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AUSSTELLUNGEN
  GEIST UND GALANTERIE - MUSÈE DU PETIT PALAIS
Texte aus der Ausstellung

1. Das Denken und die Wissenschaften
- Die Gründung der Akademien -

Das Aufblühen der Akademien in ganz Europa im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts kündigt den neuen Geist der Aufklärung an. Im antiken Griechenland wurden Philosophenschulen so bezeichnet, deren erste von Platon ins Leben gerufen wurde. Seit der Renaissance gab es in Italien zahlreiche Gelehrtengesellschaften, die sich den Wissenschaften und den schönen Künsten widmeten.

Diese Akademien waren aus den Kreisen hochgebildeter Dilettanten – im besten Sinne des Wortes – hervorgegangen. Sie konnten dem Schutz und der Gönnerschaft eines Fürsten unterstellt sein – wie beispielsweise dem Großherzog der Toskana in Florenz – , doch war dies keineswegs immer der Fall. Manche waren auch als Geheimbund organisiert, was vor allem bei den Vereinigungen mit alchimistisch-naturkundlichem Interesse zu beobachten war, die dadurch den Strafen der gefürchteten Inquisition zu entgehen hofften.

Einführung zur Ausstellung
Ausstellungsplan


Bernard Le Bouvier de Fontenelle (1657-1757)
Oeuvres diverses de M. de Fontenelle
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Die öffentliche Anerkennung, die Institutionalisierung und die fachwissenschaftliche Spezialisierung der Akademien geht auf das 17. Jahrhundert zurück.

In Frankreich erfolgte die Gründung der Akademien ebenfalls im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Schon 1634 wurde durch Richelieu die Académie française ins Leben gerufen, 14 Jahre später durch Mazarin die Académie de Sculpture et de Peinture, danach durch Colbert 1663 die Académie des Inscriptions et Belles Lettres (auch die Kleine Akademie genannt) sowie 1666 die Académie des Sciences.

Zu Mitgliedern dieser Akademien wurden herausragende Vertreter der jeweiligen Fachdisziplinen gewählt, die nicht immer Franzosen sein mußten. In die Académie des Sciences wurde beispielsweise der Astronom Jean-Dominique Cassini (1625-1712) aufgenommen, der italienischer Herkunft war; auch der holländische Physiker und Astronom Christiaan Huygens (1629-1695) findet sich auf der Liste der ersten Mitglieder. Der deutsche Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) wurde zum korrespondierenden Mitglied ernannt.

Alle diese Akademien wurden unter die direkte Schirmherrschaft König Ludwigs XIV. gestellt, womit sicherlich auch bezweckt wurde, ihre wissenschaftlichen Aktivitäten aus möglichst großer Nähe verfolgen und überwachen zu können.

Texte aus der Ausstellung
1. Das Denken und die Wissenschaften
  Die Gründung der Akademien
  - Die Freimaurerei
  - Die Salons
2. Die Historie, das Theater und die Fabel
3. Exotismus und Orientalismus im 18. Jh.
4. Das Naturgefühl im 18. Jh.
5. Die Wiederentdeckung des 18. Jh. im 19. Jh.
6. Das 18. Jh. als Inspirationsquelle für das späte 19. und frühe 20. Jh.

Die Gründung der Akademien bedeutete für die Entwicklung der Natur- und Geisteswissenschaften einen großen Sprung nach vorne – hin zu neuen, modernen Organisationsformen. Doch geschah dies nicht ohne heftige Auseinandersetzungen politischer und vor allem religiöser Art. Bald bildeten sich unterschiedliche weltanschauliche Gruppierungen, die sich innerhalb der Akademien befehdeten. Streitpunkt war die Religion. Die Autorität der Könige und Fürsten wurde eingefordert, um die Debatten zu schlichten. Der Ruf nach Zensur wurde laut – und abgewiesen. Der Geist aufklärerischer Kritik machte sich breit. Die moderne Wissenschaft hat ihren Ursprung im polemischen Kampf gegen die Religionen.
Albert Seba
Genaue Beschreibung der wichtigsten Naturseltenheiten des glanzvollen Kabinetts von Albert Seba. Band II (Reptilien)
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