Jean-Michel Moreau le jeune (1741 – 1814)
Die schlafende Philosophie, 1777
Radierung, erster Zustand (vor der Schrift)

Die Dargestellte Anne-Gabrielle Babuti, Ehefrau des Malers Greuze, wird in der zeitgenössischen Literatur als eine Frau von etwas leichtem Charakter beschrieben; Diderot rühmte sich, sie vor ihrer Hochzeit gekannt zu haben: "Dieser Maler ist gewiß in seine Frau verliebt; und da hat er nicht Unrecht. Ich selbst mochte sie sehr gern, als ich noch jung war und sie noch Mademoiselle Babuti hieß. Ein Püppchen, weiß und aufrecht wie eine Lilie, rot wie eine Rose.“
Die schlafende Philosophie könnte auf die Prätentionen der Madame Geoffrin anspielen, die – hier in idealisierender Darstellung mit liebenswerteren Zügen erscheinend – zwar eine Freundin der Philosophen war, die aber Mühe hatte, sich auf deren Schriften zu konzentrieren, ohne Langeweile zu empfinden .
Nach einigen glücklichen Jahren zerstritt sich Greuze recht bald mit seiner Frau. Hier aber ist noch die geliebte junge Gemahlin zu sehen.


© Petit Palais. Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris,
Photo: Pierrain

 
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