AKADEMIETAGUNG IM FORUM
In Kooperation mit der Thomas-Morus-Akademie Bensberg Barock im Vatikan
Kunst und Kultur im Rom der Päpste
Die Epoche des Barock war eine Zeit des Umbruchs, der
Darstellunggroßer Gefühle und einer neu verstandenen Religiosität.
Nirgendwolässt sich dies besser nachvollziehen als im Zentrum der katholischenKirche:
im Vatikan. Hier wurden unter dem mächtigen Einfluss derPäpste
die Kirche reformiert und die Künste in zuvor kaum bekannter Weise
gefördert.
Un bel composto – das Zusammenwirken der Künste Architektur, Skulptur
und Malerei im päpstlichen Rom des 17. Jahrhunderts Lothar Altringer,
Stellvertretender Direktor, Rheinisches Landes Museum Bonn
Alexander VII - eine Bilderbuchkarriere der Barockzeit
Kirchliche (Ohn-)Macht
und künstlerisches Mäzenatentum
Prof. Dr. Max Eugen Kemper, Rom,
Lehrauftrag für Didaktik der Christlichen Kunst, Universität Fulda
„Templi Petri Instauracio – Erneuerung des
Petrustempels“
Planungs-
und Baugeschichte von Neu-St.-Peter – eine Einführung
Jens Niebaum,
Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom
Teilnahmebeitrag: 50 EUR (Tagungsbeitrag, 2-Gang-Menü und
Getränke,
Kaffeepause,Eintritt und Führung durch die Ausstellung)
Adventskonzert mit dem Moskau-Rachmaninow-Trio
Werke von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart
mit freundlicher Unterstützung des Russischen Konsulats
Das Moskau-Rachmaninow-Trio gab 1994 sein Debüt in der Gnesin
Musikakademie Moskau. Das Konzert war ein solcher Erfolg, dass das Trio seitdem
in Konzertsälen von Paris über Moskau und St. Petersburg bis Tokio,
Bern, New York, Genf und Indonesien auftritt.
Ihre zweite CD wurde vom BBC Music Magazine zur besten Trio-Aufnahme des
Jahres 2001 gekürt. Anlässlich der Ausstellung DerKreml. Gottesruhm
und Zarenpracht war das Trio 2004 erstmals inder Kunst– und Ausstellungshalle
zu Gast.
Victor Yampolsky, Klavier
Mikhail Tsinman, Violine
Natalia Savinova, Violoncello
Italien/Frankreich, 1971, 115 Min.
Originaltitel: Roma
Regie: Federico Fellini
Musik:
Nino Rota
Darsteller: Marcello Mastroianni, Anna Magnani, Alberto Sordi, Federico
Fellini u.a.
Fellinis Romaist kein objektives, sondern bewusst ein sehr persönlich
gefärbtes Porträt der italienischen Hauptstadt. Fellini zeigt
in seiner mit großem Aufwand inszenierten Liebeserklärung an
Rom drei Gesichter dieser Stadt in barock übersteigerten Episoden.
Fiktive undreale Ebenen werden gegenübergestellt. Bilder der Gegenwart überla-gern
sich mit persönlichen Obsessionen und Träumen des Regisseurs.Höhepunkte
sind eine Parade der Huren im Bordell mit ihren freizügig dargebotenen
Proportionen in animierender Derbheit und eine`kirchliche Modenschau´ für
einen leutseligen Kardinal mit illustremPublikum, bei dem extravagante Modelle
für Nonnen, Messdiener,Geistliche und Päpste vorgestellt werden,
während Landpfarrer auf Fahrrädern und städtische Priester
auf Rollschuhen über den Laufsteg fahren. Vollends in Ekstase gerät
das begeisterte Publikum jedoch, als der Papst persönlich erscheint.
In Kooperation mit der Bonner Kinemathek
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
VORTRAG IN DER LOUNGE
Macht - Krise - Memoria Gianlorenzo Berninis Grabmal für Urban VIII. und die Familie
Barberini
Carolin
Behrmann
Das Grabmal des Papstes ist Gedächtnisort und Herrschaftszeichen zugleich.
Diese Doppelfunktion spielt besonders für die Hinterbliebenen eine bedeutende
Rolle. Nach dem Tod eines Pontifex geraten seine Familie und seine höfischen
Vertrauten in eine Krise, in der sie Status und gesellschaftliche Position
erneut unter Beweis stellen müssen. Das prächtige Grabmal, das Gianlorenzo
Bernini für Papst Urban VIII. in der Apsis von St. Peter schuf, erhielt
in dieser Zeit eine nicht zu unterschätzende Bedeutung als kulturelles
Kapital. Inder Übergangsphase zwischen Machtverlust und gesellschaftlicher
Rehabilitation wurde es zu einem wichtigen Hilfsmittel in der Krise für
die aus dem Kirchenstaat geflohene Familie Barberini.
Carolin Behrmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen
Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin und promoviert dort im Projekt
Requiem – Die römischen Papst- und Kardinalsgrabmäler der
Frühen Neuzeit.
AKADEMIETAGUNG IM FORUM
Orden, Heilige, Reformbewegungen.
Die religiöse Welt im Barock
Der Einfluss der Orden auf die Welt- und Kirchenpolitik erreichte im17. Jahrhundert
einen Höhepunkt. Die Entdeckung eines neuen Kontinents führte zu einer
weiten Verbreitung des christlichen Glaubens, aber teilweise auch zu Missionierungen
unter fragwürdigen Vorzeichen.
„Kein geringeres Verdienst als in den entfernten Heidenländern“
Barockfrömmigkeit
und katholische Reform
Dr. Thomas P. Becker, Archiv der Universität Bonn
„Deus semper maior“
Theologie und Spiritualität des Ignatius
von Loyola als Antwort aufdie Fragen des Zeitalters
P. Götz Werner SJ, Rektor
des Aloisius-Kolleg Bonn
„Omnia ad maiorem gloriam – Alles zur größeren
Ehre Gottes“
Der
Jesuitenorden und seine Wirkung in der Geschichte
Prof. Dr. Klaus Schatz SJ, Professor
für Kirchengeschichte, Philosophisch-Theologische Hochschule SJ, St. Georgen
Teilnahmebeitrag: 50 EUR (Tagungsbeitrag, 2-Gang-Menü und Getränke,
Kaffeepause, Eintritt und Führung durch die Ausstellung)
Don Camillo und Peppone sind die Hauptfiguren zahlreicher Erzählungen und
Romane von Giovanni Guareschi. Don CamilloTarocci ist ein schlagkräftiger,
schlitzohriger Priester in einem norditalienischem Dorf der Poebene, der in
ständigem Konflikt mit dem kommunistischen und ebenso schlagkräftigen
Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, steht. Beide müssen
jedoch immer wieder erkennen, dass sie auf einander angewiesen sind. Eine wichtige
Rolle spielt das Kreuz in der Dorfkirche, durch das DonCamillo die Stimme Jesu
zu hören glaubt, der ihn auf den rechten Weg zurückführt.
Die Geschichten um Don Camillo und Peppone erschienen erstmals Weihnachten 1949
im Satiremagazin Bertoldo, dessen Chefredakteur Guareschi war. Der große
Erfolg brachte den Verleger dazu, weitere in Serie folgen zu lassen und sie ab
1948 gesammelt als Bücher zu veröffentlichen. Die internationale Beliebtheit
seiner Figuren unterstreicht eine Anekdote, die Guareschi im Vorwort zu Don
Camillo und seine Herde erzählt: Nach dem großen Po-Hochwasser
von 1951habe er Pakete mit Decken und Kleidern „für Don Camillos und
Peppones Leute“ aus
dem Ausland bekommen.
In Kooperation mit der Bonner Kinemathek
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
Frankreich/Deutschland/Italien, 1997, 98 Min.
Regie: Agnès
Merlet
Musik: Krishna Levy
Darsteller: Valentina Cervi, Michel Serrault, Miki Manojlovic,
u.a.
Schon als junge Frau setzte sich die leidenschaftliche Malerin Artemisia Gentileschi
mit beeindruckendem Talent durch. Sie gilt alserste Künstlerin von Bedeutung.
Von ihrem Vater, dem bekannten Maler und Caravaggio-Schüler Orazio Gentileschi,
lernte sie mit Pinsel und Farbe umzugehen. Eines ihrer berühmtesten Bilder,
Judith enthauptet Holofernes, beeindruckt durch die extrem realistische, äußerst
blutige Darstellung, die stark vom Stil Caravaggios beeinflusst ist. Die ungewöhnliche
Ausdruckskraft des Gemäldes wurde jedoch weniger Artemisias Technik, als
ihrer Vergewaltigung zugeschrieben. Der Täter, ihr Lehrmeister Agostino
Tassi, wurde in einem aufsehenerregenden Prozess freigesprochen.
In den siebziger
Jahren wurde Artemisia als feministische Heldinbeansprucht. Agnès Merlet
versucht, diesen einseitigen Blick aufzufächern. In ihrem sinnlichen Film,
der dank der berauschendenBilder oft selbst wie ein Gemälde wirkt, spiegelt
sich in der Person Artemisias statt dessen die romantische Heldin der neunziger
Jahre.
In Kooperation mit der Bonner Kinemathek
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
VORTRAG IN DER LOUNGE Zwischen gelehrten Studien und aristokratischer Repräsentation Römische Antikensammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts
Prof.
Dr. Ingo Herklotz Während des 16. und 17. Jahrhunderts stellt
die Stadt Rom für die Antikensammlungen und -studien das Zentrum Europas
dar. Im Umgang mit den Hinterlassenschaften des Altertums zeigen sich dabei
jedoch erhebliche Unterschiede. Am einen Ende des Spektrums erscheinen die
aristokratischen Sammlungen der Päpste, Kardinäleund Fürsten,
welche um die antike Marmorstatue als Objekt des ästhetischen Genusses
kreisen. Mit ihren willkürlich vervollständigten und zu imposanten
Schauwänden zusammengefügten Exponaten stellen die Statuensammlungen
eine entscheidende Komponente inder sozialen Selbstdarstellung der großen
Familien dar. Solchen Bestrebungen stand hingegen die wissenschaftliche Erforschung
der Antike weitgehend indifferent gegenüber. Ihr Hauptinteresse galt
den Sitten und Einrichtungen des Altertums, die anhand von archäologischen
Funden antiker Sachkultur und Gebrauchsgegenstände untersucht wurden.
Ihre Dokumentation stand ganz im Dienste der Gelehrsamkeit. Die aus den Objekten
gewonnenen Erkenntnisse wurden durch das Studium der antiken Dichtung, der
Historiographie und der Rechtsquellen ergänzt.
Ingo Herklotzist Professor für Italienische Kunstgeschichte an der
Universität
Marburg.
VORTRAG IN DER LOUNGE Athanasius Kircher und die Kunstkammer des Collegio Romano Propaganda und Wissensvermittlung am Machtzentrum der Jesuiten
Angela
Mayer-Deutsch Athanasius Kircher war einer der bedeutenden Universalgelehrten
des 17. Jahrhunderts. In der von ihm begründeten Kunstkammer undin seinem
umfangreichen Oeuvre sammelte er das verfügbare Wissen seiner Zeit unter
universalwissenschaftlichen Aspekten. 1651 wurde das Theater der Natur und
Kunst am Collegio Romano, dem europäischen Zentrum des jesuitischen
Netzwerks, offiziell gegründet. Von diesem Kolleg aus wurde die internationale
Vermittlung von Glauben und Wissen(schaft) gesteuert, wobei der Austausch
von Objekten aller Wissensgebiete eine entscheidende Rolle spielte. Im Zentrum
von Kirchers Universalwissenschaft ebenso wie der Propaganda „seines“ Museums
steht der Magnetismus bzw. das magnetphilosophische Weltbild, wie an Hand
einschlägiger Quellen und Objekte gezeigt werden soll.
Angela Mayer-Deutsch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Helmholtz-Zentrum
für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin und promoviert
dort im Projekt Das Technische Bild.
AKADEMIETAGUNG MIT EXKURSION Barock im Vatikan
In Kooperation mit "Die Wolfsburg",
Katholische Akademie des Bistums Essen, Mühlheim an der Ruhr
Im päpstlichen Rom des späten 16. und 17. Jahrhunderts bündeln
sich wie in einem Brennglas die religiösen, künstlerischen und wissenschaftlichen
Strömungen der Epoche. Rom sei, wie der venezianische Botschafter 1623 bemerkte, „eine
Art Marktplatz der Welt“. Die verschiedendsten Aspekte dieses Marktplatzes
werden
im Rahmen einer Akademietagung in Duisburg erschlossen und durch den Besuch der
Ausstellung in Bonn veranschaulicht.
Die Referenten werden zu denThemen „ Leitende Grundgedanken
barocker Architektur “ (
Dr. Stephan Hoppe, Kunsthistorisches Institut, Abteilung Architekturgeschichte,
Universität zu Köln ), „ Die Vollendung
von St. Peter im Barockzeitalter “ (
Dr. Peter Stephan, Kunstgeschichtliches Institut, Universität Freiburg
/ Br. ), „ Zwischen Kunst und Religion:
Die Wissenschaft im Barock “ (
Prof. Dr. Jochen Brüning, Institut für Mathematik der Humboldt-Universität
zu Berlin, Geschäftsführender Direktor des Hermann von Helmholtz-Zentrums
für Kulturtechnik, Berlin ),
"Rom – Marktplatz und
Drehscheibe der Welt" (
Prof. Dr. Dieter J. Weiss, Historiker, Universität Bayreuth )
und "
Konzeption und inhaltliche
Schwerpunkte der Bonner
Ausstellung „Barock im Vatikan“ (
Katharina Chrubasik, Projektleiterin, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland, Bonn )
sprechen.
Anmeldung und Informationen: Katholische Akademie "Die Wolfsburg"
Falkenweg 6, 45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon 0208 / 999190
Telefax 0208 / 99919110 wolfsburg@bistum-essen.de www.die-wolfsburg.de
Barock im Vatikan - Rahmenprogramm
Freitag, 27. Januar
| Achtung - Veranstaltung abgesagt!
AKADEMIETAGUNG IM FORUM Fremde Zeit Barock
Lebenswelt, Religion und Kunst
In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Bonn und dem Evangelischen
Forum Bonn
Der Barock ist eine Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Moderne:
Ganz geprägt von der christlichen Tradition, zugleich bereits der modernen
Wissenschaft und Rationalität verpflichtet. Um Einheit in Glaube, Politik
und Religion ringend, doch schon der Pluralität ausgeliefert. Das Individuum
strebt im Barock nach eigener Entfaltung, zugleich ist es noch fest in die
Hierarchien eingebunden. Uns erscheint diese Zeit heute fremd, weil erst
im Entstehen war, was uns selbstverständlich ist.
Die Referenten werden zu denThemen „Konfessionalisierung als Lebensraum“ (Prof.
Dr. Andreas Holzem, Professor für Mittlere und Neuere Kirchenge-schichte,
Universität Tübingen), „Alexander VII: Ein Papst der frühen
Moderne“ (Prof. Dr. Max Eugen Kemper, Rom, Lehrauftrag für Didaktik
der Christlichen Kunst, Universität Fulda) und „Konfessionalisierung
und protestantische Frömmigkeit im 17. Jahrhundert“ (Dr. Görge
Hasselhoff, Projektkoordination für Religiöse Interaktion, Universität
Bonn) sprechen.
Teilnahmebeitrag: 25 EUR / ermäßigt 20 EUR mit Ausstellungsführung
(Beginn der Führung 15.45 Uhr, Dauer: 60 Min.) 20 EUR / ermäßigt
15 EUR ohne Ausstellungsführung
SOIREE IN DER AUSSTELLUNG Die Freude der Sinne
Barockes Lebensgefühl in Musik, Literatur und Kunst
In Kooperation mit der Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Die barocke Epoche war von einem überschwänglichen Lebensgefühlgeprägt,
das alle Sinne erfassen sollte und der Festkultur an den europäischen
Fürstenhöfen wie auch im päpstlichen Rom ganz neue Impulse
gab. In den Werken italienischer Komponisten wie Corelli und Scarlatti fand
dieses Empfinden musikalischen Ausdruck, durch Schriftsteller und Literaten
wie Tasso und Marino ging es in die Literatur ein. Maler, Bildhauer und
Architekten wie Pietro da Cortona, Bernini und Borromini bannten die großen
Gefühle in ihren Werkenund schufen so den Rahmen für die Atmosphäre
dieser Zeit.
Um diese Stimmung in der Ausstellung lebendig werden zu lassen,werden in
einer besonderen Abendveranstaltung barocke Musik und Literatur zwischen
originalen Kunstwerken zum Klingen gebracht. Mit einführenden Worten
von Prof. Dr. Klaus Ley (RomanischesSeminar, Universität Mainz) wird
der Abend eröffnet.
In wechselnder Abfolge ergänzen sich die Lesung von Texten italienischer
Barockdichter mit musikalischen Beiträgen der Capella
Instrumentalis (Sebastian Frick, Cello, Christiane Kraus, Geige, Gustav
Muthmann,Cembalo und Ingmar Meissner, Geige). Im Anschluss daran gibt esein
festliches Abendmenü im
hauseigenen Restaurant.
Teilnahmebeitrag: 65 EUR (Tagungsbeitrag, 3-Gang-Abendmenü, Tischgetränke,
Eintritt in die Ausstellung)
VORTRAG IN DER LOUNGE Der europäische Städtebau des Barock und seine
römischen Vorbilder Prof. Dr. Michael Hesse
Mit der Gestaltung des Kapitols unter Michelangelo, der durchgreifenden städtebaulichen
Neuorganisation unter Sixtus V. nach 1585 und den barocken Platzanlagen des
17. Jahrhunderts wurden in Rom Maßstäbe für die Modernisierung
der Städte in ganz Europa gesetzt. Wenn Ludwig XIV.in Versailles und
Paris mit Prachtstraßen, Plätzen und Denkmälern die Vorbilder
des antiken und modernen Rom aufgreift, demonstriert dies den Anspruch Frankreichsauf
seine politische und kulturelle Vormachtstellung. Direkt oder über die
Rezeption der französischen Umbildungen verbreiten sich die römischen
Modelle in den Residenzstädten des Absolutismus vom deutschen Südwesten über
Berlin bis nach Sankt Petersburg. Mit eklektischen Fassadenkulissen versucht
Friedrich II. von Preußen, in seinem Potsdam römische Straßen-
und Platzbilder zu evozieren.
Michael Hesse ist Professor für Neuere Europäische Kunstgeschichteam
Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften der
Universität Heidelberg.
Offene Akademietagung Der Vatikan
Politik, Diplomatie und Struktur
des Kirchenstaats In Kooperation mit der Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Zentrum der katholischen Kirche, Sitz des Papstes und ein eigener Staat:
der Vatikan. Seine Exklusivität, seine lange Geschichte, seine geistliche
Autorität und weltliche Macht umgeben ihn mit einer Aura des Geheimnisvollen
und wirken bis heute faszinierend. Das außenpolitische und diplomatische
Engagement des Heiligen Stuhls, die Bemühungen um den interreligiösen
Dialog, um den weltweiten Frieden und sozialen Ausgleich sind in der Öffentlichkeit
weitgehend unbekannt. Welchen Beitrag leistete der Vatikan zum Gelingen der
Deutschen Einheit, zur Demokratisierung in Osteuropa? Welche Rolle spielte
und spielt er bei der Lösung des Nahost-Konflikts? Wie wurde der Vatikan
zu dem, was er heute ist? Wie groß ist der politische Einfluss des
Vatikan? Welche Strukturen liegen dem Kirchenstaat zugrunde, die für
die Öffentlichkeit kaum sichtbar seine politische Funktionalität
gew ährleisten? Zu einem besonderen Blick auf den Kirchenstaat laden
wir Sie herzlich nach Bonn ein exakt am 76. Jahrestag der Unterzeichnung
der Lateranverträge, die den Vatikan zu einem eigenständigen Staat
machten.
Kosten 45 EUR (Tagungsbeitrag, 2-Gang-Menü und Tischgetränke,
Kaffeepause, Eintritt in die Ausstellung Barock im Vatikan. Kunst und
Kultur im Rom der Päpste in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland; 42 EUR für ArtCard-Inhaber).
Musica Antiqua Köln unter Leitung von Reinhard Goebel Werke von Händel,
Corelli, Caldara, Valentini und Reali
Rom 1707: Die ewige Stadt erstrahlt im Glanz des Barock. Endlich, hundert
Jahre nach dem Aufbruch in die neue Epoche, sind die großen Kirchen
und Palazzi vollendet, die Kuppeln geschlossen, die Kapellen dekoriert, die
Marmorintarsien aufgetragen. Travertinfassaden empfangen den Besucher, dramatische
Zweikämpfe zwischen Engeln und Teufeln leuchten in frischen Freskofarben
von den Decken herab, prunkvolle Raumfluchten laden in den mehr als dreihundert
Palazzi zum Flanieren und Schauen ein. Mittendrin: Ein 21-jähriger schlacksiger
Sachse, von Beruf Musiker. Als dieser "Monsù Hendel", wie
die Römer ihn in gebrochenem Französisch oder Deutsch nennen, zum
ersten Mal die Orgel der Chiesa di S. Giovanni spielt, wird sein Auftritt
sogleich von Valesio, dem Chronisten der Stadt, vermerkt.
Musica Antiqua Köln hat in den dreißig Jahren seines Bestehens überall
dort gespielt, wo Alte Musik gepflegt wird. Das Ensemble wurde zum Inbegriff
für lebendige und virtuose Interpretationen der Musik des 17. und 18.
Jahrhunderts und für den geistreichen Einsatz historischer Aufführungspraxis.
INTERNATIONALER KONGRESS IM FORUM Sankt Peter in Rom 1506-2006
Aus Anlass der Grundsteinlegung des Neubaus von St. Peter vor
fünfhundert
Jahren (am 18. April 1506) und in zeitlicher Koinzidenz mit der Ausstellung
Barock im Vatikan. Kunst und Kultur im Romder Päpste II findet ein viertägiger
Kongress mit etwa vierzig Wissenschaftlern aus Italien, den USA, Kanada,
den Niederlanden und Deutschland statt. Kunsthistoriker, Kirchenhistoriker,
Liturgiewissenschaftler und Wirtschaftshistoriker werden sich mit aktuellen,
interdisziplinären
Forschungsfragen zu Bau und Ausstattung von St. Peter befassen.
Der Kongress wird von folgenden Instituten veranstaltet: Kunsthistorisches
Institut, Universität Bonn
Department of Art, Queen's University, Kingston
(Canada)
Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte,
Rom
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Ballett im Forum La pudeur des Icebergs / Die Sittsamkeit der Eisberge Compagnie Daniel Léveillé Danse Preisgekrönte Choreographie, angeregt von der Figur des sterbenden
Christus.
Die Haut ist das einzig wahre Kostüm des Körpers, sagt der 52-jährige
franko-kanadische Choreograph Daniel Léveillé, der zu Recht
als Purist mit minimalistischer Herangehensweise bekannt ist. In seiner aktuellen
Produktion La pudeur des icebergs, von der internationalen Presse ebenso
hochgelobt wie seine vorausgegangene Arbeit Amour, acide et noix (2001),
zeigt er den Körper, wie er ist, und den Menschen, der sich dahinter
verbirgt. Der Blick geht unter die Haut, wo Muskelfasern, Sehnen, Knochen
und Herzschlag Teil einer gleichzeitig anrührenden und asketischen Choreografie
werden. Ein Gesamtkunstwerk aus höchster menschlicher Zerbrechlichkeit,
anmutender Kraft und skulpturaler Schönheit, abstrakt und emotional
bewegend zugleich.
„Pudeur ist eine Lektion über uns selbst. Eine unvergessliche
Erfahrung. Und mit unendlichen Möglichkeiten.“ Linde Howe-Beck,
Dance International
Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Botschaft von
Kanada in Berlin
FAMILIENKONZERT IM FORUM Klaus Lang
Der rote Spiegel
2005 für junge Stimmen und junges Orchester
Junges KlangEnsemble Bonn
unter der musikalischen Leitung von Sibylle Wagner
Im Barock beauftragten die Päpste nicht nur die berühmtesten Künstler
für den Bau und die Ausstattung der römischen Kirchen, sondern
verpflichteten gleichzeitig auch die besten Musiker und Komponisten. Die
anlässlich der Ausstellung entstandene Komposition Der rote Spiegel
befasst sich mit einer der bedeutendsten Kirchen Roms, der Peterskirche.
Zentrales Thema des Werkes ist die von Michelangelo und Giacomo della Porta
gestaltete Kuppel, die durch Werke der Barockmusik in Verbindung mit einer
zeitgenössischem Komposition musikalisch umschrieben wird. Es folgt
in seiner formalen Struktur der Gliederung und dem Aufbau eines traditionellen
Requiems. Zu den ausgewählten Komponisten, deren Stücke zu hören
sind, zählen Girolamo Frescobaldi, Arcangelo Corelli, Giovanni Gabrieli
und Claudio Merulo. Neue Musik und Barockmusik treten hierbei in einen Dialog
und schaffen ein Raumklangerlebnis, das die Kuppel sinnlich erfahrbar werden
lässt.
Klaus Lang studierte Komposition, Musiktheorie und Orgel an der Musikhochschule
in Graz. Weitere Studien folgten bei Michael Hamel, Beat Furrer und Younghi
Pagh-Paan. Seine Werke werden auf international renommierten Festivals uraufgeführt.
In Bonn war er bereits mit Königin Ök und Stimme allein zu Gast.
Der rote Spiegel ist seine erst Arbeit für ein junges Ensemble. Klaus
Lang lebt als freischaffender Komponist und Organist in Berlin.
Mit freundlicher Unterstützung
der Linon Medien Berlin .
In Kooperation mit der Musikschule der Bundesstadt Bonn.
KINO IM FORUM Das Gespenst BRD 1982, s/w, 88 Min.,
FSK ab 18 Jahren
Regie: Herbert Achternbusch
Darsteller:
Herbert Achternbusch, Annamirl Bierbichler, Kurt Raab, Dietmar Schneider,
Gunter Freyse, Sepp Bierbichler, Werner Schroeter
Herbert Achternbuschs überaus umstrittene Tragikomödie
handelt von einer lebensgroßen Christusfigur, die vom Kreuz herabsteigt
und durch München spaziert. Dabei gerät Jesus mit Passanten, einem
Bischof und der Polizei in Konflikt. Achternbuschs provozierender Film, der
der Frage nachgeht, wie es Jesus im heutigen München ergehen würde,
löste seinerzeit heftige Reaktionen von Seiten der Kirchen, des Bundesinnenministers
und der Staatsanwaltschaft aus.
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
KINO IM FORUM Michelangelo - Inferno und Ekstase USA 1964, 133 Min., FSK ab 12 Jahren
Regie: Sir Carol Reed
Darsteller: Rex
Harrison, Charlton Heston u.a.
Im Jahr 1508 beauftragt Papst Julius
II. (Rex Harrison) das gefeierte künstlerische Genie Michelangelo (Charlton
Heston), die Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan auszumalen. Als dieser
sich zunächst weigert, den Auftrag anzunehmen, wird er vom machtbesessenen
Julius, der sich damit selbst ein Denkmal setzen will, gezwungen das Werk auszuführen.
Michelangelo beginnt mit der mühsamen Arbeit, die ihn bald an den Rand der
nervlichen und körperlichen Erschöpfung bringt. Zwischen ihm und seinem
Auftraggeber entbrennt in der heiligen Stätte ein gnadenloser Machtkampf,
an dessen Ende der Künstler nur noch einen verzweifelten Ausweg sieht.
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
KONZERT IM FORUM – FINISSAGE Passacalli della vita - Musik im Rom des Papstes Urban VIII.
convoce.coeln unter der Leitung von Maria Jonas Kompositionen von Frescobaldi,
Kapsperger, Rossi und anderen
Ein Treffen befreundeter Kardinäle am Hofe des Papstes. Es ist ein Fastensonntag
im März. Dennoch wollen die kunstsinnigen Freunde nicht auf Musik verzichten.
Eigens zu diesem Anlass hat Girolamo Kapsperger, der berühmteste Lautenist
seiner Zeit, einige Sonetti spirituali vertont, die einer der Kammersänger
des Papstes nun vorträgt. Eines der Sonette stammt aus der Feder des
Papstes. Papst Urban VIII. war das prominentestes Familienmitglied des Adelsgeschlechts
der Barberini, deren Mäzenatentum das römische Musikleben des 17.
Jahrhunderts entscheidend prägte. Wie in den sinnenfreudigen Vanitas-Stillleben,
so entführt uns dieses Programm mit Villanellen (Bauernliedern), Liebesliedern,
Wiegenliedern und Lamenti (Klageliedern) in die Welt Italiens des 17. Jahrhundert.
Die Liedtexte liegen zuweilen im Zwischenbereich von geistlicher und weltlicher
Musik. Sie waren zur inneren Erbauung während kirchlicher Feiertage
an den Höfen der Päpste und Kardinäle gedacht. Das Programm
endet mit dem Stück Passacalli della Vita, das mit der Eindringlichkeit
eines Gassenhauers verdeutlicht, dass ein jeder von uns sterben muss: "Bisogna
morire".
Maria Jonas ist eine versierte Interpretin Alter Musik. Ihre Arbeit mit convoce.coeln
und anderen von ihr gegründeten Ensembles führte zu neuartigen,
lebendigen und unkonventionellen Darbietungsformen, die weit über den
Rahmen gewöhnlicher Konzerte hinausgehen.