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AUSSTELLUNGEN
  ELI LOTAR

Eli Lotar
4. Februar - 15. Mai 1994

Eli Lotars intensive Beschäftigung mit dem Medium Photographie erstreckte sich auf den Zeitraum zwischen 1927 und 1937, wobei seine wesentliche Schaffensperiode von 1927 bis etwa 1932 reichte. In dieser Zeit arbeitete er in Paris zuerst als Lehrling, später als Partner mit der holländischen Photographin Germaine Krull zusammen. Nach Beendigung der Zusammenarbeit im Jahre 1929 betrieb er bis 1932 mit dem Surrealisten Jacques-André Boiffard ein Photostudio.

Eli Lotar fand seine Motive vor allem in den Straßen von Paris. Mit Reportagen aus dem städtischen Leben bediente er den expandierenden Markt der Bildillustrierten. Sein besonderes Interesse galt den 'einfachen Leuten'. Seine Bilder zeigen einen unverstellten, dokumentarischen Blick auf die unspektakulären Ansichten von Paris. Aufnahmen von Lotar erschienen in den zwanziger und dreißiger Jahren nicht nur in den populären Illustrierten wie Vu und Varietes, sondern wurden auch in Zeitschriften aus dem Umkreis der Surrealisten wie Documents oder Minotaure publiziert Seine straight photography (direkte Photographie) wurde von den Surrealisten über die realistische Wiedergabe des aufgenommenden Motivs hinaus wegen der teilweise von ihr ausgehenden Irritationen geschätzt.

Die zeitgleiche Präsentation der Werke von Luis Bunuel und Eli Lotar in der Kunst- und Ausstellungshalle beruht auf der Zusammenarbeit der beiden Künstler in dem Film "Las Hurdes" (Land ohne Brot). Die starke Übereinstimmung in der eigenen und ausdrucksstarken, manchmal beklemmenden Bildsprache beider Künstler läßt sich sowohl in den Filmen Bunuels als auch in dem photographischen CEuvre Eli Lotars nachweisen. Eine besondere Rolle kommt dabei Lotars Photoreportage über die Schlachthöfe von La Villette zu. In dieser Bildserie (Abattoir, 1929) rindet Eli Lotar Bilder, die eine groteske Szenerie, wie z.B. die an der Wand stehenden abgeschnittenen Beine zeigen, die den Rahmen einer einfachen Dokumentaraufnahme sprengen.

Das Plattenarchiv von Eli Lotar wurde erst kürzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.. Es umfaßt etwa 10.000 Platten und Negative, aus denen für diese Ausstellung von Daniel Valet, Paris, Reprints erstellt wurden. Die Kuratoren Alain Sayag und Annick Lionel-Marie konnten diese durch zahlreiche Vintage Prints des Künstlers sowie umfangreiches Dokumentmaterial ergänzen. Zusammen mit dem Katalog ermöglicht diese Ausstellung erstmalig einen Überblick über das Werk und den Umkreis EU Lotars. Diese Ausstellung wurde von MNAM-CCI, Centre Georges Pompidou, Paris, konzipiert und organisiert.
  Ausstellungskuratoren
Alain Sayag
Annick Lionel-Marie

Katalog


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