Ausstellungen
 • Ausstellungsübersicht
 • Ausstellungsrückschau
Veranstaltungen
PÄDAGOGIK
Bibliothek
Besucherinfo
Über uns
Kontakt
Artcard
Shopping
Presse
Newsletter
Suche 

Bundeskunsthalle bei facebook
AUSSTELLUNGEN
  JAPANS SCHÖNHEIT, JAPANS SEELE

Japans Schönheit, Japans Seele
Meisterwerke aus dem Tokyo National Museum
Die Großen Sammlungen
29. August bis 26. Oktober 2003

Mit einer Auswahl von 117 der bedeutendsten Kunstwerke aus der Sammlung des Tokyo National Museum wird die Ausstellung die klassische Kunst Japans vorstellen, wobei der Schwerpunkt nicht nur darauf liegt, weithin bekannte Objekte Japans zu zeigen.

Der behandelte Zeitraum spannt sich vom Mittelalter bis zur frühen Moderne. Ziel ist, das klischeehafte Verständnis der japanischen Kunst und Kultur zu durchbrechen, ja ein neues Japan-Bild zu schaffen.

Bilder aus der Ausstellung weiter...

 

Einführung zur Ausstellung
Öffnungszeiten, Anfahrt, etc.
Katalog
Führungen
Rahmenprogramm
Filme in der Ausstellung
Filmpremiere Takeshi Kitano
Workshops
Seminar Erwachsenenbildung


Unter den Exponaten befinden sich mehrere Nationalschätze Japans und zahlreiche "Wichtige Kulturgüter". Eine Sammlung von solcher Qualität war in der Nachkriegszeit in Deutschland bisher nicht zu sehen, und auch für Europa insgesamt ist diese Ausstellung eine seltene Gelegenheit, die Kunst Japans anhand von Meisterwerken kennen zu lernen.

Das goldene Mittelalter und die Shoin-Kultur
Den Ausstellungsbesucher erwartet am Anfang der Ausstellung, im Themenbereich des shoin, die Statue des ersten Shogun Japans, des Gründers der Minamoto-Herrschaft, Minamoto no Yoritomo. Die Statue aus dem 13./14. Jahrhundert ist eines der ältesten Exponate dieser Ausstellung. Sie beeindruckt nicht nur durch ihre realistische Darstellung mit den in ihrer Zeit typischen Augen aus Bergkristall, sondern symbolisiert auch den Beginn des goldenen Mittelalters durch den Aufstieg der neuen Gesellschaftsschicht der Ritter. Die darauffolgende Muromachi-Periode (1392-1573) erreichte eine kulturelle Individualität, die es zulässt, in dieser Zeit nach der Genesis der japanischen Ästhetik zu suchen. Die Muromachi-Periode ist beispielhaft für eine Hochkultur, die bewusst Fremdkulturen einlud, diese nach ihrem Geschmack umgestaltete, und es hervorragend verstand, die eigene wie auch die Fremdkultur gleichermaßen zu nutzen. Die Salonkultur des shoin begann während der Muromachi-Periode und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Epochen der japanischen Kunstgeschichte.



  Virtueller Rundgang
Ausstellungsplan, Texte aus der Ausstellung
„Sitzfigur des Shoguns Minamoto No Yoritomo“
Kamakura-Periode, 13. - 14. Jahrhundert
Wichtiges Kulturgut, © Tokyo National Museum

Die Kyoto-Kultur
Die Kyoto-Kultur ist allgemein bekannt als die Kultur der traditionellen Hofaristokratie: Poesie und Kalligraphie waren stark vertreten. Kyoto war kaiserliche Hauptstadt für mehr als 1000 Jahre. Poesie, Literatur und ihre visuelle Form, die Kalligraphie, spielten in den wichtigsten historischen Epochen Kyotos, wie der Heian- (794-1185) und der Muromachi-Periode, eine zentrale Rolle. Aristokratische Literatur wie die Geschichte des Prinzen Genji, der erste Roman der Welt, wird gefeiert. Dennoch liegt die wahre Bedeutung Kyotos in der Vielschichtigkeit seiner Kultur, die von Aristokraten, Rittern, Mönchen und Kaufleuten getragen wurde. Über die Jahrhunderte hinweg war Kyoto die Wiege zahlreicher neuer Strömungen. Zu diesem Bereich zeigt die Ausstellung zahlreiche Kalligraphien, die die zwei Hauptströmungen der japanischen Kalligraphiekunst vorstellen: die aristokratische und die religiöse. Darunter sind Meisterwerke, die Spiritualität und Kunstfertigkeit der buddhistischen Kalligraphie verdeutlichen, wie die Einzeilige Schrift des Zen-Mönchs Ikkyū. Während die Schriften der adeligen Poeten eine romantisch verspielte Stimmung vermitteln, spiegeln die ausgesuchten Lackschreibkästen mit Goldverzierung die üppige und gleichzeitig feine Eleganz des goldenen Mittelalters Japans wider.

Japan Logo
Japans Schönheit, Japans Seele
Meisterwerke aus dem Tokyo National Museum
Göttliches Alter - Ewige Jugend
Nō-Masken aus der Sammlung Naitō, Nobeoka
100 Jahre Tokyo
Fotos aus dem Japanischen Kamera-Museum, Tokyo
Ikebana
Ikenobō-Schule des Ikebana, Kyoto
Nō-Theater im Forum der Kunst- und Ausstellungshalle


Die Tee-Zeremonie in der Momoyama-Periode
Zu Beginn der Momoyama-Periode (1568/73 - 1616) wurden viele herkömmliche gesellschaftliche Maßstäbe nicht nur in Frage gestellt, sondern auch völlig neu formuliert. Alte Hierarchien wurden gestürzt, ein Mann bäuerlicher Herkunft konnte zum Herrscher Japans aufsteigen. Die Lebensfreude und Ambitionen der aufsteigenden Gesellschaft, die sich in ihrem neugewonnenen materiellen Wohlstand einrichtete, der zu barockem Geschmack und prunkvollem Kulturausdruck neigte, war der Nährboden für die imposante und dynamische Kunst der Momoyama-Periode - kenran. Der dritte Themenbereich befasst sich mit der Kultur der Teezeremonie, die mit dem berühmten Meister Sen no Rikyū ihren Höhepunkt erlebte.
Im Gegensatz zu den Tee-Salons der Shoin-Kultur kehrte die neue wabi-Teezeremonie der chinesischen Kunst sowie dem schweren Prunk der kenran-Kunst den Rücken. Die japanische Zuneigung zu den ungekünstelten, naturnahen Phänomenen gab es schon immer, als Konzept des wabi ist sie jedoch eine neue Erscheinung. Die Teezeremonie Cha no yu bevorzugt einen rustikalen, bewusst naturnahen Geschmack auch inmitten einer naturfernen, kultivierten Umgebung. Hautnah kann man diese Ästhetik an abstrakten Keramiken wie der Iga-Vase mit Handgriffen erleben. Dieses Streben nach natürlicher Einfachheit und Geistigkeit war ein bewusster Verzicht auf materiellen Wert, der die Üppigkeit der Momoyama-Periode durch eine neue, geistige ästhetische Qualität zu ersetzen suchte.



Liste der Objekte, die aus konservatorischen Gründen am 29.09.2003 ausgetauscht werden. (PDF-Dokument)

  Presseschau online
Die FAZ.net: "Bevor wir malen, ein Gedicht, wenn du gestattest", 3.9.2003
NZZ.ch: "Lob des Schattens . Kunstschätze aus dem Nationalmuseum Tokio in Bonn ", 23.9.2003
Teeschale „Hashihime“ (Brückenprinzessin), Mino-Ware, Shino Typ
Momoyama-Periode, 16. – 17. Jahrhundert
© Tokyo National Museum

Nō-Theater
Das heute bekannte Nō war während der Muromachi-Periode entstanden, jedoch reichen seine Wurzeln tiefer ins japanische Vormittelalter. Als die aristokratische Hofkultur den Shogunen weichen musste, gewannen nicht nur die hochkultivierten Tänze, sondern auch die populären Tänze an Beliebtheit und leiteten schrittweise eine Fusion verschiedener Tanzformen ein, die von Zeami Motokiyo (ca. 1363 bis 1443) als No vollendet wurde.
Die Geschichten, die durch die Jahrhunderte hindurch im Nō erzählt wurden, basieren auf den ältesten Überlieferungen Japans, nämlich der Kommunikation zwischen Menschen und Gottheiten, dem Drama des Schicksals, zwischen Sehnsucht und Ahnung. Hand in Hand mit dem Geist des Nō geht die Ausdrucksweise der in der Muromachi-Periode entwickelten Ästhetik des yūgen. Yūgen lässt sich als das Schöne des Unergründlichen und des Mysteriösen erklären. Eine unaufdringliche Schönheit, die in der weiteren Entwicklung auch mit dem Konzept der Vergänglichkeit aus dem Zen-Buddhismus verbunden und im späten 15. Jahrhundert tief durch die Verzweiflung der andauernden Kriege gefärbt wurde. Heute beschreibt yugen nicht nur die Welt des Nō für den modernen Betrachter, sondern faßt die Gesamtheit des mittelalterlichen Schönheitsideals zusammen. Der Ausstellungsbereich des traditionellen Nō-Theaters zeigt ausgewählte Masken und Gewänder, deren ausnehmende Feinheit weltberühmt ist, und veranschaulicht so die Eleganz des mittelalterlichen Japans.

  Rahmenprogramm zur Ausstellung
Nō-Theater im Forum der Kunst- und Ausstellungshalle

  Begleitausstellung
Göttliches Alter - Ewige Jugend
Nō-Masken aus der Sammlung Naitô, Nobeoka
4. September bis 26. Oktober

E-Card schreiben


Ritterkultur
"Samurai" ist in Europa ein Begriff und gilt als das Bild des idealen japanischen Ritters. Eigentlich aber kommt der bushi, der mittelalterliche Ritter Japans, diesem Bild eher nahe als der "Samurai", der "Gefolgsmann" der Früh-Moderne. Der Aufstieg dieser Krieger begann mit dem Untergang der kaiserlichen Macht am Ende des 12. Jahrhunderts. Trotz ihres Kriegerdaseins sind die bushi auch als wichtige Träger der kulturellen Entwicklung Japans nicht wegzudenken, denn poetischen Ausdruck, das Auge für die Ästhetik und anspruchsvolle Literatur hatten sie genauso bewiesen wie ihre Kampfdisziplin, die oftmals selbst als poetisch und tiefgründig erscheint.
In dieser Ausstellung werden die bushi durch die wichtigsten Erzeugnisse ihrer Kriegskunst sowie ihrer hochentwickelten Kultur vertreten, die ersteren durch die Rüstung und das Schwert, die letzteren durch Malerei, Gegenstände des täglichen Lebens und Kimonos. Das japanische Schwert ist einzigartig auf der Welt, indem es die Klinge selbst als Kunstwerk und lebende Seele betrachtet. Unter anderem sind Klingen wie die "Han'nya Nagamitsu" zu sehen, die als Nationalschatz nur höchst selten außerhalb Japans zu bewundern ist. Dagegen vertreten die großen Wandschirme wie der Nationalschatz "Zypresse" die Ikonographie der Macht in den Regentensälen.
Die Kimonos der Ritter wie der Ritterdamen bevorzugten höchst modern anmutendes Design und bestimmte poetische, ritterliche und glücksbringende Motive. Auch die in dieser Ausstellung zu sehenden Kimonos wirken in ihrer erfrischenden und abstrakten Art so modern, als wären sie eben neu entworfen worden.

„Rüstung des Domaru-Typs“
Edo-Periode, 17. Jahrhundert
© Tokyo National Museum

Rinpa
Die Schule der Rinpa-Künstler schließt die Ausstellung mit einer besonders aktuellen Note ab, wobei die vorangegangene Klassik keinesfalls verblasst. Als typisch japanische Malerei und Ästhetik basiert sie auf der alten aristokratischen Kunst der Heian-Periode. Diese "Renaissance" der japanischen Klassik wurde von Künstlern initiiert, die alte Motive durch neue Formgebung zum Leben erweckten. Die Anfänge dieser freien Schule liegen im 17. Jahrhundert bei Hon'ami Kōetsu und Tawaraya Sōtatsu und wurden im frühen 18. Jahrhundert von ihren berühmtesten Nachfolgern Ogata Kōrin (1658-1716) und Ogata Kenzan (1663-1743) zur höchsten Reife gebracht. Von beiden Generationen sind hervorragende Stücke, wie der sehr bekannte Wandschirm "Sturm- und Donnergott" von Ogata Kōrin und Malereien von Tawaraya Sōtatsu ausgestellt.
Der andere Schwerpunkt der Rinpa-Kunst liegt vor allem aber in ihrer Vielseitigkeit, in ihrer Natur, die man als früheste Design-Schule charakterisieren kann. Im Gegensatz zu anderen Schulen der Kunst ihrer Zeit malten diese Künstler nicht nur, sondern kreierten einen ganzen Lebensstil, indem sie von Lackkästen, Tischservicen und Schalen der Tee-Zeremonie bis hin zu Kimonos alles entwarfen, womit man sein Leben bereichern konnte. Indem sie die Klassik aufgreift, ist die Rinpa-Schule ein Spiegel der alten japanischen Seele, der auch viele der vorangegangenen Elemente der Ausstellung reflektiert.


„Sturm und Donnergott“, Von Ogata Korin
Wandschirmpaar, Edo-Periode, 18. Jahrhundert
Wichtiges Kulturgut © Tokyo National Museum

 
Homepage des Tokyo National Museum
Japanwissenschaftliche Institute der Universität Bonn
Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst

  Projektleiter
Kay Heymer
Tomoe Kreiner



  DRUCKENVERSENDEN