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  KUNST IN DEUTSCHLAND

Kunst in Deutschland
Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes

14. Juli - 8. Oktober 1995

Die Ausstellung Kunst in Deutschland ist ein Rückblick auf 25 Jahre Sammeltätigkeit des Bundes. Aus einem Gesamtbestand von fast 900 Werken werden 130 Arbeiten vorgestellt. Die Ausstellung ist keine Illustration der Sammlungsgeschichte, vielmehr wird diese Sammlung zeitgenössischer Kunst zum Anlaß für einen Essay über die Zeitlichkeit von Kunst. Das Konzept bezieht historische und formale Aspekte bei Auswahl und Gliederung der Exponate ein. Vier Räume sind mit Zitaten betitelt: "Wachstum regt sich", "Abstraktion als Weltsprache", "Moderne Zeiten", "Weiterarbeiten". Sie werfen Schlaglichter auf die Epochen der Nachkriegszeit, der 50er Jahre, der 60er Jahre und der unmittelbaren Vergangenheit bzw. Gegenwart. Diesen vier "historischen" Räumen sind vier 'formale' Bereiche gegenübergestellt, die sich konstanten künstlerischen Grundhaltungen widmen: Schilderungen zeigt Malerei, die sich mit der Darstellung außerbildlicher Ereignisse - der Realität - beschäftigt. Verfremdungen aasigt Malerei und Skulptur, die ausgehend von figürlichen Motiven oder Formvorstellungen zu persönlichem bildnerischem Ausdruck gelangt. Farbe : Form zeigt konzentrierte, meditative, konkrete Kunst. Konzepte stellt Künstler vor, die mit ihren Arbeiten die traditionellen Gattungen von Malerei und Skulptur um neue Medien und Techniken erweitern.

Die Räume stehen je für sich als präzise eingerichtete kleine Gruppenausstellungen, es gibt jedoch vielfaltige Querverbindungen der Räume untereinander. Durch die Verschränkung von "historischen" und "formalen" Auswahlkriterien entsteht ein lebendiges Panorama der vielseitigen und komplexen Kunst in Deutschland seit 1945, wobei besonders der Anspruch der einzelnen Werke unterstrichen wird, eine jeweils eigene, spezifische Zeitlichkeit zu stiften. Aus der Spannung zwischen "Zeitgeistkompatibilität" und Eigenzeitlichkeit jedes einzelnen Werkes bezieht diese Ausstellung ihre Überzeugungskraft und Aktualität. Die ausgestellten Werke zeigen einerseits, daß Kunst für den Betrachter immer aktuelle Gegenwart ist, und andererseits geben sie in der hier gezeigten Auswahl und Zusammenstellung - zwangsläufig und kaum gesteuert - einen Überblick über die Kunst in Deutschland der letzten 50 Jahre.

Erwerbungen des Bundes aus dem Sammelzeitraum von 1970 bis 1994 publiziert. Dieser Dokumentation ist ein Aufsatz von Jens Christian Jensen zur Sammlungsgeschichte vorangestellt. Bibliographische Informationen zu den einzelnen Kapiteln und den ausgestellten Künstlern runden den Katalog ab.

Kay Heymer, geboren 1960 in Twistringen. Studium der Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum 1981-88 bei Max Imdahl 1986-1990 Mitarbeit an verschiedenen Ausstellungen des Museum Ludwig, Köln: Europa/Amerika; Bilderstreit; Afrikanische Skulptur. Seit 1988 Veröffentlichungen zur zeitgenössischen Kunst, u.a. über Georg Baselitz, Peter Halley, Katharina Fritsch, Günther Förg, Arnulf Rainer. 1992 Projektleiter der Ausstellung Territorium Artis, 1993 Kurator der Ausstellung Tanzende Bilder. Fahnen der Fante Asafo in Ghana in der Kunst- und Ausstellungshalle.
  Ausstellungskurator
Kay Heymer


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