TUTANCHAMUN
Das goldene Jenseits
Grabschätze aus dem Tal der Könige 4. November 2004 bis 1. Mai 2005
Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle
der Bundesrepublik Deutschland, des Supreme Council of Antiquities
Cairo und des Ägyptischen Museum Kairo, in Zusammenarbeit mit
dem Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig.
Die faszinierenden Schätze aus der Grabkammer
des legendären Pharaos Tutanchamun zählen zu dem größten
kulturhistorischen Erbe der Welt. Nach über 20 Jahren sind sie erstmals
wieder in Europa zu sehen, zusammen mit weiteren kostbaren Funden der
18. Dynastie. Insgesamt zeigt die Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn
120 unschätzbar wertvolle Leihgaben aus dem Ägyptischen Museum
in Kairo.
Die Ausstellung präsentiert 50 der bedeutendsten Kunstwerke aus dem
Grab des Tutanchamun. Ihnen werden Fotos von Howard Carter gegenübergestellt,
dessen sensationeller Fund im Jahr 1922 die Welt bewegte. Diese Aufnahmen
illustrieren den Zustand des Grabes bei der Öffnung. Den historischen
Zusammenhang zur Geschichte und Grabausstattung der 18. Dynastie, die vom
15. – 14. Jahrhundert v.Chr. das Reich am Nil beherrschte, stellen
70 auserlesene Funde aus dem Tal der Könige und umliegenden Tempeln
her.
Eine eigens für diese Ausstellung produzierte, farbige Rekonstruktion
der Malereien in der Sargkammer Tutanchamuns, vertieft im Zentrum der Ausstellung
den Einblick in die Jenseitsvorstellung der Pharaonen.
Gold - "Das Fleisch der Götter" - galt im alten Ägypten
als Farbe der unvergänglichen Sonne und war ein Symbol für die
Wiedergeburt im Jenseits. Der Untertitel der Ausstellung verweist auf die
religiöse Bedeutung der goldenen Grabschätze, die etwa 3500 Jahre
alt sind.
Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und beginnt mit Grabbeigaben
von Thutmosis IV. und Amenophis II., der im letzten Viertel des 15. Jh.
v. Chr. regierte, sowie Schätzen aus dem Grab des Höflings Maiherperi.
Es folgen Prunkstücke, wie der Goldene Sarg der Tuja aus dem
Grab von Juja und Tuja, den Schwiegereltern Amenophis’ III. und Objekte
aus der Zeit des „Ketzerkönigs“ Echnaton (ursprünglich
Amenophis IV.), dem Vorfahren Tutanchamuns, der von ca. 1352 bis 1336 regierte
und Aton zum alleinigen Gott, als Quelle sämtlichen Lebens erhob.
Den Höhepunkt bilden die Grabbeigaben des Tutanchamun (1332 –
1323 v. Chr.): der reich verzierte Eingeweidesarg, das Diadem
des Tutanchamun vom Kopf der Mumie im Grab oder die Königliche Kanopenbüste
ebenso wie die beiden Königstatuetten (Tutanchamun als König
von Unter- und Oberägypten) die den Einblick in die "Grabschätze
aus dem Tal der Könige" abrunden.
Der Computer animierte Film „Die Gräber der Pharaonen“,
führt auf eindrucksvolle Weise durch die Geschichte der pharaonischen
Grabarchitektur im antiken Ägypten - von den frühen bis hin zu
den späten Dynastien.
„Der Nil – Eine kulturgeschichtliche Reise“ ist der Titel
einer zweiten medialen
Installation: eine überdimensionale und interaktive Landkarte illustriert
die Geographie und die Kulturgeschichte Ägyptens.
Als Howard Carter am 4. November 1922 das Grab des Tutanchamun im Tal
der Könige entdeckte, ging nicht nur für ihn selbst ein lang
gehegter Traum in Erfüllung. Der Fund eines nahezu unberaubten Königsgrabes
gilt bis heute als einer der größten Sensationen in der Geschichte
der Archäologie. Ausgerechnet in der letzten Ruhestätte eines
fast unbekannten jungen Königs fanden sich bisher ungeahnte Schätze
und Kostbarkeiten, die die Wissenschaftler wie auch die breite Öffentlichkeit
gleichermaßen in Erstaunen versetzten.
Die Ausstellung wird vom
Ägyptischen Museum und dem Supreme Council of Antiquities Cairo
zur Verfügung gestellt.