellung ist ein Nachbau der „Lichtburg“ - jenes legendären Proberaums in einem alten Wuppertaler Kino, in dem Pina Bausch den größten Teil ihrer Stücke gemeinsam mit ihren Tänzerinnen und Tänzern entwickelt hat. Fremden wird nur selten Zutritt zu diesem intimen Raum gewährt. In der Bundeskunsthalle aber wird er zum Raum der Begegnung mit Mitgliedern des Tanztheaters, die den Besuchern Bewegungsqualitäten und kleine Bewegungssequenzen vermitteln; Performances, Tanz-Workshops, öffentliche Proben, Gespräche, Filme und mehr lassen ihn zum lebendigen Erfahrungsraum werden.

In Kooperation mit der Pina Bausch Foundation, Wuppertal

Zur Ausstellung PINA BAUSCH UND DAS TANZTHEATER

Das Bauhaus
Alles ist Design

1. April bis 14. August 2016

Das Bauhaus war eine der einflussreichsten Kulturinstitutionen des 20. Jahrhunderts. Hier flossen die prägenden Strömungen der europäischen Avantgarde wie in einem Schmelztiegel zusammen. Zu einem Mythos stilisiert, wurde das Bauhaus aber auch zum Inbegriff des modernen Design-Klischees. Die Ausstellung gibt eine umfassende Übersicht über den Design-Begriff des Bauhauses. Sie präsentiert eine Vielzahl seltener, teilweise nie gezeigter Exponate, dokumentiert aber auch die dahinter stehenden Entwicklungsprozesse und Gesellschaftsentwürfe. Zugleich konfrontiert sie die Bauhaus-Idee mit den aktuellen Entwicklungen im Design und mit den Werken zahlreicher Künstler der Gegenwart – aus dieser zeitgenössischen Perspektive betrachtet, offenbart das Bauhaus neue Facetten und eine überragende Aktualität. Mit ihren Werken in der Ausstellung vertreten sind Künstler und Designer wie Marianne Brandt, Marcel Breuer, Ronan & Erwan Bouroullec, Lyonel Feininger, Joseph Grima, Walter Gropius, Olaf Nicolai, Oskar Schlemmer und viele mehr.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle, Bonn, und des Vitra Design Museums, Weil am Rhein

Parkomanie
Die Gartenlandschaften
des Fürsten Pückler

AUSSTELLUNG UND GARTEN
14. Mai bis 18. September 2016

Die Gärten Europas waren schon immer Orte ausgedehnten Müßiggangs und purer Freude am Leben im Freien. Als komplexe Gesamtkunstwerke definieren sie die Schnittstelle zwischen Natur und Kultur. Diesem Ansatz folgte auch Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871): Der exzentrische Lebemann, passionierte Weltreisende und Literat wird heute vor allem als genialer Gartenkünstler wiederentdeckt. Seine nach englischen Vorbildern angelegten Landschaftsparks in Bad Muskau/Łęknica, Babelsberg und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Diese drei Parks stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die das Leben und Werk des Fürsten Pückler nachzeichnet. Parallel dazu wird auf dem Dach der Bundeskunsthalle ein Gartenreich entstehen, dessen Gestaltungsprinzipien die Ideen Pücklers aufgreifen.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ sowie dem Nationalen Institut für Kulturelles Erbe der Republik Polen.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Monika Grütters MdB, und des Ministers für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen, Prof. Dr. Piotr Gliñski.

Juergen Teller
Enjoy Your Life!

10. Juni bis 25. September 2016

Juergen Teller zählt weltweit zu den gefragtesten Fotografen der Gegenwart und seine Arbeiten bewegen sich permanent an der Schnittstelle zwischen Kunst und kommerzieller Fotografie. Sein Stilmittel ist das Porträt: In den Bereichen Musik, Fashion, VIPs, Alltag und Landschaft gelingt es ihm, mit einem sehr eigenen Gespür für Personen, Situationen, Milieus und Klischees unmittelbare, manchmal scheinbar einfache Bildkompositionen zu schaffen, die die Idee einer nicht perfekten Schönheit in den Vordergrund stellen. In bewusster Distanz zum Glamour in der Mode- und People-Fotografie setzt Teller in Modekampagnen für namhafte Label Schauspieler, Supermodels, Popstars oder andere Prominente in neue, teils irritierende visuelle Zusammenhänge und enthebt die Darstellung damit dem gängigen Abbildungskodex. Andere Werkgruppen sind autobiographisch geprägt und zeigen als subjektive Dokumentationen die Auseinandersetzung mit seiner Jugend und Heimat – sie sind direkt, ehrlich, manchmal humorvoll und immer berührend. Und auch die ungeschönte Selbstinszenierung gehört zum Konzept des Fotografen, der damit zusätzlich das Medium Fotografie als Spiegel der Gesellschaft reflektiert und dessen Medienwirksamkeit untersucht. Seit über 30 Jahren ist Tellers ehrlicher, manchmal unschuldiger, aber immer neugieriger, offener, toleranter und unverstellter Blick auf das Motiv ein Garant für seine substanzielle Fotografie.

Der Rhein
Eine europäische Flussbiografie

9. September 2016 bis 22. Januar 2017

Der Rhein ist eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt. Seit Jahrtausenden befördert er Kohle, Baumaterial und Menschen, aber auch Luxusgüter und Kunstschätze, Waffen, Ideen, Märchen und Mythen durch halb Europa. Beeindruckende Städte, Klöster und Kathedralen, aber auch Ballungsräume und Industrieansiedlungen säumen den Strom. Er ist und war Grenze und verbindendes Element gleichermaßen und prägt bis heute die Menschen, die sich an seinen Ufern niedergelassen haben. Seit römischer Zeit war der Rhein mit wechselnden Fronten zwischen feindlichen Parteien Pforte, Festung und Grenze, Brücke und Furt. Er wurde reguliert, begradigt, verschmutzt, umkämpft, erobert und besetzt. Die Ausstellung folgt der kulturpolitischen Botschaft der am Rhein entstandenen EU zu grenzüberschreitender Kooperation seiner anliegenden Staaten. Sie begleitet den Rhein von seinen Quellen bis zum Rhein-Maas-Schelde-Delta und erzählt von folgenreichen und teils dramatischen Ereignissen aus über 2000 Jahren Kulturgeschichte.  

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle in Kooperation mit dem LVR-LandesMuseum Bonn
Das LVR-LandesMuseum Bonn präsentiert zeitgleich die Ausstellung bilderstrom. Der Rhein und die Fotografie 2016 - 1853

Touchdown
Eine Ausstellung mit und über Menschen
mit Down-Syndrom

29. Oktober 2016 bis 12. Februar 2017

Die Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom begibt sich – als erste ihrer Art – auf eine kulturhistorische und experimentelle Spurensuche in unsere Vergangenheit und Gegenwart. Sie erzählt eine komplexe Beziehungsgeschichte. Sie beschreibt, wie Menschen lebten, leben und leben möchten – Menschen mit und ohne Down-Syndrom.
Aktiv von Menschen mit Down-Syndrom mit erarbeitet und vermittelt – als Experten in eigener Sache –, umfasst sie wissenschaftliche und künstlerische Exponate aus Archäologie, Zeitgeschichte, Genetik, Medizin, Soziologie, Literatur, Film, Theater und bildender Kunst. In ihrer inhaltlichen Tiefe und lebendigen Vielstimmigkeit will die Ausstellung – statt fertiger Antworten – vor allem einen Beitrag zu einer nachhaltig klügeren Debatte um gesellschaftliche Vielfalt und Teilhabe leisten.

Eine Kooperation mit dem Forschungsprojekt TOUCHDOWN 21

Gregor Schneider
Wand vor Wand

2. Dezember 2016 bis 19. Februar 2017

Gregor Schneider, geboren 1969, ist ein international bedeutender, radikaler Künstler, dessen Arbeiten regelmäßig zu intensiven, aber auch kontroversen Auseinandersetzungen führen. In unterschiedlichen Medien hat er ein komplexes Œuvre geschaffen, das die Qualität eines groß angelegten Mythos hat, der die neuere Geschichte Deutschlands mit den Un-Orten der persönlichen Existenz überkreuzt. Mitte der 1980er-Jahre begann er, in vorhandene Räume die gleichen Räume noch einmal einzubauen. Seine räumlichen Konstruktionen machen vertraute Orte zu einer unheimlichen Erfahrung. Damit wird für die Besucher das Erfahren von Raum zu einer körperlich und geistig intensiven Begegnung. Für die Ausstellung in der Bundeskunsthalle entwirft Schneider einen Ausstellungsparcours seiner wichtigsten Werke: Einzelnen Malereien (1982–1985) und der Dokumentation früher Aktionen (1984–1985) schließen sich vollständige, aus Haus u r ausgebaute Räume und neuere Arbeiten mit kulturell und geschichtlich bedeutsamen Gebäuden sowie Filme, verdoppelte Skulpturen und mit Personen inszenierte Situationen an.

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Claude MonetIm Boot, 1887, Öl auf Leinwand© The National Museum of Western Art, Tokyo, Matsukata CollectionIm Boot, 1887, Öl auf Leinwand © The National Museum of Western Art, Tokyo, Matsukata Collection
  2. Johann Ludwig Bleuler, Der Rheinfall von Schaffhausen (Ausschnitt), um 1835, Sturzenegger-Stiftung, Schaffhausen© Foto: Museum zu Allerheiligen, SchaffhausenJohann Ludwig Bleuler, Der Rheinfall von Schaffhausen (Ausschnitt), um 1835, Sturzenegger-Stiftung, Schaffhausen © Foto: Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen
  3. Muskau, Pleasureground am Bad (Ausschnitt), aus: Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Andeutungen über Landschaftsgätnerei, 1834© Stiftung „Fürst Pückler-Park Bad Muskau“
  4. Ludwig Hirschfeld-Mack, Optischer Farbmischer, Ø 7 cm, / Scheiben (Ausschnitt)© Naef, Foto: Heiko HilligLudwig Hirschfeld-Mack, Optischer Farbmischer, Ø 7 cm, / Scheiben (Ausschnitt) © Naef, Foto: Heiko Hillig
  5. Soso Dumbadze, Videostill aus Die Parallele, 2015© Soso Dumbadze
  6. Isa Genzken, ‘Rose’, 1993, Baden-Baden, Park der Villa Schriever,realisiert,Modell, 2015, Maßstab 1:50,Kunststoff, Acrylfarbe, Holz,165 x 50 x 70 cm, Courtesy Galerie Buchholz Cologne/Berlin/New York© VG Bild-Kunst, Bonn 2016Isa Genzken, ‘Rose’, 1993, Baden-Baden, Park der Villa Schriever,realisiert,Modell, 2015, Maßstab 1:50,Kunststoff, Acrylfarbe, Holz,165 x 50 x 70 cm, Courtesy Galerie Buchholz Cologne/Berlin/New York © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
  7. Jochen Viehoff, Pina Bausch tanzt ein Solo in Danzón (Ausschnitt), Fotografie© Foto: Jochen ViehoffJochen Viehoff, Pina Bausch tanzt ein Solo in Danzón (Ausschnitt), Fotografie © Foto: Jochen Viehoff
  8. Johanna von Schönfeld, 2013, Ohrenkuss- Ausgabe „Superkräfte“© Martin Langhorst (www.lichtbilderlanghorst.de)
  9. Juergen Teller, FC Bayern Munich No.17, China 2015© Juergen TellerJuergen Teller, FC Bayern Munich No.17, China 2015 © Juergen Teller
  10. Gregor Schneider, TOTES HAUS u r, Deutscher Pavillon, 49. Biennale Venedig, Italien 2001© Gregor Schneider/VG Bild-Kunst, Bonn 2016Gregor Schneider, TOTES HAUS u r, Deutscher Pavillon, 49. Biennale Venedig, Italien 2001, © Gregor Schneider/VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

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(und an allen Feiertagen, auch denen,
die auf einen Montag fallen)