Die
großen Sammlungen I
The Museum of Modern Art, New York
Von Cézanne bis Pollock
17. Oktober 1992 -10. Januar 1993
Diese Ausstellung ist der Auftakt zu einer Reihe, in der einzigartige
Sammlungen wichtiger internationaler Museen vorgestellt werden, Sammlungen,
die gleichermaßen Dokument und Katalysator für den kulturellen
Dialog sind.
Das Museum of Modem Art, New York, nimmt eine Schlüsselposition
unter den Museen für moderne Kunst ein. Es wurde 1929 von den
drei Sammlerinnen Lilli P. Bliss, Frau Cornelius J. Sullivan und Frau
John D. (Abby Aldrich) Rockefeller, jun. gegründet. Ihr Ziel
war es, den Menschen von New York die Begegnung mit der Kunst ihrer
Zeit zu ermöglichen und um Sympathie für sie zu werben.
Es war das erste Museum Amerikas, welches sich ausschließlich
der Präsentation und Sammlung zeitgenössischer Kunst widmete
und liegt bis heute ganz in privater Hand. Der erste Direktor des
Museum of Modern Art war Alfred H. Barr, jun., der zum Zeitpunkt der
Eröffnung 27 Jahre alt war. Er entwickelte das Museumskonzept,
welches in seinen Grundzügen noch immer gültig ist Kern
seines Ansatzes war es, ein Haus mit mehreren Abteilungen aufzubauen
und neben den sogenannten schönen Künsten, auch den angewandten
Künsten Platz einzuräumen. Sein Museum sollte einem sehr
weitgefaßten Kulturbegriff Rechnung tragen. Er war begeistert
von dem interdisziplinären Ansatz, wie er beispielsweise vom
Bauhaus in Dessau praktiziert wurde. Ausgangspunkt des Museums war
diese Idee, nicht eine bereits bestehende Sammlung, für die man
nach einem geeigneten Präsentationsort suchte. So organisierte
das Museum of Modern Art zunächst ausschließlich Ausstellungen
mit Leihgaben, wobei neben der europäischen Moderne immer auch
amerikanische zeitgenössische Kunst vorgestellt wurde. Der Aufbau
der Sammlung erfolgte systematisch erst ab 1931. Heute umfaßt
das Museum folgende kuratorische Abteilungen: Gemälde und Plastiken;
Zeichnungen; Druckgrafik und illustrierte Bücher; Architektur
und Design; Fotografie sowie Film einschließlich Video. Neu
war nicht nur der Vorstoß in noch unbekanntes Museumsterrain,
neu waren auch die vielfältigen Möglichkeiten, die den Besuchern
über die Ausstellungen hinaus geboten wurden. Für viele
Einrichtungen, die uns heute im Museumskontext als Selbstverständlichkeit
erscheinen, wurde hier Pionierarbeit geleistet. Sei es die öffentlich
zugängliche Bibliothek, seien es die auf verschiedene Altersgruppen
abgestimmten pädagogischen Angebote oder die ausstellungs- und
sammlungsbezogenen Publikationen. Das Museum of Modern Art wurde sowohl
für Fachleute als auch für Laien zu einem Ort lebendiger
Auseinandersetzung und war die Sehschule vieler Künstler. Seine
Impulse gingen weit über Amerika hinaus, nicht zuletzt durch
die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Institutionen, für
die im Museum of Modern Art eine eigene Abteilung, das "Internationale
Programm", eingerichtet ist.
Die Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland zeigt 70 Meisterwerke aus den Bereichen Malerei und Skulptur,
die die Entwicklung der modernen Kunst vom ausgehenden 19. Jahrhundert
bis in die Mitte unseres Jahrhunderts aufzeigen. Mit Cézanne
und van Gogh stehen zwei zentrale Künstler der modernen Malerei
am Anfang der Ausstellung. Dir Werk markiert die Weggabel für
die Entwicklung der gegenstandslosen Kunst einerseits und die der
expressiven Kunst andererseits. Alle wichtigen Avantgardebewegungen
der Moderne wie Kubismus, Surrealismus, Futurismus, um nur drei zu
nennen, sind vertreten. Umberto Boccionis Skulptur "Einzigartige
Formen der Kontinuität im Raum" (1913), Giorgio de Chiricos
"Die Sehnsucht nach dem Unendlichen" (1913-14), Oskar Schlemmers
"Bauhaustreppe" (1932), Picassos "Mädchen vor
dem Spiegel" (1932), und Max Beckmanns Triptychon "Abfahrt"
(1932-33) stehen stellvertretend für die herausragende Qualität
der Sammlung des Museum of Modern Art, New York. Die Ausstellung zeichnet
nicht nur die Geschichte der modernen Kunst nach, sondern auch die
Sammlungsgeschichte des Museum of Modern Art. So begegnet man hier
manchen derjenigen Werke, die schon sehr früh Teil des festen
Bestandes waren.
Viele Exponate dieser Ausstellung sind uns durch Reproduktionen längst
vertraut. Jetzt ergibt sich in Bonn die Gelegenheit, sie im Original
zu sehen.
Selten zuvor wurde eine so große Anzahl von Werken dieses Museums
an einem anderen Ort präsentiert.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des International
Council of The Museum of Modern Art, New York. |
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Ausstellungskurator
Pontus Hulten
Projektleiterin
Madeline Ferretti
Assistenz
Hubert Ringwald |
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