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VENEZIA! - KUNST AUS VENEZIANISCHEN
PALÄSTEN |
Die Sammlungsgeschichte Venedigs vom 13. bis 19.
Jahrhundert
Eine Einführung - Teil 2
1300 / 1400:
Handel und antike Kunstwerke
Trotz innenpolitischer Erschütterungen, etwa der Verschwörung des
Bajamonte Tiepolos (1310) oder des Umsturzversuches des Dogen Marin
Falieros (1355) blieb Venedig im 14. Jahrhundert die bedeutendste
Handelsstadt Europas und ein wichtiger Umschlagplatz für die Luxusartikel
des Orients, insbesondere Gewürze und kostbare Stoffe. Aber auch antike
Kunstwerke und Bücher waren in Venedig besser als anderswo zu erwerben.
Ein Schlaglicht auf den frühen venezianischen Kunsthandel wird durch
den wundersamerweise erhaltenen ‚Einkaufszettel' der ersten uns persönlich
faßbaren Sammlerpersönlichkeit des 14. Jahrhunderts in Venedig geworfen:
So wissen wir, was Olivero Forzetta (um 1300 - 1373), ein Notar aus
dem benachbarten Treviso, der auch in Venedig selbst einen Palast
besaß, in der Stadt bei den unterschiedlichsten Händlern erwerben
wollte.
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Weniges läßt sich zweifelsfrei
identifizieren, die beiden prominentesten Objekte seiner Liste, deren
Erwerb allerdings mißlang, sind in Bonn zu sehen: Die beiden antiken
Reliefs mit der Darstellung von vier Putten, die noch zu Lebzeiten
Forzettas aus Ravenna nach Venedig gekommen waren, haben viele Jahrhunderte
lang Bewunderung bei Künstlern und Gelehrten hervorgerufen. Forzetta
war besonders am Erwerb von kostbaren Handschriften mit den Texten
antiker Autoren interessiert.
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Relief mit Putten
und Sichel des Saturn
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Bibliotheken
Der Aufbau umfangreicher Bibliotheken war spätestens im 17. und 18.
Jahrhundert verpflichtend für die kunstverständigen und gebildeten
Adelshäuser. Vorreiter dieser Entwicklung war der bedeutendste Dichter
und Humanist des 14. Jahrhunderts, Francesco Petrarca, der 1362 seine
Büchersammlung dem venezianischen Staat unter der Bedingung anbot,
sie öffentlich zugänglich zu machen, allerdings ohne Erfolg: Erst
100 Jahre später sollte sich der Traum einer öffentlichen Bibliothek
durch die Schenkung des aus Byzanz stammenden Kardinal Bessarione
erfüllten.
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Bucheinband
mit Christus und Maria
Byzantinisch |
Er übertrug seine einzigartige
Büchersammlung, mit der er das geistige Erbe seiner Heimat, das 1452
von den Osmanen eroberte Byzantinischen Reich, vor dem Untergang bewahrt
hatte, der venezianischen Republik. So schuf er den Grundstock der
Biblioteca Nazionale Marciana, bis heute eine der bedeutendsten Handschriftensammlungen
der Welt.
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Theophrast
De plantis; De causis plantarum
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