Outer space

Faszination Weltraum

3. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015

Seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort, Projektionsfläche und Gegenstand der forschenden Neugierde gleichermaßen. Wie ist das Universum entstanden? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Sind wir allein? Gibt es andere intelligente Zivilisationen im Universum? Wie könnte das Leben auf anderen Planeten aussehen? Können wir mit Außerirdischen, wenn es sie denn gibt, in Kontakt treten? Diese Fragen beschäftigen Philosophen und Naturwissenschaftler, Literaten, Filmemacher und Künstler, geistige Führer, Spinner und Visionäre gleichermaßen.

«Light this candle!»Astronaut Alan Shepard vor seinem ersten Raumflug

In zwölf assoziativ gestalteten Räumen (Höhlen) spürt die Ausstellung zentralen Themen von Outer Space nach und gestaltet sich dabei bewusst heterogen: von Gravitation und Extraterrestrik, Sonne, Mond und Sternen und Raketen bis zu schwarzen Löchern und UFOs. Die Exponate umfassen Artefakte aus Raumfahrt (Raumanzüge, geflogene Objekte von Astronauten, Instrumente etc.) und Astronomie (Teleskope, Sternenkarten etc.), dokumentarisches Material (Zeitschriften, Fotografien, Manuskripte etc.), Mondstaub und Meteorite, Filme, Comics, Spacedesign, frühe Mondfotografien, Meisterwerke der Kunstgeschichte (u.a. William Turner, Peter Paul Rubens), Werke der Klassischen Moderne (u.a. Max Ernst und Odilon Redon) zeitgenössische Kunst (u.a. Björn Dahlem und Lee Bontecou) und multimediale Installationen (u.a. Agnes Meyer-Brandis, Via Lewandowsky).
Als Satellit zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle wird es in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn dort einen Raum mit Fotografien des Künstlers, Autors und Geografen Trevor Paglen geben.

Raumfahrt heute

Im 20. Jahrhundert fand das Verlassen unseres Planeten mit der Überwindung der Schwerkraft durch den beginnenden Flugverkehr, die bemannte Raumfahrt und die Landung auf dem Mond im Juli 1969 einen spektakulären Höhepunkt. Seit dem Jahr 2000 hat die Menschheit mit der Internationalen Raumstation ISS einen „Außenposten“ im All. Seit Mai 2014 verbringt der deutsche Astronaut Alexander Gerst sechs Monate dort. Die Raumsonde „Rosetta“ wird ebenfalls 2014 den 7,1 Milliarden Kilometer entfernten Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreichen und untersuchen, wie ein Kometenschweif entsteht. Beide Ereignisse werden mit besonderen Events im Begleitprogramm der Ausstellung gewürdigt.

An der Schnittstelle zwischen Kunst und Naturwissenschaft

Parallel zu dem natur- und geisteswissenschaftlichen Stand der Erkenntnis haben sich Künstler, Designer, Literaten, Filmemacher und Architekten mit dem Thema Weltraum beschäftigt. Von Beginn an haben sie an der Schnittstelle von Kunst und Naturwissenschaft, Fiktion und Fakten gearbeitet, wobei ein Gebiet das andere beeinflusst hat. Gerade im Laufe des 20. Jahrhunderts erwies sich das kreative Potential der Science Fiction Literatur, von Kunstwerken und Filmen als so fruchtbar, dass die ESA (European Space Agency) eine Studie in Auftrag gegeben hat, das fiktionale Material auf Umsetzbarkeit für innovative Technologien hin zu überprüfen. Der erste Countdown der Weltraumgeschichte fand auf der Leinwand in Fritz Langs: „Frau im Mond“(1929) statt, die NASA hat sich später für ihre Raketenstarts davon inspirieren lassen. Anhand von ausgewählten Kunstwerken wird diese Schnittstelle immer wieder in der Ausstellung thematisiert.

Visionäres, Traumhaftes und Absurdes

Neben plausiblen Erklärungen komplizierter wissenschaftlicher Zusammenhänge und der künstlerischen Umsetzung naturwissenschaftlicher Themen wird die Ausstellung sich ebenso dem Visionären, Humoresken, Traumhaften und Absurden widmen. Die detailgenauen Entwürfe von Raumschiffen und Plänen zur Besiedlung von Sternen, die der Psychiatriepatient Karl Hans Janke hinter Anstaltsmauern der DDR entwarf sind ebenso Gegenstand wie Zeugnisse von UFO –Beobachtern, die von der Schweizerin Lou Zinsstag aufgezeichnet wurden.

Die Ausstellung entsteht  in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Medienecho

„Outer Space ist eine unverwechselbare Schau geworden, weil sich hier Fakten und Fiktion, Kunst und Wissenschaft wirklich auf Augenhöhe begegnen.“
(Welt am Sonntag, Stefan Keim, 5. Oktober 2014)

„Bis zum 22. Februar 2015 verwandelt sich eines der meistbesuchten Museen des Landes in eine Kathedrale für Mondsüchtige und Raumfahrtenthusiasten, für Wissenschaftsanhänger und Science-Fiction-Fans.“
(Aachener Nachrichten, Alexander Barth, 27. September 2014)

„Fantasien und Mythen, Technik und politisches Kalkül, Triumphe und Tragödien, Sehnsucht und Enttäuschung: Die Kuratoren Stephan Andreae und Claudia Dichter haben aus diesem Spannungsfeld ein labyrinthisches Gefüge von Themen und Räumen konzipiert, das Wissenschaft, Kulturgeschichte und Kunst in einen Dialog bringt und sich als Essay versteht.“
(General-Anzeiger, Thomas Kliemann, 4. Oktober 2014)

„Einen lohnenden Ausflug in die unendlichen Weiten und Mythen des Außerirdischen bietet die Bundeskunsthalle in den nächsten Monaten in Bonn. Die Ausstellung „Outer Space. Faszination Weltraum“ soll die Besucher mit spektakulären Exponaten in die ‚Eroberung‘ des Alls durch die Raumfahrt, aber auch in noch geheimnisvolle Sphären mit Sonne, Mond und Sternen führen.’
(dpa, Edgar Bauer, 2. Oktober 2014)

Der Satellit zur Ausstellung im Kunstmuseum Bonn: Arbeiten von Trevor Paglen

Trevor Paglen, They Watch the Moon, 2010 © Trevor Pageln, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln / Altman Siegel Gallery, San Francisco / Metro Pictures, New York

Der in New York lebende Künstler, Autor und Geograf Trevor Paglen deckt mit langwierigen Recherchen und der Kamera Zusammenhänge auf, die nicht öffentlich sind. So interessieren ihn ebenso geheime Spionage- und Militäroperationen wie Weltraumschrott, den er mit Spezialobjektiven aus dem Bereich der Astrofotografie einfängt.
Paglens Astrofotografien aus der Serie „The Other Night Sky“ zeigen geheime amerikanische Raumflugkörper vor einem Hintergrund von Sternen, Sternbildern und Nebeln. Für die Entwicklung dieses Projekts machte Paglen sich Beobachtungsdaten eines internationalen Amateurnetzwerks von „Satellitenbeobachtern“ zunutze, um dann mit einem Team aus Informatikern und Ingenieuren ein Softwaremodell zu konstruieren, das die orbitale Bewegung von geheimen Raumflugkörpern darzustellen in der Lage ist. Dies erlaubte Paglen, präzise Vorhersagen über die Flugbahnen amerikanischer Militär- und Spionagesatelliten im Nachthimmel zu machen.
Zehn Arbeiten von Trevor Paglen sind in einem „Satelliten“-Raum im Kunstmuseum Bonn, drei in der Ausstellung in der Bundeskunsthalle zu sehen.

Weitere Informationen unter www.kunstmuseum-bonn.de
Informationen zu den Verbundkarten mit dem Kunstmuseum Bonn

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Abbildungen
  1. Foto: NASA
  2. Trevor PaglenTrevor Paglen, They Watch the Moon, 2010 © Trevor Pageln, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln / Altman Siegel Gallery, San Francisco / Metro Pictures, New York© Trevor Pageln, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln / Altman Siegel Gallery, San Francisco / Metro Pictures, New YorkTrevor Paglen, They Watch the Moon, 2010 © Trevor Pageln, courtesy Galerie Thomas Zander, Köln / Altman Siegel Gallery, San Francisco / Metro Pictures, New York
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