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GEIST UND GALANTERIE -
MUSÈE DU PETIT PALAIS |
Texte aus der Ausstellung
3. Exotismus und Orientalismus im
18. Jahrhundert
- Anderswo -
Durch die Suche nach einem Anderswo erscheint das 18.
Jahrhundert als Negativ-Bild. Künstler und Schriftsteller
inszenierten Welten, die sich durch ihre Perfektion klar von
den Schwächen der Welten zur Zeit Ludwigs XV. oder Friedrichs
II. abgrenzen sollten.
Diesem Verlangen entsprachen die gegensätzlichen Konzepte von
jahrtausendealter Weisheit und der Reinheit einer gerade erst erwachenden
Welt. Konkretisiert wurde das einerseits in der Vorstellung, die man
sich vom Orient machte, und andererseits
in der Vorstellung von Amerika oder Polynesien,
die man allmählich zu entdecken begann. Der alte
weise Chinese oder Türke,
ebenso wie der 'bon sauvage', der edle Wilde,
brachten Europa zu Bewusstsein, was ihm fehlte. Alles in allem war
Europa noch nicht alt genug und nicht mehr jung genug. |
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Daraus ergaben sich verschiedene Reaktionen für
die Künste und die Wissenschaften im Okzident: Die eine äußerte
sich in einfachem Sammeln, das im Anhäufen
von authentischen Gegenständen bestand, die allerdings aus ihrem
Entstehungs- und Verwendungskontext herausgelöst waren. Die andere
bestand im Kopieren von Dekor und Techniken.
Die letzte war eine sehr freie Inspiration durch die weit entfernten
Welten und eine rein europäische Adaptation: die Chinoiserie.
Durch die Schwierigkeit, mit den gegenüber äußeren
Einflüssen sehr abgeschirmten Ländern des Fernen Ostens
in Kontakt zu treten, wuchs die Neugier auf das Land und mit ihr das
Ansehen der Einfuhrprodukte. China öffnete seit der Regierung
durch die Mandschu-Dynastie wieder vorsichtig seine Tore.
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