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  TSCHECHISCHE FOTOGRAFIE DES 20. JAHRHUNDERTS

Film





Von Sudek bis Saudek
Tschechische Fotografie im 20. Jahrhundert
Buch & Regie: Nele Münchmeyer
30 Min.


Josef Sudek und Jan Saudek – zwei Namen zum Verwechseln ähnlich. Die beiden Männer sind Fotografen und haben großen Anteil am internationalen Ruhm tschechischer Fotografie. Doch damit enden die Ähnlichkeiten: Sudek ist der Zurückhaltende, sich immer wieder wandelnde und bis ins feinste Detail arbeitende Beobachter. Saudek dagegen schöpft aus dem Vollen, sein Leben und seine Bilder sind prall, erotisch und provokativ. Die beiden polarisieren, als Menschen sowie als Künstler – und sie stehen für die Spannbreite ausgezeichneter tschechischer Fotografien des 20. Jahrhunderts.

Die Dokumentation Von Sudek bis Saudek will genau diese Vielfalt ausbreiten und den Gründen für den internationalen Ruhm tschechischer Fotografen nachspüren. Die Kuratoren der Ausstellung Tschechische Fotografie des 20. Jahrhunderts, Vladimír Birgus und Jan Mlčoch, zeigen die wichtigsten Strömungen einzelner Teilbereiche wie Bildreportage, Kunst- und inszenierte Fotografie des 20. Jahrhunderts. Sie widmen sich den nationalen Aspekten der Kunst, erläutern die Gründe für deren guten Ruf.

Daneben wird der Film einzelne zeitgenössische Künstler in ihrer Arbeit, ihrem Umfeld und als Personen vorstellen. Sie stehen für die Vielfalt aktueller tschechischer Fotografie: Dita Pepe (geb. 1973) – inszenierte Fotografie, Jiří David (geb. 1956) – Kunst und Lehre, Jindřich Streit (geb. 1946) – Bildreportage und Jan Saudek (geb. 1935). Seinem Gegenpol Josef Sudek wird der Film auf historischen Spuren folgen: Sudek’s altes Atelier, seine letzte Wohnung, die Treffpunkte seiner Generation, alte sowie neue Foto-Galerien und das Ambiente der Stadt Prag.

Die wechselvolle Geschichte Tschechiens im vergangenen Jahrhundert spiegelt sich in den Bildern der einzelnen Fotografen. Sudek kann sich in seinem kleinen Atelier dem Zugriff der kommunistischen Zensur gerade noch entziehen. Saudek schreit mit seinen schrillen Bildern seine Un-Angepaßtheit förmlich hinaus. Diesen Bogen will der  Film greifbar machen, quer durch die Geschichte und die einzelnen Ausdrucksformen.  Stimmungen, Persönliches, Arbeitsweise und Kommentare – der Film entfaltet eine Vielfalt an Aspekten, aus deren Summe und Gegensätzlichkeit sich die Einheit tschechischer Fotografie erschließt.


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