François Boucher (1703–1770)
Der Tanz des Hündchens, 1758
Öl auf Leinwand

Schon zu Lebzeiten verdammte Diderot François Boucher als Symbol der Frivolität schlechthin. Mit Boucher wurde das gesamte 18. Jahrhundert abgelehnt, in ihm sah man den Beleg für die Dekadenz des Ancien Régime. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde er dann von Kunstliebhabern und Kritikern wiederentdeckt, etwa von den Brüdern Goncourt. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts erkannten ihn die Kunsthistoriker nicht nur als einen fruchtbaren Schöpfer immer neuer Bilderfindungen an, sondern lobten ihn auch für seine Künstlichkeit, die "erstaunliche Fähigkeit der Flucht ins Ästhetische".

Das Gemälde entstand gegen Ende von Bouchers künstlerischer Laufbahn und gehört zu der Gattung der Pastoralen, die Boucher erfunden hatte und die zu seinen großen Erfolgen zählte. Diese Gattung knüpft an Traditionen der französischen Literatur an sowie an die 'Fêtes galantes' von Antoine Watteau, aber auch an die Bambocciaden der italianisierenden holländischen Maler des 17. Jahrhunderts.


© Petit Palais. Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris,
Photo: Pierrain

 
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