Zwischen 1961 und 1973 wurde aus einem Altrheinarm bei Hagenbach (Kreis Germersheim) der zweitgrößte römerzeitliche Hortfund geborgen. Die vielen Metallobjekte erlitten sowohl durch den Druck des Kieses als auch durch die beim Kiesabbau erfolgte Bergung schwere Beschädigungen: Dellen, Verformungen, Risse. Weitere Untersuchungen der Fundstelle mussten aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Im Jahr 1990 kamen weitere Bronze- und Eisenobjekte ans Tageslicht. Insgesamt besteht der Hortfund von Hagenbach aus 375 Objekten und ist auf mehrere Museen verteilt.

Bronzegefäß
Bei dem Hortfund handelt es sich um Beutegut der Germanen, das im Rhein versenkt wurde.
Den größten Teil des Fundes stellen Bronzegefäße dar, bei denen zum Küchengeschirr gehörende Großformen wie Kessel, Eimer und Becken überwiegen. Eine Besonderheit des Hagenbacher Hortfundes sind allerdings 170 Silberobjekte: Votivbleche, Schmuck und Geschirr. Ihr guter Erhaltungszustand ist dem Umstand zu verdanken, dass sie ursprünglich in den Bronzegefäßen lagen und dort geschützt waren.
Außergewöhnlich sind die 130 Votivbleche mit der dazugehörigen bogenförmigen Ädikula.
Sie stehen in alter keltischer Tradition und fanden Verbreitung dort, wo Kelten ansässig war, von Britannien bis Kleinasien. In ihrer stilisierten Form könnten die Bleche Bäume darstellen, während die halbmondförmigen Abschlüsse an Rinderhörner erinnern. Hoch interessant sind die in die Bleche eingeritzten Weihinschriften, die vor allem an den Gott Mars gerichtet sind. Die regionale Titulatur des Gottes – DOMINO MARTI AVGVSTO – und die nichtrömischen Namen der Weihenden verweisen auf Aquitanien als Standort des Tempels, aus dem die Germanen die Votivbleche raubten.