Maxims Jugend (Yunost Maksima)
Russland 1935
Regie: Grigori Kozintsew, Leonid Trauberg
Musik: Dmitri Schostakowitsch
In lockerer Folge stellt die Kino-Reihe zur Ausstellung der Tretjakow-Galerie Filme mit Musik von Dmitri Schostakowitsch vor, einem der bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Maxims Jugend erzählt im Stile eines romantischen Musicals die Geschichte des jungen Fabrikarbeiters Maxim, der als revolutionärer Störenfried gebrandmarkt wird.
Mit den 1860-er Jahren sind in der russischen Geschichte einschneidende Reformen verbunden, die letztendlich starke Veränderungen in der Politik und Gesellschaft zur Folge hatten. In dieser Atmosphäre des Aufbruchs formierte sich die Künstlergemeinschaft der „Wanderer“, die 1871 mit einer ersten gemeinsamen Ausstellung in St. Petersburg für Aufsehen sorgte. Mit ihrer dem Realismus und der kritischen Interpretation verpflichteten künstlerischen Aussage stellten sie einen Gegenpol zur höfisch-akademischen Kunst dar und korrespondierten zugleich mit der zeitgenössischen Literatur.
Uschi Baetz ist Kunsthistorikerin, Kunstkritikerin und arbeitet als Kunstvermittlerin für verschiedene Ausstellungshäuser in Bonn und Köln.
Brigitte und Traugott Buhre lesen Pique Dame von Alexander Puschkin In Kooperation mit dem Haus der Sprache und Literatur Bonn
„Puschkin ist für die russische Literatur eine ebensolche Größe wie Leonardo da Vinci für die europäische Kunst. Er ist überhaupt – ein Wunder!“ Maxim Gorki
Traugott Buhre, geb. 1929 in Insterburg, gehört zu den besten Schauspielern auf deutschen Bühnen.
Brigitte Buhre lernte Schauspiel und Pantomime, wirkte an zahlreichen Produktionen für Bühne und Film. Sie studierte u.a. polnische und russische Sprache
Allein (Odna) Russland 1931, s/w, Länge: ca. 90 Minuten, DVD-Projektion
Regie: Grigori Kozintsew, Leonid Trauberg
Musik: Dmitri Schostakowitsch
Mit einer Einführung in Film und Musik von Hans-Joachim Schlegel, Berlin.
Das Leben der jungen Lehrerin Jelena Kusmina könnte so schön sein in Leningrad, wäre sie nicht unerwartet ins ferne Altai-Gebirge abberufen, um dort den Kindern Lesen und Schreiben beizubringen. Zunächst protestiert sie gegen diesen Einsatz, tritt dann aber ihren Schuldienst bei den Schafzüchtern im Altai an...
Für diesen unorthodoxen Film entstand eine außergewöhnliche Musik mit einem raffinierten Instrumentarium: Schostakowitsch schrieb für großes Orchester und Sänger, Obertongesang, Orgel und Theremin, ein elektro-magnetisches Instrument, das hier zum ersten Mal bei einem Film eingesetzt wird.
“Poesie kann in allem sein“ (Pawel Tretjakov)
Literatur, Musik und Kunstgespräche in Tretjakows Bildergalerie Simon Nabatov (Piano), theater taktil (Schauspiel)
Sein Leben lang war der leidenschaftliche Sammler Pawel Tretjakow auf der Suche nach dem Poetischen und Wahrhaftigem in der Kunst. Es war sein erklärtes Ziel, der Welt einen Querschnitt russischer Kunstgeschichte zu präsentieren, als er Mitte des 19. Jahrhunderts in Moskau mit dem Aufbau seiner Bildergalerie begann. Dies fiel in eine Zeit großer politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, die auch im gesamten Bereich der Kunst eine regelrechte Aufbruchstimmung hervorrief. Tretjakovs Sammelstrategie blieb davon nicht unberührt; schon früh erwarb er konsequent die Werke der russischen Moderne.
Die außergewöhnliche Sammlerpersönlichkeit Tretjakow steht im Mittelpunkt des Themenabends, der sich aber auch weiteren bedeutenden, von ihm bewunderten Schriftstellern (Dostojewski, Tolstoi), Komponisten (Mussorsky, Rimsky-Korsakow) und Malern (Kramskoj, Repin) widmen wird. Schauspieler inszenieren die historischen Figuren. Kunstvermittler erläutern in Gesprächen einzelne Kunstwerke der Sammlung.
Der in Köln lebende russische Pianist Simon Nabatov schreibt ein eigenes Konzertprogramm für diesen Abend.
Eintritt frei. Exklusiv für ArtCard-Inhaber. Eine schriftliche Anmeldung ist erforderlich:
Fax 0228 / 9171-244, paedagogik@kah-bonn.de oder per Post.
Die Bedeutung der russischen Symbolisten für die russische Kunst des Fin de siècleund des beginnenden 20. Jahrhunderts wird im Vergleich mit Arbeiten der anderen Künstler in der Ausstellung deutlich. Die symbolistischen Maler, die dem Realismus und dem impressionistischen Naturalismus ablehnend gegenüberstanden, schufen in ihrer Kunst eine imaginäre Wirklichkeit jenseits des Sichtbaren; in ihren Bildern beschworen sie suggestive (Alp)träume, Visionen, Märchen und Fantasmen herauf. In Russland gelten Michail Wrubel und Viktor Borissow-Mussatow als die Begründer dieses neuen Stils in der Malerei. Wrubel, dessen fantastische Gestalten häufig durch die russische Folklore und Literatur inspiriert sind, und Borissow-Mussatow, der Maler nostalgischer Frauenfiguren in mystisch-verklärten Landschaften, werden anhand wichtiger Werke vorgestellt.
Dr. Beate Marks-Hanßen ist Kunsthistorikerin mit den Schwerpunkten Kunst des späten 19. und des 20. Jahrhunderts, Klassische Avantgarde, Kunstpolitik des Nationalsozialismus.
Die im Umkreis des Sammlers Tretjakow entstandenen und teilweise in seinem Auftrag gemalten Porträts von Vertretern des russischen Kulturlebens stellen einen Höhepunkt einer sich einerseits an den westlichen Entwicklungen orientierenden, anderseits auch bewusst abgrenzenden Porträtkunst in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts dar. Waren die frühen Porträts aus der Sammlung Tretjakow noch stark von dem westeuropäischen, höfischen Repräsentationsgedanken geprägt, so zeigen sich bei den Porträts des 19. Jahrhunderts zunehmend spezifisch russische Elemente. Fast immer verband sich mit dem Porträtauftrag auch eine Repräsentationsabsicht, die über das rein Abbildende hinausging und Lebensumstände, Wirkungsabsicht und das Selbstverständnis einer ganzen Epoche zu erkennen gab.
Dr. Eva-Christine Raschke ist Kunsthistorikerin und Historikerin, Dozentin für Kunstgeschichte und Kunstvermittlung an verschiedenen Akademien und Hochschulen. Teilnahme nur mit schriftlicher Anmeldung
Die Stechfliege (Ovod) Russland 1955
Regie: Aleksandr Fajntsimmer, Iosif Shapiro
Musik: Dmitri Schostakowitsch
Erzählt wird die Geschichte eines italienischen Freiheitskämpfers (genannt „die Stechfliege“) im Befreiungskampf Italiens von der Österreichischen Herrschaft im 19. Jahrhundert, der als Protagonist der Revolution nach schillernden und romantischen Abenteuern den Heldentod stirbt.
Film nach dem Roman The Gadfly von Ethel Lilian Voynich, 1897 in den USA erschienen. Das Thema hatte nach dem Sieg der Revolution in Russland einen ungeheuren Erfolg. Die Novelle über die Kämpfe und Leiden eines internationalen Aktivisten in Italien war in der Sowjetunion ein Bestseller und Schullektüre.
Die in Form einer zwölfsätzigen Suite gehaltene Filmmusik (op. 97) erfreut sich in ihrer Vielfalt und ihrem Ideenreichtum großer Beliebtheit.
Der Moskauer Industrielle Pawel Tretjakow suchte, wie viele seiner Epoche, nach der „russischen Seele“. Er meinte sie in der Malerei zu finden. Hier definierte und formte sich für ihn „Heimat“. Die wollte er sammeln: große Schicksalsmomente russischer Geschichte, alltägliche Tragödien und die phantastischen Welten der russischen Volksmärchen in Bildern. Wie seinem Zeitgenossen, Dostojewski, kam es Tretjakow dabei auf die „innere Wahrheit“ und die „Wahrhaftigkeit“ des Dargestellten an. Die russische Historien- und Genremalerei des 19. Jahrhunderts ist geprägt durch Ausdrucksstärke, ungeschönte Klarheit und emotionale Tiefe. Sie versucht den Menschen in seinem Innersten zu erfassen – ob nun Zar, Bauer oder Edelmann.
Dr. Susanne Blöcker ist Kunsthistorikerin mit den Schwerpunkten romantische und realistische Malerei und Fotografie des 19. Jahrhunderts und Kuratorin verschiedener Ausstellungsprojekte. Teilnahme nur mit schriftlicher Anmeldung
Russlands Seele - Rahmenprogramm
Donnerstag, 21. Juni | 15 Uhr und 18 Uhr
Freitag, 22. Juni | 15 Uhr und 18 Uhr
Samstag, 23. Juni | 15 Uhr und 18 Uhr
Sonntag, 24. Juni | 15 Uhr und 18 Uhr
Bilder einer Ausstellung und mehr Michael Riessler: Bassklarinette und Saxophon
Pierre Charial: Drehorgel
Michael Riessler ist Klarinettist, Saxophonist und Komponist irgendwo zwischen Neuer Musik, Folklore und Jazz und zählt zu Deutschlands innovativsten Musikern. Pierre Charial heißt der Mann an der Drehorgel, der den Kompositionen eine sehr eigenwillige Färbung gibt. Geboren 1943 in Lyon, studierte Charial am Lyoner Conservatoire. 1971 „entdeckte“ er sein Instrument. Er spielt eine extra für ihn von André Odin gebaute Drehorgel. Die Lochkarten, mit denen sie gesteuert wird, stanzt Charial in seinem speziell eingerichteten Pariser Atelier. Er interpretiert Musik für mechanische Instrumente von klassischen Komponisten wie Haydn, Mozart und Händel sowie Werke zeitgenössischer Komponisten. Wer den ehemaligen Fagottisten und sein ausgefallenes Instrument auf der Bühne erlebte, weiß, dass Charial seine faszinierende „Musikmaschine“ durch Feinheiten beim Stanzen der Lochkarten und vor allem wohldosiertes Kurbeldrehen höllisch zum Swingen bringen kann.
Für den Eintritt zu den ca. 30-minütigen Kurzkonzerten gilt die Eintrittskarte zur Ausstellung.
Elisabeth Leonskaja Sergei Prokofjew (1891 – 1953), Sarkasmen, op. 17
Dmitri Schostakowitsch ( 1906 – 1975), Klaviersonate Nr. 2 H-moll, op.61
Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Große Sonate G-Dur, op. 37
Seit Jahrzehnten gehört Elisabeth Leonskaja zu den gefeierten großen Pianistinnen unserer Zeit. In einer von den Medien dominierten Welt bleibt Elisabeth Leonskaja sich und der Musik treu, ganz in der Tradition der großen sowjetischen Musiker, wie u.a. David Oistrach, Swjatoslaw Richter, Emil Gilels, denen es trotz schwierigster politischer Bedingungen stets um die Quintessenz der Musik ging. Ihre fast legendäre Bescheidenheit macht Elisabeth Leonskaja noch immer medienscheu. Betritt sie aber die Bühne spürt das Publikum die Kraft, die daraus erwächst, dass sie die Musik als ihre Lebensaufgabe empfindet und pflegt. Heute ist aus der „Tasten-Löwin“ eine reife Ausnahmepianistin geworden, die ihre Virtuosität nie in den Vordergrund stellt und überall wärmstens gefeiert wird.
"Für mich liegt die Schönheit ganz in der Wahrheit" –
der russische Künstler Ilja Repin
Ilja Repin ist einer der bedeutendsten russischen Künstler, der bereits zu Lebzeiten sowohl in Russland als auch in Europa Bekanntschaft erlangte. Er war Mitglied der so genannten Wandermaler-Vereinigung und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Begründung und Entwicklung der russischen Kunst. Zu Sowjetzeiten wurde Repin als "Vorreiter" des Sozialistischen Realismus vereinnahmt. Nun gilt es ihn als hervorragenden Maler und Porträtisten sowie aufmerksamen Beobachter seiner Zeit neu zu entdecken. Das Augenmerk richtet sich dabei besonders auf das monumentale Gemälde Kreuzprozession im Gouvernement Kursk, das erstmals in Deutschland zu sehen ist, sowie auf Porträts von Zeitgenossen, wie Leo Tolstoi, dem Komponisten Modest Musorgski oder dem Sammler Pawel Tretjakow.
Elina Knorpp M.A. ist Kunsthistorikerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Jacobs University Bremen mit den Forschungsschwerpunkten Russische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Teilnahme nur mit schriftlicher Anmeldung
Das neue Babylon Russland 1929
Regie: Grigori Kozintsew, Leonid Trauberg
Musik: Dmitri Schostakowitsch
Vor dem Hintergrund der Niederschlagung der Pariser Commune 1871 wird die Geschichte von Louise und Jean erzählt, deren Liebe in Zeiten des offen ausgetragenen Klassenkampfes keine Chance hat. Louise, Verkäuferin im Kaufhaus "Das Neue Babylon" ist engagierte Kommunardin, Jean, ein politisch unbedarfter junger Mann vom Lande, steht als Soldat im Dienst der französischen Armee und ist gezwungen, die Commune zu bekämpfen. Das neue Babylon lebt von seinem furiosen Tempo und der karikaturistischen Überzeichnung. In den experimentellen Charakter des Films fügt sich perfekt die Musik des jungen Dmitri Schostakowitsch. Er komponiert eine Art musikalischer Montage: Walzer, Cancans und Operetten sind ebenso verwendet wie französische Volksmusik und Revolutionslieder.
Eintritt 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
Russlands Seele - Rahmenprogramm
Achtung, neuer Termin: Sonntag, 26. August | 11 Uhr
Andreas Grothgar liest Daniil Charms und Nikolai Gogol In Kooperation mit dem Haus der Sprache und Literatur Bonn
Daniil Charms, geb. 1905 in St. Petersburg, gest. 1942 in Leningrad, schrieb meist satirisch-groteske Prosastücke. In seinen Theaterstücken nahm er das absurde Theater vorweg. Die Gedichte weisen Merkmale des Dadaismus auf. 1937 notierte er in sein Tagebuch: „Mich interessiert nur Quatsch, was gar keinen praktischen Sinn ergibt. Mich interessiert das Leben nur in seiner unsinnigen Erscheinung.“
Nikolai Gogol wurde 1809 in der Ukraine geboren, er starb 1852 in Moskau. Zunächst Staatsdiener gab er 1831 seine Stellung auf, lernte Alexander Puschkin kennen, der ihn in die Literatur einführte. Er begann zu schreiben und feierte mit seinen volkstümlichen ukrainischen Erzählungen (Die Abende auf einem Weiler bei Dikanka) einen Überraschungserfolg. Schon in diesen Geschichten über ukrainische Bauern zeigt sich sein Hang zum Dämonischen.
Andreas Grothgar, Jahrgang 1957, ist ein beliebter Bühnenschauspieler und erfahrener Radioerzähler.
Eyes wide shut USA / Großbritanien 1999, 159 Minuten
Regie: Stanley Kubrik
Musik: Dmitri Schostakowitsch
Der junge New Yorker Prominentenarzt William Harford (Tom Cruise) bewohnt mit seiner attraktiven Frau Alice (Nicole Kidman) und der Tochter Helena ein Luxusapartment in Manhattan. Eines Tages gesteht Alice ihrem Mann, sie sei kurz davor gewesen, einen Ehebruch zu begehen. Erschrocken darüber, das Sexualleben seiner Frau nicht unter Kontrolle zu haben, fährt er zu einem gerade verstorbenen Patienten...
Stanley Kubrick verlegte die Handlung von Arthur Schnitzlers bizarrer "Traumnovelle" aus Sigmund Freuds Wien in das New York am Ende des 20. Jahrhunderts und inszenierte das aufwühlende Psychodrama in erlesenen Bildern.
Eintritt 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
Russlands Seele - Rahmenprogramm
Achtung, neuer Termin: Mittwoch, 11. Juli | 19 Uhr
Hamlet UdSSR 1963/64
Regie: Grigori Kozintsew, Leonid Trauberg
Musik: Dmitri Schostakowitsch
Der Regisseur Grigori Kozintsew war seit den frühen 1920er Jahren vom Hamlet-Stoff fasziniert. 1928 bildeten er und sein Regiepartner Leonid Trauberg zusammen mit Schostakowitsch ein Filmteam. Nach dem Krieg entzweiten sich die beiden Regisseure aus politischen Gründen, und beide hatten Mühe, ihre Karriere wieder aufzubauen. Schostakowitsch und Kosinzew setzten ihre Zusammenarbeit jedoch fort; 1954 brachten sie Hamlet heraus, verwendeten aber die 1941 für ihren König Lear entstandene Musik.
In musikalischer Hinsicht ist Hamlet weitgehend ein dreigleisiges Drama: die drei Personen, die im Mittelunkt der politischen und persönlichen Ereignisse stehen, erhalten jeweils ein Hauptthema. Schostakowitsch entwickelt diese Themen auf nahezu sinfonische Weise, indem er sie je nach Bedarf der Filmhandlung variiert oder miteinander kombiniert.
Eintritt 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
Russlands Seele - Rahmenprogramm
Achtung, neuer Termin: Sonntag, 26. August | 11 Uhr
Andreas Grothgar liest Daniil Charms und Nikolai Gogol In Kooperation mit dem Haus der Sprache und Literatur Bonn
Daniil Charms, geb. 1905 in St. Petersburg, gest. 1942 in Leningrad, schrieb meist satirisch-groteske Prosastücke. In seinen Theaterstücken nahm er das absurde Theater vorweg. Die Gedichte weisen Merkmale des Dadaismus auf. 1937 notierte er in sein Tagebuch: „Mich interessiert nur Quatsch, was gar keinen praktischen Sinn ergibt. Mich interessiert das Leben nur in seiner unsinnigen Erscheinung.“
Nikolai Gogol wurde 1809 in der Ukraine geboren, er starb 1852 in Moskau. Zunächst Staatsdiener gab er 1831 seine Stellung auf, lernte Alexander Puschkin kennen, der ihn in die Literatur einführte. Er begann zu schreiben und feierte mit seinen volkstümlichen ukrainischen Erzählungen (Die Abende auf einem Weiler bei Dikanka) einen Überraschungserfolg. Schon in diesen Geschichten über ukrainische Bauern zeigt sich sein Hang zum Dämonischen.
Andreas Grothgar, Jahrgang 1957, ist ein beliebter Bühnenschauspieler und erfahrener Radioerzähler.
Wladimir Kaminer
liest aus "Lolita" von Vladimir Nabokov
In Kooperation mit dem Haus der Sprache und Literatur Bonn
Nach einer Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk studierte Kaminer Dramaturgie am Theaterinstitut von Moskau. Er lebt seit 1990 mit seiner Frau Olga Kaminer und seinen beiden Kindern im Bezirk Prenzlauer Berg in Berlin. Lange Jahre war er Mitglied der „Reformbühne Heim & Welt“, auf der er wöchentlich im Kaffee Burger seine neuesten Geschichten vorlas. Er veröffentlicht regelmäßig Texte in verschiedenen deutschen Zeitungen und Zeitschriften, hatte eine wöchentliche Sendung namens Wladimirs Welt beim SFB 4 Radio Multikulti sowie eine lose gesendete Rubrik im ZDF-Morgenmagazin und organisiert im Kaffee Burger zusammen mit Yuriy Gurzhy Veranstaltungen, wie seine berüchtigte „Russendisko“. Seine Erzählbände Militärmusik und Russendisko machten ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinweg bekannt.
Ende Oktober 2006 kündigte er an, im Jahre 2011 für das Amt des Regierenden Bürgermeisters der Stadt Berlin anzutreten.