Neben den Akten sind die psychologisierenden Porträts ein zentrales Bildthema im Werk Modiglianis, der 1906 nach Paris ging. Er war davon besessen, in seinen Bildnissen den Charakter der Dargestellten zu erfassen. Die Liste seiner Modelle liest sich wie das „Who is Who“ der Pariser Avantgarde seiner Zeit. Er malte Künstler und Dichter wie Diego Rivera, Ossip Zadkine, Max Jakob, progressive Kunsthändler und Galeristen. Auch Frauen, mit denen er Liebesbeziehungen unterhielt, so die
Dichterin Beatrice Hastings und seine letzte Geliebte Jeanne Hébuterne, gehörten dazu. Somit bieten die Porträts die Möglichkeit, ihre stilistische Entwicklung nach-zuvollziehen und einen spannenden Einblick in das private und künstlerische Umfeld des Malers zu gewinnen.
Die Kunsthistorikerin Beate Marks-Hanßen führt durch die Ausstellung.
Amedeo Modigliani und Constantin Brâncusi – Eine Künstlerfreundschaft
Angezogen von der inspirierenden Kunstszene, lebte Modigliani seit 1906 in Paris. Dort lernte er den rumänischen Bildhauer Constantin Brâncusi kennen, mit dem ihn eine enge, künstlerisch prägende Freundschaft verband. In der folgenden Zeit widmete sich Modigliani bis 1914 intensiv der Bildhauerei. Beeindruckt durch Arbeiten von Künstlerkollegen und die zeitgleich populäre afrikanische Kunst, schuf er seine charakteristischen überlängten Kopfskulpturen. Die Kunsthistorikerin Annette Krapp wird Modiglianis Skulpturen auch vor dem Hintergrund der bildhauerischen Tendenzen des frühen 20. Jahrhunderts in Paris erläutern. Entsprechende Werke werden Sie sowohl in der Modigliani-Ausstellung als auch in der Winterthur-Ausstellung gemeinsam entdecken.
Paris ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine Metropole
mit unzähligen künstlerischen Möglichkeiten und Inspirationen. Modigliani, in seiner Kunst eigenständig
und sehr persönlich, und Picasso, vielseitig und komplex, entziehen sich mit ihren Œuvres einer klaren Kategorisierung. Sie trafen sich 1906 in Paris und
schlugen künstlerisch scheinbar unterschiedliche
Wege ein.
Die Kunsthistorikerin Judith Loosen-Graefe beleuchtet die komplexen Unterschiede zwischen zwei Künstlern, die Kunstgeschichte geschrieben haben. Hierbei
besuchen Sie die Ausstellungen Modigliani und Gipfeltreffen der Moderne.
Dauer: 90 Minuten
Eintritt: 14 EUR / ermäßigt 9 EUR (inkl. Gebühren)
An der Tageskasse sind Karten nur nach Verfügbarkeit erhältlich.
Teilnehmerzahl: max. 25 Personen
Amedeo Modigliani - Rahmenprogramm
Dienstag, 21. Juli, 4. August, 18. August | jeweils 19 Uhr, Sonntag, 23. August | 11 Uhr
Amedeo Modigliani: „Der letzte echte Bohemien“
Modernes Künstlerleben in Paris zu Anfang des 20. Jahrhunderts
Das Werk des Künstlers Modigliani, der als Maler,
Zeichner und Bildhauer tätig war, zeichnet sich durch
konsequente Reduktion des Erzählerischen, virtuose
Stilisierung und den ausgeprägten Hang zur Statuarik
aus. Der melancholisch-verinnerlichten Stimmung
seiner Arbeiten kann man sich kaum entziehen.
Die Kunsthistorikerin Angelika Schmid wird im
Rundgang durch die Ausstellungen Modigliani und
Winterthur das Schaffen herausragender Künstler, die
zeitgleich mit Modigliani in Paris lebten, miteinander
vergleichen und das soziokulturelle Klima innerhalb
der Pariser Bohème beleuchten.
Eintritt: 14 EUR / ermäßigt 9 EUR (inkl. Gebühren)
An der Abendkasse sind Karten nur nach Verfügbarkeit erhältlich.
Teilnehmerzahl: max. 25 Personen