AUSSTELLUNGEN
AUF DEN SPUREN DER IROKESEN
22. März bis 4. August 2013
Gefürchtete Krieger und begnadete Diplomaten – die Irokesen, ursprünglich beheimatet im heutigen US-Staat New York, hielten im 17. und 18. Jahrhundert die kolonialen Armeen Europas in Atem. Gleichzeitig inspirierte ihr Zusammenschluss zu einer einflussreichen Stammesliga die europäische Geistesgeschichte. Die gesellschaftliche Gleichstellung ihrer Frauen gab der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts wichtige Impulse, im 20. Jahrhundert wurde ihre Haartracht zum Symbol der Punk-Kultur. Wer aber waren und sind die Irokesen? Mit einzigartigen Leihgaben aus den USA, Kanada sowie zahlreichen Museen Europas begibt sich die Ausstellung zum ersten Mal auf eine umfassende Spurensuche durch die Jahrhunderte. Historische Gemälde und Zeichnungen, kostbare ethnografische Stücke und herausragende Beispiele irokesischer Gegenwartskunst erzählen ihre wechselvolle Geschichte, geprägt von Krieg, Handel, christlicher Missionierung, Landverlust und Isolation auf Reservationen. Thema ist jedoch auch das Wiedererstarken ihrer kulturellen Identität im 20. und 21. Jahrhundert.
Das irokesische Langhaus
22. März bis Ende Oktober 2013
Begleitend zur Ausstellung Auf den Spuren der Irokesen entsteht auf dem Bonner Museumsplatz ein großes irokesisches Langhaus. Das traditionelle Wohnhaus der Irokesen ist zugleich Symbol ihrer Stammesliga, denn nicht umsonst nennen sie sich selbst Haudenosaunee, „die Menschen des Langhauses“.
Das Langhaus ist umgeben von einer Gartenlandschaft. Neben der White Pine, dem Baum des Friedens, unter dem die Irokesen bei der Gründung ihrer Liga das sprichwörtlich gewordene Kriegsbeil begruben, zeigt ein schildkrötenförmiges Beet eine Fülle von Heil- und Ritualpflanzen des nordamerikanischen Waldlandes. Ein spannendes Rahmenprogramm macht die ursprüngliche Lebensweise der Irokesen erlebbar.
ATLAS 2013
Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus. 21. Bundeswettbewerb
3. Mai bis 2. Juni 2013
Alle zwei Jahre präsentiert die Bundeskunsthalle Arbeiten von Studierenden aller 24 Kunsthochschulen Deutschlands. Jede Kunsthochschule entsendet zwei Studierende zur Ausstellung. Aus den insgesamt 48 Positionen ermittelt eine unabhängige dreiköpfige Jury die Preisträgerinnen und Preisträger. Vergeben werden Geldpreise im Wert von insgesamt 20.000 € und zwei Arbeitsstipendien. 2013 wird der Wettbewerb zum 21. Mal durchgeführt. Sein Ziel ist die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. Die Gestaltung von Katalog, Plakat und Internetauftritt übernimmt jeweils eine der beteiligten Hochschulen. Für den kommenden Wettbewerb ist die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig dafür verantwortlich.
Der Wettbewerb „Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus“ besteht seit 1983 und wird seit 1994 in der Bundeskunsthalle ausgetragen. Er wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Deutschen Studentenwerk in Zusammenarbeit mit der Bundeskunsthalle organisiert.
Artists against AIDS
Donnerstag, 2. Mai, 18 Uhr Ausstellungseröffnung
Mittwoch, 15. Mai, 19 Uhr Auktion
Die Deutsche AIDS-Stiftung veranstaltet am 15. Mai 2013 bereits zum dritten Mal die Auktion „Artists against Aids“ in den Räumen der Bundeskunsthalle. Dazu haben gut 50 Künstler und Künstlerinnen ihre Werke gespendet. Alle Kunstspenden werden vor der Auktion, in der Zeit vom 3. bis zum 15. Mai, in der Ostgalerie der Bundeskunsthalle zu sehen sein. Kuratorin ist Heike Munder vom Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich. Wie auch 2012 hat die Schauspielerin Hannelore Elsner die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen.
Weitere Informationen und alle Arbeiten finden Sie unter: www.artists-against-aids.de
Der Eintritt ist frei.
ECHORAUM IX
»AUFLAUF DER FASSADEN«
17. Mai bis 6. Oktober 2013
Die Ausstellung vereint künstlerische Positionen, die um das Thema der Aneignung von Raum und Architektur kreisen. Die Arbeiten fressen sich in Wände, verflüssigen Gemäuer, schneiden Fassaden auf und besetzen, zumindest für den Moment, die Kellerräume der Bundeskunsthalle in Bonn. Das wechselseitige Wirken des handelnden Menschen auf die Architektur lässt die Gegensätze von Gestein und Beweglichkeit aufeinanderprallen.
ECHORAUM ist eine Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland mit verschiedenen internationalen Kunsthochschulen, die jeweils im Zwei-Jahres-Rhythmus wechselt. Im Ausstellungsbereich des Untergeschosses stellen Studenten und Absolventen der Hochschulen ihre Projekte im Sinne eines Experimentallabors vor. »Auflauf der Fassaden« ist die dritte Ausstellung, die ab 17. Mai in Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) stattfindet.
Kleopatra
Die ewige Diva
28. Juni bis 6. Oktober 2013
Kaum eine historische Persönlichkeit wird in der Öffentlichkeit so kontrovers wahrgenommen wie Kleopatra VII., Ägyptens letzte Herrscherin (69–30 v. Chr.). Ihre Schönheit ist legendär. Sie gilt als hochgebildet und verführerisch, machtbewusst und durchtrieben, unberechenbar und mutig. Ihr bewegtes Leben und ihre schillernde Persönlichkeit inspirieren bis heute zahlreiche Schriftsteller, Maler und Musiker. Seit über 2000 Jahren erschafft jede Epoche ihr unverwechselbares Kleopatra-Bild. Es hinterfragt nicht nur die unterschiedlichen Weiblichkeitsmodelle, sondern auch die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Anliegen ihrer Entstehungszeit. Diese erstaunliche Tatsache bietet den Ausgangspunkt für unsere interdisziplinär angelegte Ausstellung. Sie zeigt die vielen Gesichter der Kleopatra von der Antike bis in die aktuelle Popkultur. Herausragende Werke der Skulptur, Malerei, Fotografie, Film- und Videokunst verlocken den Betrachter zu einer Spurensuche in Zeit und Raum, die auch Fragen nach der eigenen Identität aufwirft.
Kleopatra – Der orientalische Garten
auf dem Dach der Bundeskunsthalle
17. Mai bis 6. Oktober 2013
Parallel zur Ausstellung „Kleopatra. Die ewige Diva“
Die Gartenkunst, die sich im Verlauf der Jahrtausende immer mehr zu einem „Gesamtkunstwerk“ aus Natur und Kultur entwickelte, gehört zu den ältesten Kunstgattungen. Unter der Herrschaft der Ptolemäer-Dynastie, deren Ende durch den dramatischen Tod Kleopatras VII. (69 bis 30 v. Chr.) besiegelt wurde, waren die königlichen Gartenanlagen von Alexandria ein unverzichtbarer Bestandteil des prachtvollen Palastkomplexes.
Anlässlich der Ausstellung Kleopatra. Die ewige Diva wird auf dem Dach der Bundeskunsthalle ein orientalischer Garten entstehen, der die wesentlichen Elemente der Gartenkultur am Nil aufgreift. Dieser Ansatz manifestiert sich vor allem in der starken Verbindung von Architektur und Natur unter Berücksichtigung der typischen axialen Ausrichtung der baulichen Elemente, der Hervorhebung des rechten Winkels und einer geraden Linienführung in der Gestaltung.
John Bock
Im Modder der Summenmutation
3. Oktober 2013 bis 12. Januar 2014
Das Filmset wird zum Live-Making-of. Bühnenlichter werden zu Suchscheinwerfern. Ein Stummfilm transportiert die Symbiose vom analogen 3-D-Film inklusive Dufteffekt. Die winzige Wimper eines Filmstars wird zum heiligen Exponat einer Ausstellung, bei der alles mutiert. Alles kommt in dieser Ausstellung zusammen – und alles verändert sich. Im Modder der Summenmutation ist eine Fusion der wichtigsten Stränge in John Bocks Kunstschaffen. Im Zentrum der Ausstellung steht ein Filmset, in dem die neuste Filmproduktion des Künstlers gedreht wird. Später wird dieser Film in der Ausstellung gezeigt, sodass die Besucher sowohl Zeugen der Produktion als auch Zuschauer des fertiggestellten Ergebnisses werden können. Aber auch die Aktionen und Lectures, für die John Bock bekannt ist, spiegeln sich in dieser „Summenmutation“: Im Sinne eines Re-enactments werden einige seiner Vorträge und Filme von verschiedenen Darstellern in neuer Form zu Wiederaufführung gebracht.
1914
Die Avantgarden im Kampf
8. November 2013 bis 23. Februar 2014
Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts". 70 Millionen Soldaten standen in Europa, Afrika, Asien und auf den Weltmeeren unter Waffen, 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Die prägenden Jahre von 1914 bis 1918 waren Endpunkt und Neubeginn zugleich. Mitten in den Auseinandersetzungen kämpften auch die Künstler, und die Ereignisse hinterließen in ihren Werken deutliche Spuren. Während vor dem Krieg die europäischen Avantgarden einen engen Austausch untereinander pflegten, zerstörte der große Krieg dieses fruchtbare Zusammenspiel auf brutale Weise. Bei Kriegsende waren die Weichen für die richtungsweisenden Strömungen des 20. Jahrhunderts gestellt. Die Ausstellung präsentiert die künstlerischen Aktivitäten dieser dramatischen Zeit anhand herausragender Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von Beckmann, Dix, Kandinsky, Kirchner, Klee, Lehmbruck, Macke, Malewitsch, Marc, Picasso, Schiele und weiteren Künstlern.
Florenz!
22. November 2013 bis 9. März 2014
Florenz fasziniert seit jeher durch sein reichhaltiges Kulturerbe. Philosophen, Schriftsteller, Architekten, Ingenieure, Maler und Bildhauer haben in der Stadt am Arno über Jahrhunderte unzählige Meisterwerke geschaffen. Florenz, das ist die Stadt von Dante und Boccaccio, von Donatello und Michelangelo, von Amerigo Vespucci und Machiavelli und die Heimat der Medici.
Die Ausstellung geht dieser Faszination nach, indem sie – zum ersten Mal in Deutschland – der toskanischen Hauptstadt und dem „wunderbaren florentinischen Geist“ (Jacob Burckhardt) eine umfangreiche Präsentation widmet. Sie zeichnet das Porträt der Stadt über eine Zeitspanne von fast 700 Jahren: von der Wirtschaftsmacht des Mittelalters über die Wiege der Renaissance bis zur Bedeutung als intellektuelles und kosmopolitisches Zentrum im 19. Jahrhundert.
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit der Soprintendenza Speciale per il Patrimonio Storico, Artistico ed Etnoantropologico e per il Polo Museale della città di Firenze und mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut.
Villa Romana 1905–2013
22. November 2013 bis 9. März 2014
Die Villa Romana in Florenz ist ein Ort der zeitgenössischen, künstlerischen Produktion und des internationalen Austauschs. Nur zehn Minuten vom Florentiner Stadtzentrum entfernt, vereint sie die Ruhe einer neoklassizistischen Villa im Grünen mit der urbanen Realität einer Großstadt.
Kernaufgabe der Villa Romana ist seit 1905 der Villa-Romana-Preis. Er wird jährlich an vier herausragende, in Deutschland lebende Künstler vergeben und ist mit einem Stipendium und einem zehnmonatigen Aufenthalt in Florenz verbunden. Oft wurde der Villa Romana-Preis am Beginn einer Karriere verliehen und hat so moderne Kunstgeschichte mit geschrieben.
Mit Ausstellungen, der Zuladung von internationalen Gastkünstlern und einem breiten Spektrum an Veranstaltungen betreibt die Villa Romana den Dialog mit Produzenten und Publikum, platziert sich im internationalen künstlerischen Kontext und fördert die Kommunikation mit den Kulturen des Mittelmeerraums.
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Verein Villa Romana e.V.
Tell Halaf
Die Welt der Aramäer (Arbeitstitel)
30. April bis 10. August 2014
1899 entdeckte der Kölner Bankierssohn, Diplomat und Forschungsreisende Max Freiherr von Oppenheim (1860–1946) einen aramäischen Fürstensitz aus dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr., der zum ersten Mal das Habur-Gebiet an der heutigen syrisch-türkischen Grenze in den Blickpunkt der archäologischen Forschung rückte. Die Ausstellung lässt die lang vergangene Welt der Aramäer wiederauferstehen und präsentiert herausragende archäologische Funde, die bereits 2011 in Berlin Furore gemacht haben. Monumentale steinere Bildwerke, fantasiereiche Reliefs und kostbare Grabbeigaben aus Gold und Elfenbein zeigen den Reichtum des Palasts vom Tell Halaf und anderer aramäischer Fürstensitze. Die Ausstellung thematisiert am Beispiel Max von Oppenheims die Archäologie von der Kaiserszeit bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Die Geschichte der Funde vom Tell Halaf, die in einer Berliner Bombennacht des Jahres 1943 zerstört und rund 60 Jahre später wieder auf spektakuläre Weise restauriert werden konnten, erzählen nicht nur von einer 3000 Jahre alten Kultur, sondern sind auch zu einem bewegenden Zeugnis deutscher Zeitgeschichte geworden.












