AUSSTELLUNGEN

Petrit Halilaj
She, fully turning around, became terrestrial

6. März bis 18. Oktober 2015

Petrit Halilaj (geb. 1986) begibt sich in seinem Werk auf eine biografische und geschichtliche Spurensuche: Bilder der persönlichen Erinnerung werden zitiert und als Quelle für spätere Arbeiten genutzt, indem sie in die heutige Zeit und Realität und damit in einen neuen Kontext übersetzt werden. Halilaj betreibt eine Spurensicherung, die stellvertretend ist. In vielen seiner Installationen arbeitet er seine durch den Kosovokrieg (1998/99) geprägte Biografie auf und macht diese zu einem universellen Beispiel für die Suche nach Identität, das Wachhalten von Erinnerung und für die Beschäftigung mit dem Begriff Heimat.
Halilaj verwendet in seinen Arbeiten meist einfache Materialien wie Erde, Stroh, Holz, Beton, Steine oder die Trümmer seines zerstörten Elternhauses. Zudem aber auch aufgespürtes Archivmaterial, zum Beispiel aus dem zerstörten Naturhistorischen Museum in Pristina, Kosovo, um diese permanente Auseinandersetzung sichtbar zu machen.

Zur Ausstellung PETRIT HALILAJ. SHE, FULLY TURNING AROUND, BECAME TERRESTRIAL

Karl Lagerfeld. Modemethode

28. März bis 13. September 2015

Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeists. Mit der Ausstellung Karl Lagerfeld. Modemethode beleuchtet die Bundeskunsthalle erstmals und umfassend den Modekosmos des Ausnahmedesigners und erzählt auf diese Weise ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Karl Lagerfeld ist dafür bekannt, klassische Formen zeitgemäß zu erneuern und der Mode neue Impulse zu geben. Über eine Zeitspanne von nunmehr 60 Jahren zeugen seine Kreationen von einem außergewöhnlichen Gespür für das Lebensgefühl und die Strömungen der jeweiligen Zeit – ob in Haute couture und Prêt-à-porter für die Luxusmodehäuser Balmain, Patou, Fendi, Chloé, Karl Lagerfeld und Chanel oder der erschwinglichen Kollektion der Marke H&M.
Als Genie der Mode gilt Karl Lagerfeld nicht nur, weil er Klassiker wie das Chanel-Kostüm durch unkonventionelles Design stetig erneuert und sich seit Jahrzehnten als Modeschöpfer fortwährend neu erfindet. Sein Prinzip, die „Modemethode“, ist eine Gesamtkonzeption: Von den ersten Entwurfsskizzen bis zum fertigen Kleidungsstück, von den Accessoires über die Architekturkulisse und Musik der Modenschau bis zu den Fotos und dem Grafik-Design für Presse, Katalog, Werbung und Schaufensterdekoration entstammt jedes Detail dem Kopf und der Hand des Designers selbst.

Zur Ausstellung KARL LAGERFELD. MODEMETHODE

Ärger im Paradies

24. April bis 11. Oktober 2015

14 zeitgenössische Künstler setzen sich im Dachgarten, auf dem Museumsplatz und im Foyer der Bundeskunsthalle mit den Themen „Garten“ und „Natur“ auseinander und erforschen die Gegensätzlichkeit von Natur und Kunst beziehungsweise von Natürlichkeit und Künstlichkeit.  Der Garten steht symbolisch für die Kultivierung und Gestaltung von Natur, für die Zähmung wilden Wuchses und die urbane Sehnsucht nach bepflanzter Idylle. Seit dem 20. Jahrhundert ist der Garten auch ein zentrales Element moderner Städteplanung, sei es in Form von botanischen Gärten, Parkanlagen, kleineren Grünflächen im öffentlichen Raum und Naherholungsgebieten oder auch im privaten Bereich. Das Ausstellungsprojekt mit zeitgenössischer Kunst lässt eine heterogene Landschaft mit eigens von Künstlern gestalteten (Garten-)Räumen in situ, aber auch bereits existierenden Kunstwerken entstehen.

Mit Arbeiten von Michael Beutler, Vajiko Chachkhiani, Thea Djordjadze, Petrit Halilaj, Maria Loboda, Christian Philipp Müller, Olaf Nicolai, Tobias Rehberger, Natascha Sadr Haghighian, Michael Sailstorfer, Tino Sehgal, Rirkrit Tiravanija, Alvaro Urbano und Ina Weber 

Zur Ausstellung ÄRGER IM PARADIES

VorBILDER

25. August bis 6. September 2015

Ausstellung zur Kampagne VorBILDER
Sport und Politik vereint gegen Rechtsextremismus
22 Politiker- und Sportler-Paare positionieren sich gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung und treten ein für Fairplay, Demokratie und Menschenwürde. Die eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Porträts von Angelika und Bernd Kohlmeier sind im Rahmen intensiver Gespräche an mitunter ungewöhnlichen Orten entstanden. Alle Mitwirkenden, darunter Bundespräsident Gauck und Bundestrainer Joachim Löw, sind VorBILDER, die über Sport und Politik hinaus alle ermutigen möchten, Diskriminierung und Ausgrenzung die rote Karte zu zeigen. Die Fotoausstellung, die vom Bundesministerium des Innern in Auftrag gegeben wurde, ist bundesweit zu sehen.
www.vereint-gegen-rechtsextremismus.de

Hanne Darboven
Zeitgeschichten

11. September 2015 bis 17. Januar 2016

Die weltweit bedeutende, große Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941–2009) entwarf als wachsame Beobachterin des politischen Geschehens ihrer Zeit umfangreiche Werke, die auch als Kommentare zu Tagesereignissen zu lesen sind. Ihr faszinierendes Lebenswerk umfasst in stilistischer Vielfältigkeit ebenso Reflexionen über die Entwicklung unserer Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Als Hommage an Dichter, Philosophen, Wissenschaftler, Politiker und Künstler setzt die Ästhetik ihrer seriellen Werke nach wie vor Maßstäbe. Die Verknüpfung von Kunst, Politik, Gesellschaft und privatem Lebensumfeld, sowie die Verbindung der einzelnen Ausdrucksformen, wie Literatur, bildende Kunst, Film und Musik, bestimmen die Themen ihrer Erinnerungsarbeit. Die Vergangenheit und das „Heute“ werden durch das Verweben von Texten, Fotografien oder Postkarten und Quersummenrechnungen zu einer Aussage collagiert, die sich durch unendlich viele implizierte (Zeit-)Geschichten lesen lässt.
Die Retrospektive in Bonn präsentiert die große Vielfalt ihrer charakteristischen Schreibarbeiten und ihr objektkünstlerisches Werk; Materialien aus dem geräumigen Atelier- und Wohnhaus – ein enzyklopädisch anmutendes Archiv der Dinge – machen den gedanklichen Kosmos der Künstlerin nachvollziehbar.

Hanne Darboven. Retrospektive in zwei Teilen
Eine Kooperation der Bundeskunsthalle, Bonn, und des Haus der Kunst, München, mit der Hanne Darboven Stiftung, Hamburg

Zur Ausstellung HANNE DARBOVEN. ZEITGESCHICHTEN

Japans Liebe zum Impressionismus
von Monet bis Renoir

8. Oktober 2015 bis 21. Februar 2016

Die Meister kehren zurück! Rund 90 in Europa weitgehend unbekannte impressionistische Meisterwerke von Monet, Manet, Cézanne, Gauguin, Pissarro, Renoir, Sisley, van Gogh und anderen werden erstmals wieder in Europa gezeigt.
Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts begannen  japanische Kunstliebhaber, Werke der französischen Impressionisten zu sammeln. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erwarben der Industrielle Kojiro Matsukata, der eng mit Claude Monet befreundet war, und der Geschäftsmann Magosaburo Ohara hochkarätige Meisterwerke. Bis heute entstanden in Japan einzigartige und bedeutende Sammlungen, die in namhaften öffentlichen und privaten Museen gezeigt werden.
In der Bundeskunsthalle sehen Sie erstmals diese  in Europa noch nie gezeigte Höhepunkte des Impressionismus. Hinzu kommen eindrucksvolle Werke japanischer Maler, die um 1900 die moderne, westlich inspirierte japanische Kunst begründeten. Zusammen veranschaulichen sie die wechselseitige Faszination, welche die Künstler Europas und Japans in ihren Bann schlug und so die Kunstgeschichte veränderte.

Zur Ausstellung JAPANS LIEBE ZUM IMPRESSIONISMUS. VON MONET BIS RENOIR

Artists against Aids

Ausstellung und Kunstauktion für die Deutsche AIDS-Stiftung
Ausstellung in der Ostgalerie: 11. bis 25. November 2015
Eröffnung: Dienstag, 10. November 2015, 19 Uhr
Auktion: Mittwoch, 25. November 2015, 19 Uhr

Ausgewählte zeitgenössische Kunst kommt am 25. November in der Bundeskunsthalle unter den Hammer. Etwa 50 Arbeiten wird Professor Henrik Hanstein vom Kunsthaus Lempertz, Köln an diesem Tag in Bonn versteigern. Alle Kunstwerke sind Spenden der Künstler und Galerien, die von Kurator Daniel Hug, Direktor der ART COLOGNE, zu „Artists against Aids“ eingeladen wurden. Die Arbeiten können vorbesichtigt werden: sie sind ab dem 11. November für zwei Wochen in einer Ausstellung in der Ostgalerie der Bundeskunsthalle zu sehen. Den Erlös aus der Auktion gibt die Deutsche AIDS-Stiftung an HIV-infizierte und aidskranke Menschen weiter, die die Hilfe der Stiftung dringend brauchen. Schirmherrin von „Artists against Aids“ ist Hannelore Elsner.

Zur Website www.artists-against-aids.de

Das Bauhaus
Alles ist Design

1. April bis 14. August 2016

Das Bauhaus war eine der einflussreichsten Kulturinstitutionen des 20. Jahrhunderts. Hier flossen die prägenden Strömungen der europäischen Avantgarde wie in einem Schmelztiegel zusammen. Zu einem Mythos stilisiert, wurde das Bauhaus aber auch zum Inbegriff des modernen Design-Klischees. Die Ausstellung gibt eine umfassende Übersicht über den Design-Begriff des Bauhauses. Sie präsentiert eine Vielzahl seltener, teilweise nie gezeigter Exponate, dokumentiert aber auch die dahinter stehenden Entwicklungsprozesse und Gesellschaftsentwürfe. Zugleich konfrontiert sie die Bauhaus-Idee mit den aktuellen Entwicklungen im Design und mit den Werken zahlreicher Künstler der Gegenwart – aus dieser zeitgenössischen Perspektive betrachtet, offenbart das Bauhaus neue Facetten und eine überragende Aktualität. Mit ihren Werken in der Ausstellung vertreten sind Künstler und Designer wie Marcel Breuer, Ronan & Erwan Bouroullec, Lyonel Feininger, Joseph Grima, Walter Gropius, Olaf Nicolai, Oskar Schlemmer und viele mehr.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle, Bonn, und des Vitra Design Museums, Weil am Rhein

Parkomanie
Die Gartenlandschaften
des Fürsten Pückler

AUSSTELLUNG UND GARTEN
13. Mai bis 18. September 2016

Die Gärten Europas waren schon immer Orte ausgedehnten Müßiggangs und purer Freude am Leben im Freien. Als komplexe Gesamtkunstwerke definieren sie die Schnittstelle zwischen Natur und Kultur. Diesem Ansatz folgte auch Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871): Der exzentrische Lebemann, passionierte Weltreisende und Literat wird heute vor allem als genialer Gartenkünstler wiederentdeckt. Seine nach englischen Vorbildern angelegten Landschaftsparks in Bad Muskau/Łęknica, Babelsberg und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Diese drei Parks stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die das Leben und Werk des Fürsten Pückler nachzeichnet. Parallel dazu wird auf dem Dach der Bundeskunsthalle ein Gartenreich entstehen, dessen Gestaltungsprinzipien die Ideen Pücklers aufgreifen.

Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle, Bonn, in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ sowie der Stiftung Fürst Pückler-Museum Park und Schloß Branitz

Der Rhein
Eine europäische Flussbiografie

9. September 2016 bis 22. Januar 2017

Der Rhein ist eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der ganzen Welt. Seit Jahrtausenden befördert er Kohle, Baumaterial und Menschen, aber auch Luxusgüter und Kunstschätze, Waffen, Ideen, Märchen und Mythen durch halb Europa. Beeindruckende Städte, Klöster und Kathedralen, aber auch Ballungsräume und Industrieansiedlungen säumen den Strom. Er ist und war Grenze und verbindendes Element gleichermaßen und prägt bis heute die Menschen, die sich an seinen Ufern niedergelassen haben.
Seit römischer Zeit war der Rhein mit wechselnden Fronten zwischen Germanien und Gallien, der Schweiz und Burgund, Deutschland und Frankreich, Belgien und Holland Pforte, Festung und Grenze, Brücke und Furt. Er wurde reguliert, begradigt, verschmutzt, umkämpft, erobert und besetzt. Am Rhein entstand die Europäische Union, und so folgt die Ausstellung der kulturpolitischen Botschaft zu grenzüberschreitender Kooperation seiner Anrainer Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Sie begleitet den Rhein von seinen Quellen bis zum Rhein-Maas-Schelde-Delta und erzählt am Beispiel einzelner Orte und Regionen von folgenreichen und teils dramatischen Ereignissen aus über 2000 Jahren Kulturgeschichte: von den Römern, dem Bau gotischer Kathedralen, der Rheinromantik, den Kriegen und der Bonner Republik bis hin zum Wiederaufbau des Rotterdamer Hafens als Tor zur Welt.

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Petrit Halilaj in Zusammenarbeit mit Alvaro Urbano,She, fully turning around, became terrestrial, 2013,© Petrit Halilaj, courtesy Chert gallery, Berlin,
  2. Chanel, Haute Couture, Chanel Collection (Ausschnitt), Foto: David Ertl, 2015,© Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH,
  3. Michael Beutler, Ballenernte, 2014, Ausstellungsansicht (Ausschnitt),Foto: Dr. Mark Brandenburgh, 2015 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH,Michael Beutler, Ballenernte, 2014, Ausstellungsansicht (Ausschnitt), Foto: Dr. Mark Brandenburgh, 2015 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
  4. "Anpfiff für Toleranz" - Stephan Weil und Bibiana Steinhaus, Plakat zur Ausstellung VORBILDER,Fotografie und Gestaltung: © studio kohlmeier berlin,"Anpfiff für Toleranz" - Stephan Weil und Bibiana Steinhaus, Plakat zur Ausstellung VORBILDER, Foto und Gestaltung: studio kohlmeier berlin
  5. Claude Monet,Im Boot, 1887, Öl auf Leinwand,© The National Museum of Western Art, Tokyo, Matsukata Collection,
  6. Hanne Darboven, Kinder dieser Welt, 1990–1996, Installationsansicht Stand Sprüth Magers/Konrad Fischer Galerie, Art Basel Unlimited, 2014,© Hanne Darboven Stiftung, Hamburg/VG Bild-Kunst, Bonn, 2015, Foto: Rainer Bolliger,
  7. Auktion 2014,Foto: © Tobias Vollmer,
  8. Johann Ludwig Bleuler, Der Rheinfall von Schaffhausen (Ausschnitt), um 1835, Sturzenegger-Stiftung, Schaffhausen,© Foto: Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen,
  9. Muskau, Pleasureground am Bad (Ausschnitt), aus: Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Andeutungen über Landschaftsgärtnerei, 1834,© Stiftung „Fürst Pückler-Park Bad Muskau“,Muskau, Pleasureground am Bad (Ausschnitt), aus: Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Andeutungen über Landschaftsgärtnerei, 1834 © Stiftung „Fürst Pückler-Park Bad Muskau“
  10. Ludwig Hirschfeld-Mack, Optischer Farbmischer, Ø 7 cm, / Scheiben (Ausschnitt),© Naef, Foto: Heiko Hillig,Ludwig Hirschfeld-Mack, Optischer Farbmischer, Ø 7 cm, / Scheiben (Ausschnitt) © Naef, Foto: Heiko Hillig

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

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