Dieser Schatz stellt den größten Fund römischer
Solidi nördlich der Alpen dar. Er wurde 1908 in Dortmund entdeckt und besteht aus drei goldenen Halsringen, 444 Goldmünzen (
Solidi) sowie 16 Silbermünzen. Die Mehrheit der
Solidi wurde zwischen 335 und 411 n. Chr. in offiziellen Münzstätten geprägt, doch es fanden sich auch eine Fälschung und 13 barbarische Nachahmungen. Die Silbermünzen (
Argentei) und die drei goldenen Halsringe werden in das 5. Jahrhundert n. Chr. datiert.
Bei dem Dortmunder Schatz handelt es sich um Zahlungen an germanische Soldaten für geleistete Dienste im römischen Heer. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass dies keinesfalls eine einmalige Soldzahlung war. Allein die Goldmünzen machen deutlich, dass sich der Hort aus zwei Teilen zusammensetzt: einem aus der Zeit um 410 n. Chr. und einem weiteren, etwa 30 bis 40 Jahre älteren.
Der Dortmunder Hort dürfte einen über mehrere Generationen angesammelten Familienschatz darstellen. Viele der älteren Stücke wurden vermutlich als Schmuck getragen, denn sie weisen Löcher oder Spuren von Henkelungen auf. Die ehemaligen Besitzer hatten sicher mehrfach im Dienst römischer Kaiser gestanden, zuletzt von Constantin III. (407–411), über den die Quellen berichten, dass er Franken, Burgunder und Alamannen für das römische Heer angeworben hatte. Doch der Schatz wurde erst eine bis zwei Generationen später verborgen. Vermutlich war es nach dem endgültigen Zusammenbruch der spätrömischen Grenzverteidigung auch zu Veränderungen im Machtgefüge der im ehemaligen Limesvorland ansässigen Gruppen gekommen, infolge derer der Dortmunder Schatz in den Boden gelangt sein könnte.