Im Jahr 230 v. Chr. überzieht Ying Zhen, König von Qin und später erster
Kaiser von China, die umliegenden sechs Königreiche mit blutigen Kriegen,
aus denen das vereinte Reich der Mitte erwächst. Nur seine ehemalige
Konkubine Lady Zhao (Gong Li) lehnt sich gegen diese Schreckensherrschaft auf.
Den kompromisslos gewaltsamen Weg des Königs zeichnet Chen
Kaiges (Lebewohl meine Konkubine) Historienepos in einer gelungenen
Melange aus der monumentalen Darstellung historischer Überlieferung, der
Verarbeitung chinesischer Mythen und einer Liebesgeschichte nach, anhand
derer sich die verschiedenen Erzählstränge immer wieder verknüpfen und die
historischen Beziehungsgeflechte verständlich werden. Ausgezeichnet mit dem „Großen Preis der Technik“ in Cannes.
Hongkong/Taiwan 2003, 104 Min., OmU
Regie: William Kwok, Musik: Roger Lin
Darsteller: Fang Jing, Tang Lu, Wu Jian, Gao Fei u.a.
Die Bewohner eines Dorfes an der Chinesischen Mauer glauben noch heute an die Legende, dass ihre unverheirateten Toten sich einsam fühlen und suchen in magischen Heiratsritualen nach Gefährten für ihre Verwandten in der Unterwelt. Dadurch werden Frauenleichen zur Mangelware, ausgeräumte Gräber sind an der Tagesordnung.
In dieser skurrilen Geschichte schildert der Regisseur die bis heute fest verankerte chinesische Tradition von der Würde der Jungfräulichkeit.
VR China 2004, 93 Min, OmeU
Regie: Li Yu
Darsteller: Liu Yi, Huang Xingrao, Li Kechun
Um einen Skandal zu vermeiden, wird die 16jährige Yun gezwungen, ihr Baby zur Adoption freizugeben und die Schule zu verlassen. Dennoch bleibt der Ruf eines Flittchens auch Jahre später trotz einer klassischen Gesangsausbildung an ihr haften. Dem aufsässigen Nachhilfeschüler ihrer Mutter fühlt sie sich in geschwisterlicher Zuneigung verbunden, bis sich herausstellt, dass er ihr zur Adoption freigegebener Sohn ist. Mit viel Sympathie für die Figuren erzählt die Regisseurin Li Yu, wie scheinheilige Moral das Leben von Menschen ruinieren kann. Sie verlässt sich dabei ganz auf die Stärke ihrer Geschichte. ( Auf der Viennale 2005 mit dem Publikumspreis des Wiener Standard ausgezeichnet ).