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Asien aus der Tapisserieserie Die vier Erdteile oder Die Kontinente und die Kräfte Ludwig van Schoor (Entwurf), um 1690 (?) Werkstatt des Alexander Baert, Amsterdam, ausgeführt nach 1700 Wolle und Seide, 8 Kettfäden pro cm Darstellungen der Erdteile – man kannte damals nur vier – waren im 17. und 18. Jahrhundert sehr beliebt. Im 17. Jahrhundert hatten sich Godfried Maes und David Teniers III. d. J. von diesem Thema anregen lassen, bevor es Ludwig van Schoor gegen Ende dieser Epoche aufgriff. Er ergänzte zu den Kontinenten die Allegorien der Kräfte des Herrschers, also der Wohltaten, die aus seiner Tugend erwuchsen: Überfluß, Sieg, Treue, Mut, Weisheit, Großherzigkeit, Alleinherrschaft. Dem wurden manchmal die vier Kardinaltugenden hinzugefügt: Tapferkeit, Weisheit, Gerechtigkeit und Besonnenheit. Mit der Auswahl dieser Figuren verharrte van Schoor eher in einer häufig wiederholten Bildwelt der Renaissance und des Barock, als daß sich hier das Zeitalter der Aufklärung angekündigt hätte. Diese bewährten Formeln waren weit von dem pittoresken Exotismus der Indien-Folge entfernt, die Albert Eckhout in den Vereinigten Niederlanden vor 1660 entworfen hatte und die gerade in Frankreich von Desportes unter dem Titel Nouvelles Indes (Neu-Indien) aufgegriffen wurde. © Petit Palais. Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris, Photo: Pierrain |