|
|
|
  |
 |
 |
| |
DER KREML - GOTTESRUHM
UND ZARENPRACHT |
Der Moskauer Kreml. 850 Jahre Baugeschichte im Computer
Der Moskauer Kreml stellt seit beinahe
neun Jahrhunderten das Zentrum und das Herz Russlands dar. In seiner
Entwicklung spiegelt sich die Geschichte dieses Landes und seiner
Herrscher wieder, eine Geschichte, die geprägt ist von der Dualität
der weltlichen und geistlichen Macht.
Anlässlich der Ausstellung Der Kreml. Gottesruhm und Zarenpracht
in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
und in ihrem Auftrag wurde eine bisher einmalige, aufwendige Rekonstruktion
dieses herausragenden architektonischen Bauensembles erarbeitet. Dies
erfolgte in Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle mit dem Staatlichen
kulturhistorischen Museum „Moskauer Kreml“, dem Fachgebiet
CAD in der Architektur an der Technischen Universität Darmstadt
(TUD) und der Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität
in Moskau (RGGU). Wissenschaftler aller beteiligten Institutionen
sowie Studierende der TUD und der RGGU werteten umfangreiches Quellenmaterial
aus und erarbeiteten auf dessen Grundlage ein mehrstufiges Rekonstruktionskonzept
des Kreml-Areals samt seiner historischen Paläste und Kirchen.
Chronologisch aufgebaut, umfasst die Rekonstruktion einen Zeitraum
vom 12. bis zum 20. Jahrhundert und gliedert sich in fünf historische
Zeitstufen, die die Architekturgeschichte dieser gewaltigen Festung
an der Moskwa sowie deren Einfluss auf die Stadtentwicklung Moskaus
widerspiegeln sollen: |
|
|
Diese Bauphasen wurden jeweils in zwei unterschiedlichen
Informationsdichten rekonstruiert. Sie geben Auskunft über die
baulichen, funktionalen und sozialen Besonderheiten der einzelnen
Epochen sowie über die Machtverhältnisse im Kreml -- auf
diese Weise können komplexe historische Zusammenhänge bildhaft
vermittelt werden. Das Innere der Festung erschließt sich entlang
ausgewählter Routen und aus der Sicht historischer Persönlichkeiten,
die im Kreml wohnten oder ihn besucht haben.
Dank der Förderung des Bundministerium für Bildung und Forschung,
die sich vor allem auf die Rekonstruktion des Weißen Kreml bezog,
konnten im Rahmen des Projektes zwischen der TUD und der RGGU auf
der Grundlage der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien
neue Formen der universitären Zusammenarbeit beispielhaft entwickelt
werden. Innerhalb eines Jahres erstellte die Arbeitsgruppe aus Darmstadt
unter großem Einsatz der Studierenden die Computer- und Kommunikationsmodelle.
Die gezeigten Abbildungen dokumentieren den aktuellen Bearbeitungs-
und Forschungsstand der Baugeschichte des Kreml. Nie zuvor wurde versucht,
die über 850-jährige Architekturgeschichte des Kreml derart
umfangreich darzustellen. Dies konnte nur im intensiven Austausch
mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Staatlichen kulturhistorischen
Museums „Moskauer Kreml“ geschehen, die dem Projekt die
neusten Ergebnisse ihrer Forschung zur Verfügung stellten. Viele
Aspekte waren bis dato nicht geklärt. In einem ständigen
Prozess von Rekonstruktion in Darmstadt und Analyse der entstandenen
Bilder in Moskau wurden viele Fragestellungen zum ersten Mal relevant.
Zahlreiche Aspekte konnten von den Moskauer Kunsthistoriker/innen
und Archäologen/innen geklärt werden, und so entstand in
gemeinsamer Arbeit ein Rekonstruktionsmodell, das in seinem Umfang
und seiner historischen Genauigkeit überraschend weit fortgeschritten
ist.
Das Projekt wird auch nach der Ausstellung in Bonn weitergeführt,
ergänzt und verbessert und soll ab 2006 anlässlich des 200-jährigen
Jubiläums der Kreml-Museen der russischen Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden.
|
|
 |
 |
| |
  |
|