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AUSSTELLUNGEN
  GEIST UND GALANTERIE - MUSÈE DU PETIT PALAIS
Texte aus der Ausstellung

3. Exotismus und Orientalismus im 18. Jahrhundert
- Bildteppiche -


Die Tapisserie, deren figürliche Darstellungen von der Malerei beeinflusst wurden, war geradezu wie geschaffen für Chinoiserien und exotische Szenen. Die Manufaktur in Beauvais arbeitete bis 1731 an der Herstellung eines Bildteppichs mit dem Titel Histoire de l'empereur de Chine oder première tenture chinoise nach den Kartons von Guy Louis Vernansal (1648-1729), Jean-Baptiste Blin de Fontenay (1653-1715) und Jean-Baptiste Monnoyer (1636-1699).
Die Stiche in Johan Nieuhoffs Descriptio Legationis Batavicae von 1665 hatten sie weitgehend inspiriert, insbesondere die Audience de l'empereur, eine Bearbeitung des Frontispizes. Der Herrscher trug einen Turban auf dem Kopf und saß unter einer Art Laube mit herabhängenden Knäufen, die man in Le Retour de la chasse (Rückkehr von der Jagd) wiederfindet. Les Astronomes stellten einige der als Mandarine gekleideten Jesuiten dar, die sich aufgrund ihrer naturwissenschaftlichen Kenntnisse am kaiserlichen Hofe hatten durchsetzen können wie Pater Adam Schall von Bell und Pater Ferdinand Verbiest. La Récolte des ananas illustrierte ebenfalls einen Text von Nieuhof. La Collation dagegen zeigte ein Essen nach europäischer Art.

Einführung zur Ausstellung
Ausstellungsplan



Werkstatt von Alexandre Baert
Asien (Die vier Erdteile),
Tapisserie (Ausschnitt)
zum Bild

Der zweite chinesische Bildteppich, der ab 1742 in derselben Manufaktur nach Vorlagen von François Boucher gewebt wurde, war ganz aus der Phantasie des Künstlers hervorgegangen. Dieses 'Rokoko-China' mit Pagoden, Palmen und spitzen Hüten hatte großen Erfolg und wurde zwischen 1743 und 1775 zwölfmal hergestellt. Dem neunten Bildteppich wurde ein besonderes Schicksal zuteil, denn der Minister Bertin schenkte ihn zwei jungen chinesischen Missionaren, die ihn wiederum Kaiser Qian-long in Peking schenkten. Er ließ speziell für den Bildteppich ein Gebäude errichten.

Die Manufaktur in Aubusson webte chinesische Szenen nach Boucher, die dank der Stiche von Gabriel Huquier (1695-1772) überliefert sind. In einer recht bekannten Serie von Bildteppichen, die als "dans le goût de Pillement" (nach der Art von Pillement), bezeichnet wurden, sind traditionelles Laubwerk, ein paar chinesische Pavillons und Stelzvögel aneinandergereiht, die mit keiner bestimmten Vorlage des Malers und Ornamentkünstlers übereinstimmten.
Texte aus der Ausstellung
1. Das Denken und die Wissenschaften
2. Die Historie, das Theater und die Fabel
3. Exotismus und Orientalismus im 18. Jh.
  - Anderswo
  - Bildteppiche
  - Chinamode und Amerika
4. Das Naturgefühl im 18. Jh.
5. Die Wiederentdeckung des 18. Jh. im 19. Jh.
6. Das 18. Jh. als Inspirationsquelle für das späte 19. und frühe 20. Jh.


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