Weiblicher Kopf
Körniger weißer Marmor, vielleicht ägäisch;
Aus Metapont (MT), Apollonheiligtum, beim Tempel C
Metapont
© Museo Archeologico Nazionale

Die Skulptur, vielleicht von einem Giebel, ist für die Dreiviertelansicht angelegt: die weiche Gestaltung des Gesichtes kontrastiert mit der detaillierten Darstellung der Frisur an der Seite. Wie bereits bei der Athena von Tarent, so waren auch hier einzelne Bronzeteile im Marmor befestigt. Zwei Löcher auf der Stirn könnten Hörner gehalten haben (dann wäre Io dargestellt) oder auch ein Monddiadem (Attribut der Artemis). Die Errichtung und Ausschmückung des großen Apollonheiligtums von Metapont führte um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. zu einer intensiven bildhauerischen Tätigkeit, zu der verschiedene Künstler beitrugen, die vermutlich auch aus Tarent gerufen wurden. Mit diesen Werken entstand ein Lokalstil aus verschiedenen Einflüssen, der in deutlichem Gegensatz zur älteren metapontischen Kunstproduktion steht.
 
zur Ausstellung / to exhibition