AUSSTELLUNGEN

Der Göttliche
Hommage an Michelangelo

Raffael · Caravaggio · Rubens · Rodin · Cézanne · Struth
6. Februar bis 25. Mai 2015

Michelangelo, „der Göttliche“, war schon zu Lebzeiten eine Legende. Sein herausragendes Werk wird bis heute von Künstlern bewundert, nachgeahmt und interpretiert. Der über fünf Jahrhunderte andauernde Einfluss der Werke Michelangelos liegt vor allem in seiner virtuosen Darstellung des menschlichen Körpers begründet. Er schuf ein Repertoire an Ausdrucksformen, das bis heute als Maßstab gilt.
Die Ausstellung erzählt von der immensen Wirkung Michelangelos auf die europäische Kunst. Im Mittelpunkt stehen nicht die Werke Michelangelos, sondern  herausragende Skulpturen, Gemälde, Drucke und Zeichnungen von Künstlern wie Raffael, Giambologna, Caravaggio, Rubens, Delacroix, Rodin, Cézanne, Moore, Mapplethorpe oder Struth, die sich mit den Werken des Florentiners auseinandergesetzt haben. Sie stehen im Dialog mit den großen Schöpfungen Michelangelos – wie der David-Skulptur in Florenz oder den Fresken der Sixtinischen Kapelle im Vatikan –, die in der Ausstellung mit Abgüssen, Kopien und Fotografien vertreten sind. Die Interpretationen seiner Arbeiten bis in die zeitgenössische Kunst reichen von Nachahmung und Hommage bis zur kritischen Distanzierung und machen die ungebrochene Aktualität Michelangelos auf faszinierende Weise sichtbar.

Zur Ausstellung DER GÖTTLICHE. HOMMAGE AN MICHELANGELO

Petrit Halilaj
She, fully turning around, became terrestrial

6. März bis 18. Oktober 2015

Petrit Halilaj (geb. 1986) begibt sich in seinem Werk auf eine biografische und geschichtliche Spurensuche: Bilder der persönlichen Erinnerung werden zitiert und als Quelle für spätere Arbeiten genutzt, indem sie in die heutige Zeit und Realität und damit in einen neuen Kontext übersetzt werden. Halilaj betreibt eine Spurensicherung, die stellvertretend ist. In vielen seiner Installationen arbeitet er seine durch den Kosovokrieg (1998/99) geprägte Biografie auf und macht diese zu einem universellen Beispiel für die Suche nach Identität, das Wachhalten von Erinnerung und für die Beschäftigung mit dem Begriff Heimat.
Halilaj verwendet in seinen Arbeiten meist einfache Materialien wie Erde, Stroh, Holz, Beton, Steine oder die Trümmer seines zerstörten Elternhauses. Zudem aber auch aufgespürtes Archivmaterial, zum Beispiel aus dem zerstörten Naturhistorischen Museum in Pristina, Kosovo, um diese permanente Auseinandersetzung sichtbar zu machen.

Zur Ausstellung PETRIT HALILAJ. SHE, FULLY TURNING AROUND, BECAME TERRESTRIAL

Karl Lagerfeld. Modemethode

28. März bis 13. September 2015

Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeists. Mit der Ausstellung Karl Lagerfeld. Modemethode beleuchtet die Bundeskunsthalle erstmals und umfassend den Modekosmos des Ausnahmedesigners und erzählt auf diese Weise ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Karl Lagerfeld ist dafür bekannt, klassische Formen zeitgemäß zu erneuern und der Mode neue Impulse zu geben. Über eine Zeitspanne von nunmehr 60 Jahren zeugen seine Kreationen von einem außergewöhnlichen Gespür für das Lebensgefühl und die Strömungen der jeweiligen Zeit – ob in Haute couture und Prêt-à-porter für die Luxusmodehäuser Balmain, Patou, Fendi, Chloé, Karl Lagerfeld und Chanel oder der erschwinglichen Kollektion der Marke H&M.
Als Genie der Mode gilt Karl Lagerfeld nicht nur, weil er Klassiker wie das Chanel-Kostüm durch unkonventionelles Design stetig erneuert und sich seit Jahrzehnten als Modeschöpfer fortwährend neu erfindet. Sein Prinzip, die „Modemethode“, ist eine Gesamtkonzeption: Von den ersten Entwurfsskizzen bis zum fertigen Kleidungsstück, von den Accessoires über die Architekturkulisse und Musik der Modenschau bis zu den Fotos und dem Grafik-Design für Presse, Katalog, Werbung und Schaufensterdekoration entstammt jedes Detail dem Kopf und der Hand des Designers selbst.

22. Bundeswettbewerb
Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus

17. April bis 17. Mai 2015

Alle zwei Jahre treten die 24 deutschen Kunsthochschulen zum Bundeswettbewerb Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus an. Sie schicken jeweils zwei ihrer besten Studierenden in dieses einzigartige Rennen um die begehrten Geldpreise. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. Sie erhalten Gelegenheit, ihre Werke außerhalb der Akademieräume unter professionellen Bedingungen zu zeigen. Für die meisten ist es das erste Mal, dass ihre Arbeiten in musealen Räumen ausgestellt und von der Kunstkritik unter die Lupe genommen werden. Die Ausstellung gibt einen repräsentativen Überblick über die künstlerische Ausbildung in der Bundesrepublik und ist eine großartige Gelegenheit, sich umfassend mit den Positionen der jüngsten Künstlergeneration auseinanderzusetzen.
Der Wettbewerb wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und organisiert vom Deutschen Studentenwerk.

Ärger im Paradies

24. April bis 11. Oktober 2015
auf dem Dach der Bundeskunsthalle

Für den Sommer 2015 plant die Bundeskunsthalle erneut eine Ausstellung auf dem Dach: Fünfzehn zeitgenössische Künstler setzen sich mit den Themen „Garten“ und „Natur“ auseinander und erforschen auch die Gegensätzlichkeit von Natur und Kunst beziehungsweise von Natürlichkeit und Künstlichkeit. Der Garten steht symbolisch für die Kultivierung und Gestaltung von Natur, für die Zähmung wilden Wuchses und die urbane Sehnsucht nach bepflanzter Idylle. Seit dem 20. Jahrhundert ist der Garten auch ein zentrales Element moderner Städteplanung, sei es in Form von botanischen Gärten, Parkanlagen, kleineren Grünflächen im öffentlichen Raum und Naherholungsgebieten oder auch im privaten Bereich. Das Ausstellungsprojekt mit zeitgenössischer Kunst lässt auf dem Dach der Bundeskunsthalle eine heterogene Landschaft mit eigens von Künstlern gestalteten (Garten-)Räumen in situ, aber auch bereits existierenden Kunstwerken entstehen. Dabei ist sowohl der Raum, den sie einnehmen, als auch der Raum, der sie umgibt von Bedeutung. Themen wie öffentlicher und privater Raum, Landschaft und Grenzen, räumliche Inbesitznahmen sowie Begriffe wie Arkadien, hortus conclusus, Idylle oder Lustgarten werden ebenso reflektiert wie offensichtliche oder subtile Irritation, Zerstörung, Verfremdung, Umformung, Kontextverschiebung und Veränderung von Natur/Umgebung/Lebensräumen, sei es durch Naturgewalten, Krieg oder veränderte persönliche und gesellschaftliche Anliegen. 

Künstler: Michael Beutler, Vajiko Chachkhiani, Thea Djordjadze, Isa Genzken, Petrit Halilaj, Maria Loboda, Christian-Philipp Müller, Olaf Nicolai, Tobias Rehberger, Natascha Sadr Haghighian, Michael Sailstorfer, Tino Sehgal, Rirkrit Tiravanija, Alvaro Urbano, Ina Weber

Hanne Darboven
Zeitgeschichten

11. September 2015 bis 17. Januar 2016

Hanne Darboven (1941–2009) entwarf als wachsame Beobachterin des politischen Geschehens ihrer Zeit sowie der Entwicklung unserer Kultur und Gesellschaft im Laufe der Jahre umfangreiche Werke, die als schlichte Kommentare zu Tagesereignissen, aber auch als Hommage an Dichter, Philosophen, Wissenschaftler, Politiker und Künstler zu lesen sind. Die Verknüpfung von Kunst und Politik sowie die Verbindung der einzelnen Ausdrucksformen – wie Literatur, bildende Kunst, Film und Musik – bestimmen die Themen ihrer ‚Erinnerungsarbeit‘ und zeithistorischen Chronik. Die Ästhetik ihrer seriellen Werke setzt nach wie vor Maßstäbe. Die Retrospektive in Bonn und München präsentiert mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten die große Vielfalt ihrer charakteristischen seriellen Schreibarbeiten und ihr objektkünstlerisches Werk; Materialien aus dem geräumigen Atelier- und Wohnhaus – ein enzyklopädisch anmutendes Archiv der Dinge – machen den gedanklichen Kosmos der Künstlerin nachvollziehbar.
Eine Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, und dem Haus der Kunst, München mit der Hanne Darboven Stiftung, Hamburg.

Japans Liebe zum Impressionismus
von Monet bis Renoir

8. Oktober 2015 bis 21. Februar 2016

Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts begannen japanische Sammler, hochkarätige impressionistische Sammlungen aufzubauen. Diese Entwicklung setzte mit dem Industriellen Kojiro Matsukata ein, der eng mit Claude Monet befreundet war. Bis heute entstanden in Japan einmalige Sammlungen, die in namhaften Museen gezeigt werden und aus denen nun einmalig in Europa herausragende Exponate präsentiert werden.
Im Zentrum stehen Meisterwerke der französischen Impressionisten und Postimpressionisten wie etwa Monet, Manet, Cézanne, Gauguin, Bonnard, Pissarro, Renoir, Signac, Sisley und van Gogh. Ziel der Ausstellung ist es, diese in Europa noch nie ausgestellten Höhepunkte des Impressionismus erstmals zu zeigen. Hinzu kommen eindrucksvolle Werke japanischer Maler aus der Zeit vor 1920, welche die moderne, westlich inspirierte japanische Kunst begründeten. Sie veranschaulichen den wechselseitigen künstlerischen Einfluss zwischen Japan und Europa aus einer neuen Perspektive.

Mitten im Ozean
Die Kunst der Fidschi-Inseln

6. November 2015 bis 6. März 2016

Mit einer Fülle von dramatisch-schönen Kunstwerken entführt die Ausstellung auf eine Reise zu den Fidschi-Inseln und erzählt ihre Geschichte bis in die Gegenwart. Fidschi war schon seit jeher eine durch dynamischen kulturellen Austausch geprägte Inselgruppe der Südsee. Bereits zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. reisten die Bewohner Fidschis in ihren Segelbooten durch die weitläufige Inselwelt Polynesiens bis nach Tonga und Samoa. War Fidschi im 18. Jahrhundert noch weitestgehend unberührt, so trafen im 19. Jahrhundert auch dort die Europäer ein und brachten neue Technologien und eine neue Religion, das Christentum. Trotz massiver Veränderungen konnten die Bewohner der Fidschi-Inseln viele ihrer eigenen Traditionen bewahren. Noch heute stellen Holzschnitzer und Textilkünstler nach altem Vorbild Segelboote, zeremonielle Kavaschalen und riesige, aufwendig dekorierte Rindenbaststoffe her, die zum Beispiel bei traditionellen Hochzeiten und Trauerfeiern Verwendung finden. Gleichzeitig produziert heute eine lebendige pazifische Modeszene aus Rindenbaststoffen Ballroben und Hochzeitskleider, die auch in Europa Furore machen.
Die Ausstellung schreibt zum ersten Mal eine in den historischen Kontext eingebettete und zugleich sinnlich erfahrbare Kunstgeschichte der Fidschi-Inseln. Zu den Leihgaben aus namhaften Museen Europas, der Vereinigten Staaten, Neuseelands und der Fidschi-Inseln zählen seltene Skulpturen des 18. Jahrhunderts, fantasievoller Schmuck sowie eindrucksvolle Textilien und Waffen aus dem 19. Jahrhundert ebenso wie die aufregenden Kreationen junger pazifischer Modemacher. Darüber hinaus wird ein eigens für diese Ausstellung auf den Fidschi-Inseln gebautes, 8 Meter langes Doppelrumpfkanu präsentiert.
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Kooperation mit dem Musée d'ethnographie, Genf, und dem Sainsbury Centre for Visual Arts, Norwich

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Atelier von Hanne Darboven – Dino Desk IX,Hanne Darboven Stiftung, Hamburg © Foto: Felix Krebs,
  2. Alessandro Allori, nach Michelangelo,Der Traum (Ausschnitt), um 1578, Florenz, Galleria degli Uffizi,© S.S.P.S.A.E. e per il Polo Museale della città di Firenze – Gabinetto Fotografico,
  3. Claude Monet,Auf dem Boot (Ausschnitt), 1887, Öl auf Leinwand,© National Museum of Western Art, Tokio,
  4. Halskette, Waseisei, Fidschi, 1875-80, gespaltene Walzähne, Pflanzenfaserschnur,© University of Cambridge Museum of Archaeology and Anthropology,
  5. Blick in die Ausstellung Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus 2013,Foto: David Ertl, 2013 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland,
  6. Petrit Halilaj in Zusammenarbeit mit Alvaro Urbano,She, fully turning around, became terrestrial, 2013,© Petrit Halilaj, courtesy Chert gallery, Berlin,
  7. Vajiko Chachkhiani,The missing landscape, 2014,© Foto und courtesy: Vajiko Chachkhiani,
  8. Karl Lagerfeld,Selbstportrait 2013 (Ausschnitt),© Karl Lagerfeld,

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

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Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
T +49 228 9171–200

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Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 19 Uhr
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