Goldbüste des Kaisers Marc Aurel
PlakatROM UND DIE BARBAREN
Kunstexponat der Woche
Woche 4: 15. - 21. September 2008

Meerstadtplatte aus dem Kaiseraugster Silberschatz
330–350 n. Chr. | Silber, teilweise vergoldet und nielloverziert
© Museum Augusta Raurica, Augst, Kanton Aargau

Hören Sie in Ergänzung zum Text unten den Beitrag aus unserer Audioführung (mp3-Datei) zur Ausstellung.

Siegesaltar
Kaiserauguster Silberschatz
Im Kastell der Stadt Kaiseraugst (Augusta Raurica) wurde in römischer Zeit über Jahre hinweg Silber zusammengetragen, das aus kaiserlichen Geschenken und  Erbschaften stammte. Aus Angst vor alamannischen Überfällen hat man das kostbare Gut etwa um 350 n. Chr. innerhalb der Kastellmauer vergraben. Die Besitzer kamen vermutlich ums Leben, und der Schatz geriet in Vergessenheit. Er wurde erst im Winter 1961 beim Bau eines Turnplatzes zufällig entdeckt. Leider blieb die Fundstelle zunächst unbeaufsichtigt und einige Teile des Schatzes fielen Schatzgräbern zum Opfern. Nach der Wiederaufnahme der Bauarbeiten, zu denen ein Archäologe hinzugezogen wurde, konnten jedoch die verschwundenen Stücke wiederbeschafft werden. Im Jahr 1995 geriet der Schatz erneut in Schlagzeilen als 18 Silberobjekte durch eine Erbschaft dem Kanton Aargau überlassen wurden.
Offensichtlich handelt es sich bei dem Silberschatz nicht um Tafelgeschirr, sondern um die Ausstattung eines hohen Offiziers oder Beamten. Auf mehreren Silbergefäßen ist die Inschrift “dem Marcellianus” zu lesen: Vielleicht war Marcellianus ein hoher Offizier der in Kaiseraugst stationierten 1. Mars-Legion (legio I Martia). Aber die Quellen und Inschriften sind zu spärlich, um den Besitzer tatsächlich zu identifizieren.
Auch wenn der Kaiseraugster Silberschatz nicht vollständig erhalten ist, vereint er heute immerhin noch 273 Stücke und wiegt insgesamt 58 Kilogramm. Er gehört zu den bedeutendsten spätantiken Silberschätzen.

Meerstadtplatte
Die so genannte Meerstadtplatte gehört zu den Prachtstücken des Kaiseraugster Silberschatzes. Sie hat einen Durchmesser von 59 cm. In der Mitte ist ein Medaillon mit der Darstellung einer Villa am Meer zu sehen. Dieses Motiv war in der von Krisen erschütterten Spätantike ein Sinnbild für ein glückliches und unbeschwertes Leben. Wohl aus diesem Grund spielte das Thema in der Selbstdarstellung der aristokratischen Elite eine wichtige Rolle.