Niki
de Saint Phalle
19. Juni 1992 - 1. November 1992
Niki de Saint Phalle, Jahrgang 1930, ist eine der eigenwilligsten
Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, deren Arbeiten
durch einen unverwechselbaren, einzigartigen Stil geprägt sind.
Ihr Werk, kunsthistorisch nur schwer einzuordnen, erstreckt sich von
Ölgemälden aus den fünfziger Jahren, über die
dem Neuen Realismus zugeschriebenen Schießbilder, von Reliefs
aus objets trouvés bis zu den Nanas. Erst kleine Gestalten
aus Wolle, Stoff und Papiermache, werden aus ihnen mächtige,
manchmal bedrohliche Polyesterskulpturen. Von den voluminösen
Nanas führt Niki de Saint Phalles Weg zu den filigranen heiteren
Skinnies und ihren neuesten Arbeiten, großen Bronzefiguren antiker
ägyptischer Gottheiten.
Außerdem zeichnete die französische, in Amerika aufgewachsene
Künstlerin Bücher, darunter ein AIDS-Buch, drehte mehrere
Filme, schrieb ein Theaterstück, schuf Bühnendekorationen,
entwarf Tische, Stühle und Schmuck.
Niki de Saint Phalle ist aber nicht nur Bildhauerin und Malerin. Mit
ihren Großplastiken, die international von Israel bis Kalifornien
aufgestellt sind, sprengt sie die Grenzen zwischen Architektur und
Skulptur. Ihr spektakulärster Entwurf dieser Art ist ein Garten
in der Toskana mit monumentalen, dem Tarot-Spiel nachempfundenen Skulpturen,
der kurz vor der Vollendung steht.
Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland präsentiert
die vierzigjährige Entwicklung von Niki de Saint Phalle auf zwei
verschiedenen Ausstellungsebenen: Im Atrium des 1. Obergeschosses
werden in einer Retrospektive Arbeiten aus allen Werkphasen gezeigt,
wobei die architektonischen Arbeiten in fünf abgedunkelten Räumen
auf wanfüllenden Dias mit den dazugehörigen Modellen dokumentiert
werden. Auf dem weitläufigen Dachgarten installiert Niki de Saint
Phalle einen Phantasiegarten mit über 20 zum Teil begehbaren
Großskulpturen. |
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Ausstellungskurator
Pontus Hulten
Projektleiterin
Uta Grosenick |
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