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AUSSTELLUNGEN
  DER KREML - GOTTESRUHM UND ZARENPRACHT

Der Moskauer Kreml. 850 Jahre Baugeschichte im Computer


Der Moskauer Kreml stellt seit beinahe neun Jahrhunderten das Zentrum und das Herz Russlands dar. In seiner Entwicklung spiegelt sich die Geschichte dieses Landes und seiner Herrscher wieder, eine Geschichte, die geprägt ist von der Dualität der weltlichen und geistlichen Macht.

Anlässlich der Ausstellung Der Kreml. Gottesruhm und Zarenpracht in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und in ihrem Auftrag wurde eine bisher einmalige, aufwendige Rekonstruktion dieses herausragenden architektonischen Bauensembles erarbeitet. Dies erfolgte in Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle mit dem Staatlichen kulturhistorischen Museum „Moskauer Kreml“, dem Fachgebiet CAD in der Architektur an der Technischen Universität Darmstadt (TUD) und der Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität in Moskau (RGGU). Wissenschaftler aller beteiligten Institutionen sowie Studierende der TUD und der RGGU werteten umfangreiches Quellenmaterial aus und erarbeiteten auf dessen Grundlage ein mehrstufiges Rekonstruktionskonzept des Kreml-Areals samt seiner historischen Paläste und Kirchen. Chronologisch aufgebaut, umfasst die Rekonstruktion einen Zeitraum vom 12. bis zum 20. Jahrhundert und gliedert sich in fünf historische Zeitstufen, die die Architekturgeschichte dieser gewaltigen Festung an der Moskwa sowie deren Einfluss auf die Stadtentwicklung Moskaus widerspiegeln sollen:
  Der Kreml
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Zur Geschichte des Kremls

1156 der Holzkreml in drei Ausbaustufen Bilder der CAD-Rekonstruktion
Holzkreml Holzkreml Holzkreml Holzkreml

1367 der Weiße Kreml Bilder der CAD-Rekonstruktion

1600 der Rote Kreml Bilder der CAD-Rekonstruktion

Der Rote Kreml des 19. Jahrhunderts Bilder der CAD-Rekonstruktion

Roter Kreml des 20. Jahrhunderts
Bilder der CAD-Rekonstruktion

Diese Bauphasen wurden jeweils in zwei unterschiedlichen Informationsdichten rekonstruiert. Sie geben Auskunft über die baulichen, funktionalen und sozialen Besonderheiten der einzelnen Epochen sowie über die Machtverhältnisse im Kreml -- auf diese Weise können komplexe historische Zusammenhänge bildhaft vermittelt werden. Das Innere der Festung erschließt sich entlang ausgewählter Routen und aus der Sicht historischer Persönlichkeiten, die im Kreml wohnten oder ihn besucht haben.

Dank der Förderung des Bundministerium für Bildung und Forschung, die sich vor allem auf die Rekonstruktion des Weißen Kreml bezog, konnten im Rahmen des Projektes zwischen der TUD und der RGGU auf der Grundlage der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien neue Formen der universitären Zusammenarbeit beispielhaft entwickelt werden. Innerhalb eines Jahres erstellte die Arbeitsgruppe aus Darmstadt unter großem Einsatz der Studierenden die Computer- und Kommunikationsmodelle.

Die gezeigten Abbildungen dokumentieren den aktuellen Bearbeitungs- und Forschungsstand der Baugeschichte des Kreml. Nie zuvor wurde versucht, die über 850-jährige Architekturgeschichte des Kreml derart umfangreich darzustellen. Dies konnte nur im intensiven Austausch mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Staatlichen kulturhistorischen Museums „Moskauer Kreml“ geschehen, die dem Projekt die neusten Ergebnisse ihrer Forschung zur Verfügung stellten. Viele Aspekte waren bis dato nicht geklärt. In einem ständigen Prozess von Rekonstruktion in Darmstadt und Analyse der entstandenen Bilder in Moskau wurden viele Fragestellungen zum ersten Mal relevant. Zahlreiche Aspekte konnten von den Moskauer Kunsthistoriker/innen und Archäologen/innen geklärt werden, und so entstand in gemeinsamer Arbeit ein Rekonstruktionsmodell, das in seinem Umfang und seiner historischen Genauigkeit überraschend weit fortgeschritten ist.
Das Projekt wird auch nach der Ausstellung in Bonn weitergeführt, ergänzt und verbessert und soll ab 2006 anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Kreml-Museen der russischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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