Claude Gillot (1673–1721)
Les Fables de Houdar de La Motte: 8 Vignetten

Die Fables von La Motte, die bereits 1719 in einer illustrierten Ausgabe erschienen waren, setzten die Tradition von La Fontaines Fables fort. Sie gelten zwar als trockener und weniger geistreich als die des Meisters, doch haben diese Fabeln und ihr Autor dazu beigetragen, La Fontaines Ruhm zu festigen. Der Zufall der zeitlichen Abfolge brachte es mit sich, daß die Fables von La Motte, die als Text auf La Fontaines Fables folgten, in der von Claude Gillot (Kat. 000) illustrierten Ausgabe von 1719 als Anregung für die von Oudry entworfenen Illustrationen zu den Fables von La Fontaine dienen konnten.
Die Vignetten Gillots, winzige Illustrationen, wie sie in dieser Zeit üblich waren, sind ein wahrer Augenschmaus: Aus der Verbindung von Theater, Fabel und Elegie entstand eine neue Gattung, die schon den Bildern nahekommt, die Watteau Fêtes galantes genannt hat und aus denen sich eine Facette der Kunst des 18. Jahrhunderts entwickeln sollte.


© Petit Palais. Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris,
Photo: Pierrain

 
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