Jill
Scott
Machinedreams 1990-1994
16. September bis 13. November 1994
"Machinedreams" ist eine kritische und zugleich verträumte
Installation über den Haushalt und seine Einrichtungsgegenstände.
Aus der Sicht der Frau werden Erinnerungen, Hoffnungen und Wünsche
ebenso wie Architektur und Design in vier verschiedenen Epochen des
20. Jahrhunderts beschrieben. Der Besucher kann sich durch die Berührung
eines "Touch-Screen" (Bildschirm, dessen Bildfolge durch
Berührung ausgelöst und bestimmt wird) zwischen diesen Zeitebenen
bewegen und die Geschichte der Hausfrau eigenständig erkunden.
Jill Scott nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die die Illusionen und
Verführungen von Fortschritt und Technikkult hinterfragt.
Ein Element der dreiteilig angelegten Installation sind vier Haushaltsmaschinen,
die - wie Skulpturen auf Säulen postiert - die Geschichte der
Frauenarbeit symbolisieren und gleichermaßen die in unserem
Jahrhundert stetig gewachsene Bedeutung des Konsums versinnbildlichen.
Weiteres Bestandteil der Rauminstallation sind vier computer-manipulierte
Bilder, die in verblaßten Fotos die Künstlerin als Näherin,
Typistin, Köchin und Empfangsdame selbstironisch darstellen.
Den dritten Teil der Installation bilden vier Koffer, in denen vier
winzige Videobildschirme verborgen sind. Zusammen mit den vier computeranimierten
Bildern zeigen diese Koffer die vergessene Geschichte der Frauenarbeit
in vier verschiedenen Zeitebenen: 1900, den 30er, den 60er und den
90er Jahren. Collagenartig werden dabei Gegenstände, Geräusche,
Bilder, Videos und Animationen miteinander verknüpft. In projezierten
SD-Animationen wird dem Traum einer perfekten Welt in Form eines "Heims
ihrer Träume" entsprechend dieser vier Zeitebenen nachgegangen.
Jill Scott benutzt den Materialismus des technischen Fortschritts
als Mittel der Verführung. Verschiedene Farben und Geräusche,
die die Stimmung und Atmosphäre der jeweiligen Zeit zitieren,
betonen die Eindringlichkeit dieser Bilder.
In ihrer Installation zeigt Jill Scott Hände, deren Gesten die
Einstellung der jeweiligen Epoche zu Materialismus und Fortschritt
symbolisieren: 1900 - Hilfe, 1930 - Hoffnung, 1960 - Wachstum und
1990 - Veränderung. "Veränderung" könnte
auch über Jill Scotts ganzer Arbeit stehen, denn sie fordert
dazu auf, daß Frauen die Technologie mit ihren interaktiven,
assoziativen und experimentellen Möglichkeiten als kreatives
Werkzeug benutzen und aktiv an der Veränderung der Welt arbeiten.
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