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Die Encyclopédie

Denis Diderot (1713-1783) und Jean Le Rond D’Alembert (1717-1783)
L’Encyclopédie, ou Dictionnaire Raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers.
Par une Société de gens de lettres


Mis en ordre par M. Diderot, de l’Académie Royale des Sciences et des Belles-Lettres de Prusse ; et, quant à la partie mathématique, par M. D’Alembert, de l’Académie Royale des Sciences de Paris, de celle de Prusse et de la Société Royale de Londres, 1715-1780
A Paris, chez Briasson, David l’aîné, Le Breton et Durand, die ersten Bände. A Paris chez Panckoucke et à Amsterdam chez Rey, die letzten Bände.
35 Folio-Bände (17 Text-Bände, 12 Tafelbände, 4 Supplementbände, 2 Registerbände)
3029 Tafeln, 1 Frontispiz von Cochin und 2 Porträts (Diderot und d’Alembert) von Garand und Jollain, dem ersten Band hinzugefügt

Einband in marmoriertem Kalbsleder, mit Muschelornament an den Ecken der Buchdeckel

© PMVP, Photo: Pierrain


Die Idee, eine Bilanz des menschlichen Wissens zu ziehen und diese Summe der Kenntnisse in einer Publikation zugänglich zu machen, geht bis in die Antike zurück. Doch betraf ein solches Vorhaben lange Zeit nur spezielle Wissensaspekte – im wesentlichen die Naturwissenschaften und die Technik. Im 17. Jahrhundert widmeten sich in Frankreich die Akademien dieser Aufgabe.

Im Jahr 1728 war in England die Cyclopedia or General Dictionary of Arts and Sciences von Ephraim Chambers erschienen. Dieses Werk sollte für die Entstehung der Encyclopédie eine große Rolle spielen, denn anfänglich war nur eine Übersetzung geplant. Möglicherweise war dies für die Verleger auch der Grund, weshalb sie sich an Diderot wandten. Von ihm war bekannt, daß er eine vorzügliche Kenntnis des Englischen besaß.

Im Januar 1745 schloß sich eine Reihe von Pariser Verlegern zusammen, um eine französische Ausgabe dieses erfolgreichen Werks in Angriff zu nehmen. Hierfür wurde eine erste Gruppe von Redakteuren verpflichtet, vor allem Naturwissenschaftler, die durch keinen im Sinne der Aufklärung besonders kämpferischen oder kritischen Geist aufgefallen waren.

Das Werk wurde den beiden Herausgebern Denis Diderot und Jean Le Rond d’Alembert gemeinsam anvertraut. D’Alembert war ein bekannter Wissenschaftler und Mitglied der königlichen Académie des Sciences. Diderot aber hatte den zweifelhaften Ruf eines scharfzüngigen Kritikers, dessen schriftstellerisches Werk auch frivole Texte umfaßte. Ab Juli 1749 mußte er wegen seiner philosophischen Schrift Lettre sur les Aveugles à l’usage de ceux qui parlent (Brief über die Blinden zum Gebrauch der Sehenden) sogar für einige Zeit ins Gefängnis von Vincennes.

Die Originalität und Neuheit des Projekts, verglichen mit der Cyclopedia sowie den zahlreichen anderen Vorläufern, sollte sich bald deutlich zeigen. Die Encyclopédie wollte nicht mehr nur ein einfaches Nachschlagewerk zu verschiedenen Gebieten menschlichen Wissens sein, vielmehr handelte es sich um eine philosophische und aufgeklärt-kritische Interpretation dieses Wissens, die den Anspruch erhob mittels der Vernunft die Fundamente politischer Autorität sowie religiöser Offenbarung einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Trotz aller Bemühungen Diderots fehlte dem Projekt der Encyclopédie ein klar umrissener inhaltlicher wie formaler Rahmen. Die einzelnen Autoren widmeten sich ihrem Thema meist in aller Ausführlichkeit.

In einem Brief an Voltaire gestand d’Alembert, daß "ein Verfasser, der für uns von Nutzen ist ... uns häufig nicht nur das gibt, was wir dringend benötigen, sondern im Gegenzug auch verlangt, daß wir schlechte Passagen übernehmen. So kam es schließlich, daß aus den acht Bänden und zwei Bänden mit 600 Bildtafeln, die 1750 im Prospekt der Encyclopédie angekündigt worden waren, 17 Textbände sowie elf Bände mit 2000 Bildtafeln wurden.

Die Encyclopédie hatte sich als ein sehr großer Geschäftserfolg erwiesen: Das Konsortium aus Verlagsbuchhändlern, die gemeinsam 70 000 Livres investiert hatten, erzielte einen Gewinn von 2 500 000 Livres. Diderot erhielt ein Honorar von insgesamt 80 000 Livres. Zum Vergleich: Der damalige tägliche Durchschnittslohn eines Landarbeiters wurde von dem englischen Reisenden und Agronomen Arthur Young mit weniger als einem Livre beziffert.

Berühmtere Künstler wie Cochin waren kaum an der Encyclopédie beteiligt, die meisten Illustratoren und Kupferstecher waren erfahrene Handwerker.

Die Encyclopédie rief in der Vielfalt ihres gesamten janusköpfigen Charakters in den verschiedensten Kreisen ebenso begeisterte Zustimmung wie eine heftige Ablehnung hervor. Letztlich begründete aber gerade dies ihren großen Erfolg.

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  Links
Die Encyclopédie online: ein Projekt der Universität Chicago (ARTFL)
Buchtipps zum Thema Enzyklopädien vom Deutschen Museum München
Seminararbeit (Universität München) über die Geschichte der Encyclopédie und der Enzyclopädisten
Das WWW als digitale Enzyclopädie?: ein Artikel von Peter Haber in der NZZ Online



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