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AUSSTELLUNGEN
  GEIST UND GALANTERIE - MUSÈE DU PETIT PALAIS
Texte aus der Ausstellung

1. Das Denken und die Wissenschaften
- Die Freimaurerei -

Im Spannungsfeld zwischen internationaler Politik, religiösen Konflikten und philosophisch-weltanschaulichen Auseinandersetzungen entwickelte sich im 18. Jahrhundert die Freimaurerei – eine Bewegung, die ihrer Organisationsstruktur und ihren Zielen nach die üblichen sozialen und politischen Ordnungen aufbrechen wollte. Der Ursprung wird in Schottland vermutet, möglicherweise waren die mittelalterlichen Maurerzünfte ferne Ahnherrn und Namensgeber. Die Freimaurerei entwickelte sich seit Anfang des 18. Jahrhunderts auf zwei recht unterschiedlichen Wegen: Einmal in England, wo sie sich in einer gewissen Nähe zum Haus Hannover befand. Zum anderen in Frankreich, wohin die Bewegung mit dem Hof der Stuarts exportiert worden war, dem von Ludwig XIV. in Saint-Germain-en-Laye Unterkunft gewährt wurde. Dort war eine Orientierung an der katholischen Kirche gegeben. Es steht zu vermuten, dass die Mitglieder der verschiedenen Freimaurerlogen klar zwischen diesen beiden Richtungen zu unterscheiden wussten, doch bestand die Möglichkeit zu Kontakten und wechselseitigem Austausch. Die Religionszugehörigkeit schien bei den Freimaurern kein Anlass für Zwistigkeiten zu sein.
Einführung zur Ausstellung
Ausstellungsplan

Joseph-Siffred Duplessis
Benjamin Franklin
zum Bild

In Gelehrtenkreisen war die Freimaurerei sehr weit verbreitet, und vor allem die englischen Freimaurerlogen nahmen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung philosophischen Gedankenguts und wissenschaftlicher Erkenntnisse ein: Ephraim Chambers (ca. 1680-1740), der Verfasser der hochgerühmten Cyclopedia or Universal Dictionary of Arts and Sciences (London, 1728), dem Vorbild der französischen Encyclopédie, war Freimaurer – was im übrigen zu der Legende beitrug, daß die Encyclopédie ein Werk von Freimaurern sei. Von England wurden ab Mitte des 18. Jahrhunderts Freimaurerlogen auch nach Amerika exportiert, vor allem nach Philadelphia, wo Benjamin Franklin Mitglied war, einer der exponiertesten Vertreter der Freimaurer.

In Europa wurde die Freimaurerei fast eine Art Modeerscheinung. Überall wurden Freimaurerlogen gegründet.

Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Erforschung der Freimaurerei besteht darin, Legendenbildung und historische Wirklichkeit auseinanderzuhalten, die von den Freimauern selbst betriebene Mystifizierung und die wenigen Fakten, die tatsächlich belegt werden können, sorgfältig voneinander zu trennen.

Die Logen der Freimaurer trugen sicherlich zur Verbreitung aufklärerischen Gedankenguts bei, durch das große politische Ereignisse wie die Französische Revolution oder der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg überhaupt erst möglich wurden. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Ereignisse allein auf den Einfluss und die Ideale der Freimaurerei zurückzuführen waren.
Texte aus der Ausstellung
1. Das Denken und die Wissenschaften
  Die Gründung der Akademien
  - Die Freimaurerei
  - Die Salons
2. Die Historie, das Theater und die Fabel
3. Exotismus und Orientalismus im 18. Jh.
4. Das Naturgefühl im 18. Jh.
5. Die Wiederentdeckung des 18. Jh. im 19. Jh.
6. Das 18. Jh. als Inspirationsquelle für das späte 19. und frühe 20. Jh.




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