Weinopfergefäß (hu) für die Befehlserteilung
an Sung (Sung hu) Wine vessel (hu) for the proclamation of order for Sung Späte Westliche Chou-Dynastie (ca. 800--771 v. Chr.) Bronze Wurden bronzene Trinkgefäße zu Zeiten der Shang-Dynastie hauptsächlich bei Bestattungsriten verwendet, so setzte bei den Chou allmählich ihr Gebrauch als Speisegeschirr ein. Diese Tendenz kündigte sich in der Frühzeit der Westlichen Chou-Dynastie an. Die Vielfalt der Weingefäße, wie sie zur Zeit der Shang-Dynastie entwickelt worden war, versiegte nach der mittleren Periode der Chou-Dynastie, bis nur noch der Weinkrug hu übrig blieb. Aus einer der Inschriften in Hals und Deckel geht hervor, dass dieses hu von einem Angehörigen des Hofstaates des Königs von Chou namens Sung aus Anlass seiner Ernennung zum Verwalter von Warenhäusern und Beauftragten für die Warenbeschaffung bei Hofe gestiftet wurde. Bei der Übergabe des Ernennungsdekretes im königlichen Ahnentempel gewährte ihm der König kostbare Gewänder, Gürtel, Jade-Anhänger und Wagenschmuck. Danach habe Sung eine Jadetafel (vgl. Nr. 4) als Amtszeichen erhalten. Weiter heißt es in der Inschrift: „[...] Ehrfurchtsvoll pries Sung den Himmelssohn für seinen gütigen Befehl. Er drückte den Wunsch aus, einen kostbaren Bronzebehälter hu gießen zu lassen, um seinem verstorbenen Vater Kung-shu und seiner verstorbenen Mutter Kung-hsi zu opfern. So wollte er seine Kindesehrfurcht zum Ausdruck bringen und um Glück und Segen beten. Auch wollte er darum beten, dem König noch lange dienen zu können, sowie um ein langes Leben und ein friedliches Ende. Möge die Nachkommenschaft über Generationen hinweg dieses Gefäß ehren und benutzen.“ Die detailreichen Inschriften dieses hu sind ein wichtiges Dokument für die Erforschung der Befehlsstrukturen und Mandatsysteme in der Zeit der Westlichen Chou-Dynastie. Nationales Palastmuseum, Taipei, © NPM |