Jochen Viehoff, Pina Bausch tanzt ein Solo in Danzón (Ausschnitt), Fotografie © Jochen Viehoff

Pina Bausch

und das Tanztheater

4. März bis 24. Juli 2016

Pina Bausch (1940–2009) gilt als Pionierin des modernen Tanztheaters und als eine der einflussreichsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts. In der Bundeskunsthalle wird ihr Schaffen nun erstmals in Form einer Ausstellung erfahrbar gemacht.

«Mich interessiert nicht, wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt.»Pina Bausch

Ausgehend von ihrem 2007 im Rahmen der Kyoto-Preis-Verleihung gehaltenen Workshop-Vortrag, ermöglicht die Ausstellung Einblicke die Arbeit von Pina Bausch. Im Mittelpunkt steht nicht nur das Werk in Form der auf die Bühne gebrachten Stücke. In den Fokus gerückt werden vielmehr vor allem die Grundlagen ihrer Arbeit, ihre Vorgehensweise, die wesentlichen Aspekte und die Menschen, die sie auf diesem (Arbeits-)Weg begleitet haben. Objekte, Installationen, Fotografien und Videos stammen aus den einzigartigen Beständen des Pina Bausch Archivs.

Herzstück der Ausstellung ist ein Nachbau der „Lichtburg“ – jenes legendären Proberaums in einem alten Wuppertaler Kino, in dem Pina Bausch den größten Teil ihrer Stücke gemeinsam mit ihren Tänzerinnen und Tänzern entwickelt hat. Fremden wird nur selten Zutritt zu diesem intimen Raum gewährt. In der Bundeskunsthalle aber wird er zum Raum der Begegnung mit Mitgliedern des Tanztheaters, die den Besuchern Bewegungsqualitäten und kleine Bewegungssequenzen vermitteln; Performances, Tanz-Workshops, öffentliche Proben, Gespräche, Filme und mehr lassen ihn zum lebendigen Erfahrungsraum für die Besucher werden.

Die Lichtburg

Machen Sie bei Performances, Tanzworkshops, Filmen, offenen Proben, Lecture Performances, Trainingsklassen, Talks und performativen Interventionen im Nachbau der Lichtburg Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Werk von Pina Bausch und ihrem Tanztheater Wuppertal. Manchmal auch mit verschlossenen Türen, um Intimität zu schaffen. Die Lichtburg – Ort der Inspiration, ein Labor der Begegnung und Annäherung an das Werk von Pina Bausch. Je nach Angebot bietet dieser Raum 25 bis 50 Personen Platz.

Workshops

In Tanzworkshops für Laien, Tanzinteressierte und Profis vermischen sich unterschiedliche Techniken, Traditionen und Bewegungsformen. Regelmäßig finden Angebote statt, an denen Sie spontan und ohne Vorkenntnisse teilnehmen können. Immer wieder gibt es öffentliche Proben und Einblicke in choreografische Arbeitsprozesse mit der Gelegenheit, sich mit Künstlern und Künstlerinnen auszutauschen.

Filmprogramm

Nicht nur weil die Lichtburg ein ehemaliges Kino ist, sondern vor allem weil audiovisuelle Medien heute das wichtigste Mittel in der Dokumentation von Tanz sind, werden Filme von und über Pina Bausch und das Tanztheater Wuppertal gezeigt. Ein dokumentarischer Blick auf ihre Arbeitswelt – u.a. von Chantal Akerman, Klaus Wildenhahn, Lee Yanor und Pina Bausch.

Lecture Performances und Talks

Vorträge, Lecture Performances und Gespräche nähern sich auf künstlerische und theoretische Weise dem Werk von Pina Bausch und der Arbeit des Tanztheater Wuppertal, in einer offenen Form, die unterschiedliche Akteure und Blickweisen, Themenbereiche und Expertisen involviert: von Wegbegleitern, Tänzern, Kollegen und Wissenschaftlern. Was bleibt? Was bedeutet Weitergabe im Tanz? Und was verbindet uns mit dem Werk von Pina Bausch?

Film & Talk

In der Reihe Film & Talk werden Videoaufzeichnungen einiger Stücke von Pina Bausch gezeigt. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Beteiligten des jeweiligen Kreationsprozesses statt. Was lässt sich zu den damaligen Proben sagen? Wie hat Pina Bausch sie und ihre Arbeit beeinflusst? Anekdoten, Informationen, Erinnerungen.

Performances

Während der Proben zu einem neuen Stück hat Pina Bausch ihren Tänzerinnen und Tänzern „Fragen“ gestellt. Aber wie haben die Tänzer Bauschs Fragen wahrgenommen? Was ist ihre Erinnerung? Und inwiefern beeinflussen Pina Bauschs Werk und ihre Arbeitsweise ihr gegenwärtiges künstlerisches Schaffen? Entstehen werden Performances und Interventionen über die gemeinsame Arbeit mit Pina Bausch.

7x7x5

7 Besucher befragen 7 Gäste des Tanztheater Wuppertal – für 5 Minuten. In Form eines Oral History Speed-Datings können Besucher Mitglieder des Tanztheater Wuppertal über ihre Arbeit mit Pina Bausch für jeweils 5 Minuten befragen oder einfach dem Geschehen folgen. Eine spielerische Annäherung an das Werk von Pina Bausch.

Kunstkomplizen

Das Format „Kunstkomplizen“ bietet die Möglichkeit, die Ausstellung und ihre performativen Formate gemeinsam mit anderen zu erleben. Lernen Sie andere Sichtweisen und Blickwinkel auf das Werk von Pina Bausch kennen: gemeinsam mit Fans, Experten, Tänzern oder anderen Besuchern. Treffen Sie sich, um das Erlebte zu teilen.

Eintritt und Tickets im Vorverkauf

Zum Vorverkauf mit Fahrausweis zum selbst ausdrucken

10 €, ermäßigt 6,50 €, Familienkarte 16 €

Freitags freier Eintritt für Schulklassen
Happy-Hour-Ticket: 6 € für alle Ausstellungen (jeweils 2 Std. vor Schließung, nur für Individualbesucher). Es werden auch Kombikarten zum Besuch aller zeitgleich in der Bundeskunsthalle stattfindenden Ausstellungen angeboten. Weitere Informationen zu den Eintrittspreisen

DANCE! The NELKEN-Line

Was passiert, wenn man einen markanten Ausschnitt aus einer Choreografie von Pina Bausch mit anderen Menschen teilt? Was machen Pina Bausch-Fans, Profis, Laien, Schüler, Senioren, Tanzbegeisterte und Couchpotatoes aus einer weltbekannten Vorlage? Die Pina Bausch Foundation und ARTE Concert geben die berühmte Reihe "Frühling Sommer Herbst Winter" aus dem Stück "Nelken" von Pina Bausch in die Welt und fordern zum Nachtanzen auf. Tanzen Sie mit – DANCE!

Film zur Ausstellung

Quellennachweise anzeigen
Abbildungen
  1. Jochen Viehoff, Pina Bausch tanzt ein Solo in Danzón (Ausschnitt), Fotografie© Jochen ViehoffJochen Viehoff, Pina Bausch tanzt ein Solo in Danzón (Ausschnitt), Fotografie © Jochen Viehoff
  2. Ulli Weiss, Probe in der Lichtburg, mit Rolf Borzik und Marion Cito Wuppertal, um 1978© Pina Bausch Foundation
  3. Ulli Weiss, Probe: Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen, Bochum, 1978© Pina Bausch Foundation
  4. Die Lichtburg 2016 © Pina Bausch Foundation
  5. Fotograf unbekannt, Aufführung: Passacaglia and Fuge in C minor, Choreografie: Doris Humphrey (1938), Einstudierung: José Limón, Juilliard School, New York, 1960© Pina Bausch Foundation, Juilliard Archives
  6. Ulli Weiss, Bühnenprobe zu Nelken, Palais des Papes, Avignon, 1983 © Pina Bausch Foundation
  7. Zerrin Aydin-Herwegh, Aufführung des Pina Bausch-Stücks „Sacre” Fotografie© Zerrin Aydin-Herwegh

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Ansichten des Dachgartens

Für alle Abbildungen gilt:
Parkomanie. Die Gartenlandschaft der Bundeskunsthalle, 2016 (Aufnahme: 2016-04-21)
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