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VENEZIA! - KUNST AUS VENEZIANISCHEN
PALÄSTEN |
Die Sammlungsgeschichte Venedigs vom 13. bis 19.
Jahrhundert
Eine Einführung - Teil 3
1500: Das goldene Jahrhundert
Im 15. und vor allem im 16. Jahrhundert wurde Venedig durch die Eroberungen
auf dem italienischen Festland immer weiter in die inneritalienischen
und damit auch europäischen Machtkämpfe hineingezogen. Darüber hinaus
zwang das erstarkende osmanische Reich im Osten der Serenissima einen
verlustreichen, jahrhundertelangen Abwehrkampf auf. Außerdem war die
Vorherrschaft im Orient- und Gewürzhandel durch die Entdeckung des
Seeweges um Afrika gefährdet. Dennoch erlebte die Stadt trotz aller
Bedrohungen eine einzigartige künstlerische Blüte: Giovanni Bellini,
Giorgione, Tizian, Tintoretto und Veronese waren Künstler von europäischem
Ruf; die Buchdruckereien Venedigs waren in Quantität und Qualität
führend. Auch die Zahl der Sammlungen nahm kontinuierlich zu, war
aber im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung von über 150.000 Einwohnern
erstaunlich gering: Anhand der Testamente lassen sich bis zum Ende
des Jahrhunderts nur ca. 200 Sammler identifizieren, die mehr als
10 Bilder besaßen. Einige dieser Sammlungen waren allerdings von europäischem
Rang und sollten Vorbildfunktion für die sprunghaft steigende Zahl
der Sammlungen im 17. Jahrhundert haben.
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Jacopo de'Barbari
Venedig aus der Vogelperspektive
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Tribuna
(Rekonstruktion)
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Statue des Ganymed,
der von einem Adler geraubt wird
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Die Sammlung Grimani
Im Zentrum der Ausstellung steht daher auch die bedeutendste
Sammlung des 16. Jahrhunderts überhaupt: Domenico Grimani, Kardinal
von San Marco und seine Neffen Marco, Marino und Giovanni, die alle
Patriarchen von Aquileia waren, der zweite sogar Kardinal, erwarben
mehr als 200 Antiken, ca. 500 Gemälde, nicht nur von venezianischen
Meistern, sondern vor allem auch flämische Malerei und eine Bibliothek
mit 15.000 Bänden. ‚Schatzkammer' des prachtvollen Palazzo der Familie
bei Santa Maria Formosa war die sogenannte Tribuna, ein nahezu
quadratischer überkuppelter Raum von ca. 8 m Kantenlänge. Hier wurden
die 130 wichtigsten Antiken der Sammlung in einer für Venedig einzigartigen
Architektur gezeigt: Mit ihren Nischen, Giebeln und Säulen folgt sie
römischen Vorbildern, ein sichtbarer Beweis dafür, dass der Kardinal
mit neuesten künstlerischen Entwicklungen vertraut war, aber auch
eine politische Botschaft: Die Grimani galten im ansonsten eher romfeindlichen
Venedig als Parteigänger des Papstes. Höhepunkt der Bonner Ausstellung
ist eine Rekonstruktion der Tribuna im Maßstab 1/1, in der 13 der
wichtigsten Originale der Sammlung die ehemals zugewiesenen Plätze
wieder einnehmen.
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Gemäldesammlungen
von 1530
Benachbart zeigt die Ausstellung eine hochkarätige Gemäldesammlung,
wie sie der Chronist der frühen venezianischen Sammlungen, Marcantonio
Michiel, bei seinen venezianischen Standesgenossen um 1530 gesehen
haben könnte: Dazu gehört Giorgiones berühmtes Selbstporträt aus Braunschweig,
sein Knabe mit dem Pfeil aus Wien oder, ebenfalls aus Wien,
der Bravo, ein Meisterwerk Tizians. |
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Giorgione,
Knabe mit Pfeil
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Tizian,
Il Bravo
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