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Ägyptens versunkene Schätze
5. April 2007 bis 27. Januar 2008 Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit Franck Goddio und der Hilti Arts & Culture GmbH. ![]() Franck Goddio und Taucher seines Teams betrachten die kolossale Statue des Gottes Hapi (Gott der Nilflut und Fruchtbarkeit), die nahe des Tempels der versunkenen Stadt Heraklion gefun- den wurde. Sie stammt aus dem 4. – 3. J. v. Chr. und ist mit 5,40 Metern Höhe (inkl. Sockel) die größte freistehende Statue eines ägyptischen Gottes, die je entdeckt wurde. Das einzigartige Unterfangen der unter- wasserarchäologischen Forschung von Franck Goddio wurde durch die Unterstützung der Hilti Foundation ermöglicht. ÄGYPTENS SCHÄTZE ![]() © aller Abbildungen dieser Internetseite: Franck Goddio / Hilti Foundation Fotograf: Christoph Gerigk Franck Goddios Ausgrabungen brachten die versunkene antike Stadt Thonis-Heraklion und Teile der Stadt Kanopus sowie den versunkenen Teil des antiken Hafens von Alexandria mit seinem Königsviertel nach über 1000 Jahren wieder ans Tageslicht. Anhand der Funde können Rückschlüsse auf die Geschichte dieser Städte und zugleich auf die Geschichte Ägyptens über einen Zeitraum von fast 15 Jahrhunderten gezogen werden: die Zeit der letzten pharaonischen Dynastien in der kanopischen Region, der Aufstieg der ptolemäischen Könige nach dem Tod Alexanders des Großen, die Zeit Ägyptens als römische Provinz bis hin zur christlichen Spätantike. Kanopus ist berühmt für seine Tempel, insbesondere die des Gottes Osiris. Der ägyptischen Mythologie zufolge fand die Göttin Isis hier in Kanopus den vierzehnten Teil des von Seth zerstückelten und über ganz Ägypten verteilten Leibes ihres Gatten Osiris wieder. Der Gott Osiris, der auch das Hochwasser herbeirief, wurde seitdem häufig in der Form einer Vase mit einem gekrönten Haupt dargestellt.Neben ihrer Stellung als religiöses Zentrum war die Stadt Kanopus zu römischer Zeit auch als Amüsierviertel berühmt, in der freizügige Feste gefeiert wurden. In der christlichen Ära entstand dort ein bedeutendes Kloster. Zeugnisse dieser Zeit sind unter anderem Gold- und Edelsteinschmuck, Kreuze, ein Ehering und offizielle Siegel des Klosters. Die letzten Belege für die Existenz von Kanopus gehen auf das 8. Jahrhundert n. Chr. zurück: Bei den Ausgrabungen im versunkenen Kanopus wurden arabische Goldstücke aus dieser Zeit gefunden. ![]() Ring mit Aufsatz in Form eines Öllämpchens Spätes 6. - frühes 8. Jh. n. Chr., Kanopus-Ost Der goldene Ring aus byzantinischer Zeit trägt ein Öllämpchen als Aufsatz, der Reif ist mit einer wellenartigen Ranke dekoriert. Diese Art der Dekoration ist bislang unter den byzantinischen Fingerringen einzigartig. Ergänzende Informationen Bis zu ihrer Wiederentdeckung im Jahr 2000 schien die Stadt Thonis-Heraklion spurlos verschwunden, ihr Name aus dem Gedächtnis der Menschheit fast gelöscht – nur antike Texte und einige Inschriften, die Archäologen an Land gefunden hatten, erinnerten noch an sie. Thonis-Heraklion war eine pulsierende Stadt mit einer hohen griechischen Einwohnerdichte schon mehrere Jahrhunderte bevor Alexander der Große nach Ägypten kam. Sie galt als eine der größten Handelsmetropolen in der Mittelmeerregion vor der Gründung Alexandrias. Ihre Lage an der Nilmündung bot ideale Voraussetzungen zur Kontrolle der Handelsschiffe, bevor diese flussaufwärts nach Naukratis fuhren. ![]() Nach ihrer Bergung aus dem Meer bei der versunkenen Stadt Heraklion liegen zwei rund 5 m hohe Kolossalstatuen einer ptolemäischen Königin (links) und des Nilgottes Hapi (rechts) auf einer großen Schute. Die Statuen aus rotem Granit stammen aus dem 4. - 3. Jahrhundert v. Chr. Alexandria ist bis heute berühmt als eine der bedeutendsten Metropolen der Antike. Große Tempel, Paläste, Säulengänge und Statuen säumten zu jener Zeit die Straßenzüge. Mit dem 130 m hohen Leuchtturm entstand hier eines der antiken Weltwunder. Weltberühmt war auch die gewaltige Bibliothek mit fast einer halben Million Papyrusrollen. Im Hafenbereich von Alexandria lag das prunkvolle Königsviertel mit seinen Tempeln, Palästen und luxuriösen Parkanlagen, in denen sich einst Julius Caesar, Marcus Antonius und Kleopatra aufhielten. Anhand der überlieferten Texte wurde mehrmals versucht, den Großen Hafen und seine Anlagen sowie die bekannten Gebäude kartographisch zu fixieren, was jedoch nicht den antiken Gegebenheiten entsprach. Erst die zwölf Jahre andauernden Untersuchungen und Ausgrabungen Franck Goddios ermöglichten die Erstellung einer wirklichkeitsgetreuen Karte des berühmten Großen Hafens. Es wurde wichtiges archäologisches Material geborgen, das die überwältigende Pracht des versunkenen Königsviertels veranschaulicht: Meisterwerke der Bildhauerkunst, wie der Isis-Priester aus schwarzem Granit, der eine Osiris-Vase in den Händen hält, ein Sphinx, dessen Gesicht vermutlich Ptolemaios XII., den Vater der berühmten Kleopatra, zeigt, zahlreiche Architekturelemente mit Inschriften sowie Töpferwaren, Schmuck und Münzen zeugen von dem Luxus, der an diesem berühmten Ort einst herrschte. ![]() Kolossalporträt Caesarion (?), (1. Jh. v. Chr.) Alexandria. Dieser Kopf (80 cm) aus Granit wird Caesarion (Ptolemaios XV.), dem Sohn Kleopatras VII. und Julius Caesars, zugeschrieben. Er gehörte zu einer etwa 5 Meter großen Statue, stammt aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und wurde im antiken Hafen von Alexandria gegenüber der Insel Antirhodos entdeckt. Die Städte Kanopus, Thonis-Heraklion und das Hafenviertel von Alexandria verbindet ein tragisches Schicksal: Nach verheerenden Naturkatastrophen versanken alle drei Orte im Meer, wo sie mehr als 1000 Jahre unberührt und von der Menschheit unerkannt auf dem Meeresgrund ruhten. Die Ausstellung „Ägyptens versunkene Schätze“ holt sie zurück ans Tageslicht. Dabei bewahren die Ausstellungsstücke jene mystische Aura, die sie in Tausenden von Jahren – gezeichnet von Ruhm und Reichtum, von Krieg und Zerstörung – umgeben hat. |
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