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Paul Klee im Rheinland
Eine Ausstellung des Landschaftsverbandes Rheinland
realisiert durch das Rheinische Landesmuseum Bonn
in Kooperation mit der
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
7. März verlängert bis
29. Juni 2003
Verschiedene Aspekte
der Beziehung Paul Klees zum Rheinland
Die außerordentlich große Zahl von Ausstellungen und
Publikationen über das Werk Paul Klees in den letzten Jahrzehnten,
die unendlich viele und verschieden facettierte Erkenntnisse über
sein Werk ermöglichten, manifestierte die ungewöhnliche
Wertschätzung seines Werkes.
Ein interessanter Teilaspekt darin sind Klees Düsseldorfer Jahre,
die bislang in ihrer Gesamtheit nicht berücksichtigt wurden.
Wenn auch die Dauer seines Aufenthaltes dort nicht lang war, so stellen
doch die während der Zeit seiner Lehrtätigkeit an der Düsseldorfer
Akademie von 1931 bis 1933 entstandenen Arbeiten eine sehr wichtige
und innerhalb seines gewaltigen Œuvres klar eingrenzbare Werkphase
dar. Eine umfassende Darstellung dieser Schaffenszeit wird die Beziehung
des Künstlers zum Rheinland nicht außen vor lassen.
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Die Ausstellung „Paul
Klee im Rheinland" möchte mit ausgewählten Arbeiten
und in Verbindung mit den Katalogbeiträgen die Beziehung Klees
zum Rheinland darstellen. Hier fließen das künstlerische
Schaffen Klees während seiner Lehrtätigkeit in Düsseldorf
und die Merkmale von Rezeption in seiner Arbeit im rheinischen Umfeld
zusammen.
Erste Kontakte zum Rheinland: August Macke
Die Grundlage für Klees Kontakt zum Rheinland dürfte
seine Freundschaft mit August Macke gebildet haben, den er im September
1911 bei Louis Moilliet in Gunten am Thunersee kennengelernt hatte.
Mit ihm und Moilliet unternahm er dann im April 1914 die berühmt
gewordene Reise nach Tunesien, die für Klee den Durchbruch zum
Maler brachte, als er in Kairuan den oft zitierten Ausspruch tat „Die
Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich
für immer. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und
die Farbe sind eins. Ich bin Maler.". |
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Tanz des trauernden
Kindes, 1922, 11
Privatbesitz, USA © VG Bild-Kunst, Bonn 2003 zum
Bild |
Die Korrespondenz zwischen
August Macke und Franz Marc macht deutlich wie aktiv Macke bis zu
seinem frühen Tod 1914 in der rheinischen Kunstszene tätig
war. Er könnte Klee mancherlei gute Verbindungen verschafft haben.
So hatte Macke maßgeblichen Einfluss auf die Konzeption der
internationalen Sonderbundausstellung in Köln im Sommer 1912.
Auf dieser bedeutendsten und umfassendsten Darbietung ihrer Art, die
in Deutschland bis dahin gezeigt worden war, wurden wohl auch zum
ersten Mal Arbeiten von Klee (4 Zeichnungen) der rheinischen Öffentlichkeit
vorgestellt.
Paul Klee in rheinischen Kunstsammlungen
Etwas weniger als die Hälfte der circa 120 ausgestellten
Werke bezieht sich auf rheinische Sammlungen und gibt einen Einblick
in Klees Schaffen der 10er und so wichtigen 20er Jahre, der Zeit seiner
Tätigkeit am Bauhaus in Weimar und Dessau. Fast ausschließlich
farbige Arbeiten geben einen Einblick in die umfangreichen Klee-Sammlungen
von Haubrich, Ibach, Lange, Raemisch, Stinnes und Vowinckel, die heute
zum Teil über die ganze Welt verstreut sind. Einiges ist auch
zerstört oder verschollen, so dass der Gedanke, eine dieser Sammlungen
in ihrem einstigen Umfang zu rekonstruieren, nicht durchführbar
erscheint.
Die Reihe der Exponate beginnt mit einem unter dem Eindruck der Tunisreise
entstandenen Aquarell Innenarchitektur, ehemals Sammlung Ibach. Es
sind Arbeiten, in denen Klee von der gesehenen Wirklichkeit abstrahiert,
um schrittweise zu einer beinahe abstrakten Farbflächenkomposition
zu gelangen. Es sprechen der Klang von Farbe und Form. Dabei ist der
Grad der Abstrahierung oder der sichtbare Gegenstandsbezug recht unterschiedlich.
Die Titel unter den Bildern stellen sich als Wortgleichnis und dichterische
Schlussmetapher dar; Ankunft des Luftdampfers, die Bezeichnung des
Aquarells aus dem Detroit Art Institute oder Versiegelte Dame aus
den Staatlichen Museen zu Berlin, Sammlung Berggruen sind besonders
eindrucksvolle Beispiele
.Kunstwerke der Düsseldorfer Jahre
Zwischen Dessau und Düsseldorf – Einflüsse der politischen
Situation 1932 / 1933
Der eine Teil der Düsseldorfer Schaffensphase widmet sich
den Werken, die unmittelbar mit Düsseldorf in Zusammenhang stehen.
Dies sind zunächst Arbeiten, in denen sein Weggang vom Bauhaus
einerseits und der ständige Pendelverkehr zwischen Dessau und
Düsseldorf andererseits einen erkennbaren bildnerischen Niederschlag
finden. Wir finden Titel wie Überbrückt, Flucht vor sich,
Bestandenes Abenteuer. Dazu kommt eine Auswahl an Zeichnungen aus
den Jahren 1932 und 1933, in denen Klee die politische Situation verarbeitet
wie in Blättern mit dem Titel Tod dem Lärm, Schande, Verhext
und eilig oder Grausames Erlebnis.
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Pointillistischer Stil
Der Schwerpunkt der Düsseldorfer Schaffensphase liegt dann
auf den Gemälden und Aquarellen im sog. pointillistischen Stil.
Einige bedeutende Werke sind wegen ihrer komplexen und höchst
diffizilen maltechnischen Beschaffenheit nicht reisefähig. Dennoch
dokumentieren eine Reihe herausragender Meisterwerke das Schaffen
dieser Zeit. Es beginnt mit dem Gemälde Sonnenuntergang aus dem
Art Institute, Chicago, das die Gruppe der pointillistischen oder
divisionistisch bezeichneten Werke anführt, indem das eigentliche
Bildgerüst aus geometrischen Farbflächen besteht und von
einem rasterähnlichen Punktsystem überlagert wird.
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Weitere Höhepunkte
dieser Schaffensphase sind Aufgehender Stern, Klassische
Küste und Tänzerin, letzteres ist die Vorlage
für das Ausstellungsplakat wie den Katalogumschlag. In diesen
Werken bestimmt der pointillistische Farbauftrag den gesamten Bildaufbau.
Dem Rhythmus der Farbpünktchen erscheint aber oft ein zartes
Liniengerüst eingebaut, das der Gegenstandsorientierung dient.
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Präsentation selten
oder nie gezeigter Kunstwerke
Bei der Auswahl der Exponate wurde neben den bekannten Meisterwerken
nicht zuletzt auch auf unbekannte Arbeiten und ihrer Aufspürung
großen Wert gelegt. Dabei wurden verschollen geglaubte Werke
wiedergefunden. Es werden daher neben herausragenden Meisterwerken
eine Reihe von Arbeiten zu sehen sein, die schon seit langem oder
überhaupt noch nicht in Europa gezeigt wurden. Einiges ist zum
ersten Mal auf einer Ausstellung zu sehen. |
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