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GEIST UND GALANTERIE -
MUSÈE DU PETIT PALAIS |
Geist und Galanterie.
Kunst und Wissenschaft im 18. Jahrhundert aus dem Musée du Petit
Palais, Paris
13. Dezember 2002 bis 6. April 2003
Diesmal ist
das Pariser Petit Palais mit ausgewählten Kostbarkeiten aus dem
18. Jahrhundert zu Gast in Bonn. Vier Themenkreise illustrieren die
Quellen der Inspiration und die Entwicklung der Rokokozeit bis hin
zur klassizistischen Revolution: Die Wissenschaften, Theater und Märchen,
Orientalismus und Exotismus und die Zuwendung zur Natur sind durch
hervorragende Werke vertreten. Im Mittelpunkt stehen 16 prachtvolle
Tapisserien sowie die komplette Originalausgabe der Encyclopédie
von Diderot und d'Alembert mit ihren kunstvollen Kupferstichen.
Ein weiterer Bereich der Ausstellung zeigt auf, wie weit künstlerische
Entwicklungen des 18. Jahrhunderts auch im 19. Jahrhundert und darüber
hinaus für den Surrealismus und dessen Nachfolger bis heute stilprägend
geblieben sind.
Insekten (Stich)
© PMVP, Photo: Pierrain
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Das Denken und die Wissenschaften beleuchtet die neue Begeisterung
für Akademien und Gelehrtengesellschaften, die in direktem Zusammenhang
mit dem neuen Geist der Aufklärung zu sehen sind. Im Zentrum
steht hier die große Encyclopädie von Diderot und d’Alembert
mit ihren einzigartigen Kupferstichen. Die Gründung
der Akademien bedeutete einen großen Sprung hin zu neuen
Organisationsformen und barg gleichzeitig politische und religiöse
Konflikte. |
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Historie,
Theater und Fabel.
Die Geschichte der Beziehung zwischen Malerei und dem Theater im 18.
Jahrhundert besitzt viele Facetten, die für den heutigen Betrachter
nur schwer zu entschlüsseln sind. Fest steht, dass das Theater
der beliebteste Zeitvertreib war und dass auf der Bühne wie auf
Gemälden die gleichen Geschichten erzählt wurden. Die bildenden
Künstler waren meist auch für das Theater tätig, und
wer in der Lage war, mit seiner Malerei Historie oder Fabeln darzustellen,
stand in der Hierarchie der Gattungen auf einem Spitzenplatz.
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Claude Gillot
Vignette zu den Fabeln von de La Motte
© PMVP, Photo: Pierrain
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Exotismus
und Orientalismus.
In der Sehnsucht nach einer fernen und zwangsläufig „besseren“
Welt wurde der Mythos vom Goldenen Zeitalter neu belebt. Die Vorstellung
vom edlen Menschen in unberührter Natur fand Einzug in alle Kunstgattungen.
Die exotische Welt machte Anleihen bei allen Kontinenten, vor allem
bei den chinesischen, indischen, persischen und türkischen Völkern
und bot ein recht undifferenziertes Bild.
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Joseph-Marie
Vien
Schwarze Sultanin
© PMVP, Photo: Pierrain
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Das Naturempfinden im
18. Jahrhundert.
Das 18. war weniger das Jahrhundert der Landschaft als die Periode
davor und danach. Aus der Zeit davor bewahrte es sich die Neigung
zu einer idealen Natur und eine stille, doch kraftvoll strahlende
Poesie. Der folgenden Zeit vermachte sie die Vision einer vom Hell-Dunkel
zerrissenen Natur, die sich der Sprache der Leidenschaften bedient.
Das Wüten der Natur entwickelte sich zu einem äußerst
beliebten Thema.
Die Wiederentdeckung des 18. Jahrhunderts
im 19. Jahrhundert.
Im frühen 19. Jahrhundert begann man in Frankreich zunächst,
das 18. Jahrhundert zu verleugnen und seine Errungenschaften zu entwerten.
Dies änderte sich mit den Brüdern Goncourt, die das 13-bändige
Werk Die Kunst des 18. Jahrhunderts herausbrachten und mit den Brüdern
Dutuit, deren Sammlung von Werken des 18. Jahrhunderts heute einen
wichtigen Teil der Bestände des Petit Palais darstellt.
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Hubert Robert
Die Medici-Venus
© PMVP, Photo: Pierrain
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Schmuckentwürfe
eines der talentiertesten Zeichner des Juweliers Louis Cartier, François
Charles Jacqueau, und des heute weitgehend unbekannten Georges
Deraisme erläutern das zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckte
18. Jahrhundert. Es entstand der „style guirlande“, für
den Cartier berühmt werden sollte.
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