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VENEZIA! - KUNST AUS VENEZIANISCHEN
PALÄSTEN |
Die Sammlungsgeschichte Venedigs vom 13. bis 19.
Jahrhundert
Eine Einführung - Teil 4
1600: Selbstdarstellung und Prachtentfaltung
Im 17. Jahrhundert wiederholte sich das übliche Schema der Sammlungen
unzählige Male, es gehörte zum Ausdruck der adligen magnificenza,
sich mit Kunst zu umgeben: Venezianische und flämische Gemälde, antike
Skulpturen, Gemmen und Münzen, Kuriosa und Bücher waren die wichtigsten
Bestandteile.
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Bernardo
Strozzi (1581-1644)
Die Musik (Bildnis der Barbara Strozzi)
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Pittori Forestieri
Fast im gesamten 17. Jahrhundert standen die pittori forestieri,
die nichtvenezianischen Maler, bei venezianischen Sammlern und Mäzenen
in hohem Ansehen, und dies zu recht, wie die Meisterwerke von Fetti,
Strozzi, Regnier oder Liss in Bonn beweisen.
Pittori Forestieri waren besonders bei den geltungsbedürftigen
‚neureichen' Familien beliebt, die sich im Laufe des 17. Jahrhunderts
in den Adelsstand einkaufen konnten und ihre neue gesellschaftliche
Position auch durch die Begründung einer entsprechenden Sammlung zum
Ausdruck brachten. Insgesamt stieg die Zahl der Sammlung in Venedig
sprunghaft an;
Neue Themen
Neue Themen waren gefragt, mit Allegorien oder Schlachtenszenen ließen
sich die eigenen Verdienste oder die der Familie deutlich genug herausstellen,
im Falle des Dogen und Feldherrn Francesco Morosini kombiniert mit
privaten Erinnerungsstücken wie Schwertern, Hellebarden oder den verzierten
Mastspitzen
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Vom Studiolo zur Galerie
Damit die Sammlung auch gebührende Aufmerksamkeit findet, wurde die
wichtigsten Werke nicht wie zuvor im eher privaten Studiolo
sondern im wichtigsten Raum des Palastes konzentriert, dem sogenannten
Portego. Diesen großen Saal des ersten Obergeschoss eines venezianischen
Palastes musste jeder Besucher zwangsläufig durchschreiten.
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Alessandro Piazza
Der Waffensaal im Palazzo Ducale
mit der Büste Francesco Morosinis |
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Sammel- und Bildungsanspruch
Kunsttraktate betonten allerdings immer wieder, das es nicht nur wichtig
sei, Kunst zu besitzen, sondern sie auch mit Kennerschaft vermitteln
und erklären zu können. Die Beschäftigung mit Kunst fördere die Gesinnung
und die Tugend, Kunst zu ignorieren sei Zeichen eines petto rustico,
einer derben, bäuerlichen Gesinnung und eines cuore ignolbe,
eines unadeligen, niederträchtigen Herzen. Besonders angemessen für
einen Adeligen sei die Beschäftigung mit antiken Münzen, sie helfe
gar das die Laster der Trägheit und Melancholie zu überwinden. Außerdem
glaubte man, durch das Studium der Antike wichtige Ratschläge für
die politische Gegenwart gewinnen. Venedig war so ein Zentrum der
humanistischen und antiquarischen Gelehrsamkeit, seine numismatischen
Sammlungen waren von europäischer Bedeutung, wie die Sammlung des
Pietro Morsini in der Ausstellung dokumentiert.
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Tridrachme
Münze von Corinthus/Korinth |
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