AUSSTELLUNGEN

Outer space
Faszination Weltraum

3. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015

Seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort und Projektionsfläche  der forschenden Neugier. Wie ist das Universum entstanden? Woher kommen wir? Gibt es intelligente Zivilisationen auf anderen Planeten? Diese Fragen beschäftigen Philosophen und Naturwissenschaftler, Schriftsteller, Filmemacher und Künstler, Spinner und Visionäre gleichermaßen. Stets hat ein intensiver Austausch zwischen Kultur und Wissenschaft stattgefunden, naturwissenschaftliche und technologische Erkenntnisse sind in künstlerische Produktionen eingeflossen, und umgekehrt haben visionäre Ideen und Entwürfe den Wissenschaften wichtige Impulse gegeben. In der Tradition der großen interdisziplinären Ausstellungen untersucht die umfangreiche Schau diese Schnittstellen in 12 assoziativ gestalteten Kapiteln und schlägt einen Bogen von Objekten aus der Raumfahrt, wissenschaftlichen Exponaten und Science-Fiction bis hin zu Positionen der Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart.
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Zur Ausstellung OUTER SPACE. FASZINATION WELTRAUM

TARGETS
Fotografien von Herlinde Koelbl

31. Oktober 2014 bis 11. Januar 2015

Herlinde Koelbl gehört zu den renommiertesten Fotografinnen unserer Zeit. In ihrem neuen, international angelegten Kunstprojekt TARGETS beschäftigt sie sich mit militärischer Ausbildung und den kulturellen Unterschieden, die sich in den jeweils landestypischen Schießzielen widerspiegeln.
Der außergewöhnliche Fokus der Arbeit liegt auf den Schießzielen, an denen Männer und Frauen zu Soldaten und Soldatinnen ausgebildet und auf den Krieg vorbereitet werden. Herlinde Koelbl bereiste dafür Truppenübungsplätze u.a. in den USA, China, Russland, der Mongolei, Brasilien, Äthiopien, Norwegen und der Schweiz. In einem Zeitraum von sechs Jahren in fast 30 Ländern sind Fotografien zerfetzter menschlicher Silhouetten aus Pappe, von Schüssen durchlöcherter Plastikpuppen oder von Patronen durchsiebter Metallplatten entstanden. Die Aufnahmen werden ergänzt von Video- und Sound-Installationen und Porträts von Soldaten. Zitate aus Interviews geben einen persönlichen Einblick in die Situation der Soldaten auf den Übungsplätzen und in Kampfeinsätzen.
Das Projekt wurde gefördert durch die Körber-Stiftung.
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum, Berlin

Zur Ausstellung TARGETS. FOTOGRAFIEN VON HERLINDE KOELBL

Der Göttliche
Hommage an Michelangelo

Raffael · Rubens · Rodin · Cézanne · Struth
6. Februar bis 25. Mai 2015

Die Ausstellung erzählt von der immensen Wirkung Michelangelo Buonarrotis (1475–1564) auf die europäische Kunst seit der Renaissance bis heute. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Arbeiten bedeutender Künstler aus fünf Jahrhunderten, die in einen schöpferischen Dialog mit den Werken und den künstlerischen Prinzipien des Florentiners getreten sind. In der Rezeption Michelangelos durch so wichtige Künstler wie Raffael, Carracci, Allori, Pontormo, Giambologna, Rubens, Füssli, Delacroix, Rodin, Cézanne oder Mapplethorpe werden das Potenzial seiner Kunst und ihre Aktualität greifbar.
Die anhaltende Nachwirkung des Werkes Michelangelos liegt vor allem in seiner Rhetorik des Körpers begründet. Sie hat ein Repertoire an mustergültigen Ausdrucksformen für das Stehen, Liegen, Sitzen, Kämpfen oder für Affekte wie Trauer, Liebe, Leid hervorgebracht. Die künstlerischen Interpretationen reichen dabei von Nachahmung und Hommage bis zu konzeptioneller Auseinandersetzung und kritischer Distanzierung.
Michelangelos Werk ist in der Ausstellung mit Abgüssen, Kopien und Fotografien vertreten. Zusammen mit Gemälden, Drucken und Zeichnungen „nach“ Michelangelo dokumentieren diese Arbeiten die medialen Voraussetzungen, die eine ununterbrochene Auseinandersetzung mit dem über die Jahrhunderte als maßstabsetzend geltenden Künstler möglich gemacht haben.

Petrit Halilaj

6. März bis 18. Oktober 2015

Petrit Halilaj (geb. 1986) ist ein Künstler, der sich in seinem Werk auf eine biographische und geschichtliche Spurensuche begibt: Bilder der persönlichen Erinnerung werden zitiert und als Quelle für spätere Arbeiten genutzt, indem sie in die heutige Zeit und Realität und damit in einen neuen Kontext übersetzt werden. Halilaj betreibt eine Spurensicherung, die stellvertretend ist. In vielen seiner Installationen arbeitet er seine durch den Kosovokrieg (1998/1999) geprägte Biografie auf und macht diese zu einem universellen Beispiel für die Suche nach Identität, das Wachhalten von Erinnerung und für die Beschäftigung mit dem Begriff Heimat. Halilaj verwendet in seinen Arbeiten meist einfache Materialien wie Erde, Stroh, Holz, Beton, Steine oder Trümmer seines zerstörten Elternhauses, aber auch aufgespürtes Archivmaterial, zum Beispiel aus dem zerstörten Museum für Naturkunde im Kosovo, um diese permanente Auseinandersetzung sichtbar zu machen. Seine Präsentationen sind präzise konzipierte Erzählungen, die den Betrachter berühren, ohne nostalgisch oder rührselig zu sein.

Karl Lagerfeld. Modemethode

27. März bis 13. September 2015

Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeists. Mit der Ausstellung Karl Lagerfeld. Modemethode beleuchtet die Bundeskunsthalle erstmals und umfassend den Modekosmos des Ausnahmedesigners und erzählt auf diese Weise ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Karl Lagerfeld ist dafür bekannt, klassische Formen zeitgemäß zu erneuern und der Mode neue Impulse zu geben. Über eine Zeitspanne von nunmehr 60 Jahren zeugen seine Kreationen von einem außergewöhnlichen Gespür für das Lebensgefühl und die Strömungen der jeweiligen Zeit – ob in Haute couture und Prêt-à-porter für die Luxusmodehäuser Balmain, Patou, Fendi, Chloé, Karl Lagerfeld und Chanel oder der erschwinglichen Kollektion der Marke H&M.
Als Genie der Mode gilt Karl Lagerfeld nicht nur, weil er Klassiker wie das Chanel-Kostüm durch unkonventionelles Design stetig erneuert und sich seit Jahrzehnten als Modeschöpfer fortwährend neu erfindet. Sein Prinzip, die „Modemethode“, ist eine Gesamtkonzeption: Von den ersten Entwurfsskizzen bis zum fertigen Kleidungsstück, von den Accessoires über die Architekturkulisse und Musik der Modenschau bis zu den Fotos und dem Grafik-Design für Presse, Katalog, Werbung und Schaufensterdekoration entstammt jedes Detail dem Kopf und der Hand des Designers selbst.

22. Bundeswettbewerb
Kunststudenteninnen und Kunststudenten stellen aus

17. April bis 17. Mai 2015

Alle zwei Jahre treten die 24 deutschen Kunsthochschulen zum Bundeswettbewerb Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus an. Sie schicken jeweils zwei ihrer besten Studierenden in dieses einzigartige Rennen um die begehrten Geldpreise. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. Sie erhalten Gelegenheit, ihre Werke außerhalb der Akademieräume unter professionellen Bedingungen zu zeigen. Für die meisten ist es das erste Mal, dass ihre Arbeiten in musealen Räumen ausgestellt und von der Kunstkritik unter die Lupe genommen werden. Die Ausstellung gibt einen repräsentativen Überblick über die künstlerische Ausbildung in der Bundesrepublik und ist eine großartige Gelegenheit, sich umfassend mit den Positionen der jüngsten Künstlergeneration auseinanderzusetzen.
Der Wettbewerb wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und organisiert vom Deutschen Studentenwerk.

Ärger im Paradies

24. April bis 25. Oktober 2015
auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Zehn zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler verwandeln das Dach der Bundeskunsthalle in eine abwechslungsreiche, aufregende Gartenlandschaft: Skulpturen, geheime Räume, Pflanzen, Installationen und eine Lounge laden zum Verweilen, Benutzen und Genießen ein. Die Künstler nutzen den Raum, setzen sich mit ihm auseinander und bespielen ihn individuell. Fragen nach öffentlichem und privatem Raum, räumlicher Inbesitznahme, Landschaft und Grenzen werden gestellt und Methoden der Verfremdung, Irritation und Zerstörung visualisiert. Die Veränderung der Natur durch zivilisatorische Eingriffe, aber auch durch Krieg und Naturgewalten wird zum Thema, ebenso die Symbiose von Kultur und Natur als Balance-Akt zwischen Mensch und Umwelt. Der Garten steht symbolisch für die Kultivierung und Gestaltung von Natur, für die Zähmung wilden Wuchses und für die urbane Sehnsucht nach bepflanzter Idylle. Botanische Gärten, Parkanlagen und sogar Obst- und Gemüseanbau im öffentlichen Raum sind zentrale Elemente moderner Städteplanung. Die neugestaltete Landschaft auf dem Dach schafft Raum, um über traditionelle und zeitgenössische Formen und Ansätze nachzudenken.

Hanne Darboven
Zeitgeschichten

11. September 2015 bis 17. Januar 2016

Hanne Darboven (1941–2009) entwarf als wachsame Beobachterin des politischen Geschehens ihrer Zeit sowie der Entwicklung unserer Kultur und Gesellschaft im Laufe der Jahre umfangreiche Werke, die als schlichte Kommentare zu Tagesereignissen, aber auch als Hommage an Dichter, Philosophen, Wissenschaftler, Politiker und Künstler zu lesen sind. Die Verknüpfung von Kunst und Politik sowie die Verbindung der einzelnen Ausdrucksformen – wie Literatur, bildende Kunst, Film und Musik – bestimmen die Themen ihrer ‚Erinnerungsarbeit‘ und zeithistorischen Chronik. Die Ästhetik ihrer seriellen Werke setzt nach wie vor Maßstäbe. Die Retrospektive in Bonn und München präsentiert mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten die große Vielfalt ihrer charakteristischen seriellen Schreibarbeiten und ihr objektkünstlerisches Werk; Materialien aus dem geräumigen Atelier- und Wohnhaus – ein enzyklopädisch anmutendes Archiv der Dinge – machen den gedanklichen Kosmos der Künstlerin nachvollziehbar.
Eine Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, und dem Haus der Kunst, München mit der Hanne Darboven Stiftung, Hamburg.

Japans Liebe zum Impressionismus
von Monet bis Renoir

9. Oktober 2015 bis 21. Februar 2016

Erstmalig präsentiert die Bundeskunsthalle die bedeutendsten Sammlungen der frühen Moderne aus Japan. Im Zentrum stehen dem europäischen Publikum bisher verborgene hervorragende Meisterwerke der französischen Impressionisten und Postimpressionisten, u. a. von Monet, Manet, Gauguin, Pissarro, Cézanne, Signac und Bonnard. Hinzu kommen eindrucksvolle Werke japanischer Maler vor 1920, die die moderne, westlich inspirierte japanische Kunst begründeten. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des wechselseitigen künstlerischen Einflusses zwischen Japan und Europa aus einer neuen Perspektive. Nach dem Eintritt Japans in den internationalen Handel 1855 fand auch die Öffnung im Kunstbereich statt. Zunächst entdeckten europäische Künstler die japanischen Holzschnitte, doch begannen schon am Ende des 19. Jahrhunderts auch japanische Sammler damit, hochrangige impressionistische Sammlungen aufzubauen. Ausgangspunkt dieser Entwicklung war die heute im National Museum of Western Art in Tokio gezeigte Sammlung des Industriellen Kojiro Matsukata (1865–1950), der eng mit Claude Monet befreundet war. Bis heute entstanden – ausgelöst durch den Wirtschaftsboom in Japan – weitere exquisite Kollektionen, die in namhaften öffentlichen und privaten Museen gezeigt werden. Ziel der Ausstellung ist es, diese Sammlungen in Europa erstmals vorzustellen. Sie veranschaulicht darüber hinaus, warum die frühe Moderne gerade in Japan eine solch überwältigende Resonanz gefunden hat.

Mitten im Ozean
Die Kunst der Fidschi-Inseln

6. November 2015 bis 6. März 2016

Mit einer Fülle von dramatisch-schönen Kunstwerken entführt die Ausstellung auf eine Reise zu den Fidschi-Inseln und erzählt ihre Geschichte bis in die Gegenwart. Fidschi war schon seit jeher eine durch dynamischen kulturellen Austausch geprägte Inselgruppe der Südsee. Bereits zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. reisten die Bewohner Fidschis in ihren Segelbooten durch die weitläufige Inselwelt Polynesiens bis nach Tonga und Samoa. War Fidschi im 18. Jahrhundert noch weitestgehend unberührt, so trafen im 19. Jahrhundert auch dort die Europäer ein und brachten neue Technologien und eine neue Religion, das Christentum. Trotz massiver Veränderungen konnten die Bewohner der Fidschi-Inseln viele ihrer eigenen Traditionen bewahren. Noch heute stellen Holzschnitzer und Textilkünstler nach altem Vorbild Segelboote, zeremonielle Kavaschalen und riesige, aufwendig dekorierte Rindenbaststoffe her, die zum Beispiel bei traditionellen Hochzeiten und Trauerfeiern Verwendung finden. Gleichzeitig produziert heute eine lebendige pazifische Modeszene aus Rindenbaststoffen Ballroben und Hochzeitskleider, die auch in Europa Furore machen.
Die Ausstellung schreibt zum ersten Mal eine in den historischen Kontext eingebettete und zugleich sinnlich erfahrbare Kunstgeschichte der Fidschi-Inseln. Zu den Leihgaben aus namhaften Museen Europas, der Vereinigten Staaten, Neuseelands und der Fidschi-Inseln zählen seltene Skulpturen des 18. Jahrhunderts, fantasievoller Schmuck sowie eindrucksvolle Textilien und Waffen aus dem 19. Jahrhundert ebenso wie die aufregenden Kreationen junger pazifischer Modemacher. Darüber hinaus wird ein eigens für diese Ausstellung auf den Fidschi-Inseln gebautes, 8 Meter langes Doppelrumpfkanu präsentiert.
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Kooperation mit dem Musée d'ethnographie, Genf, und dem Sainsbury Centre for Visual Arts, Norwich

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. 1: Der Astronaut Ed White bei dem ersten Weltraumspaziergang eines Amerikaners, während der Gemini 4 Mission am 3. Juni, 1965, Foto: NASA,
  2. 2: Herlinde Koelbl, Libanon (Ausschnitt), © Herlinde Koelbl,
  3. 3: Alessandro Allori, nach Michelangelo, Der Traum (Ausschnitt), um 1578, Florenz, Galleria degli Uffizi, © S.S.P.S.A.E. e per il Polo Museale della città di Firenze – Gabinetto Fotografico,
  4. 4: Petrit Halilaj, Poisoned by men in need of some love (Canis lupus) 2013, © Petrit Halilaj, courtesy Chert gallery, Berlin,
  5. 5: Karl Lagerfeld, Selbstportrait (Ausschnitt), © Karl Lagerfeld,
  6. 6: Blick in die Ausstellung Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus 2013, Foto: David Ertl, 2013 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland,
  7. 7: Vajiko Chachkhiani, The missing landscape, 2014, © Foto und courtesy: Vajiko Chachkhiani,
  8. 8: Atelier von Hanne Darboven – Dino Desk IX, Hanne Darboven Stiftung, Hamburg © Foto: Felix Krebs,
  9. 9: Claude Monet, Auf dem Boot (Ausschnitt), 1887, Öl auf Leinwand, © National Museum of Western Art, Tokio,
  10. 10: Halskette, Waseisei, Fidschi, 1875-80, gespaltene Walzähne, Pflanzenfaserschnur, © University of Cambridge Museum of Archaeology and Anthropology,

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Montags geschlossen
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(und an allen Feiertagen, auch denen,
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