Der Rhein von seinen schönsten Seiten

Parallel zur Rheinausstellung in der Bundeskunsthalle stellen wir als Bibliothek Künstlerbücher aus dem Klingspor-Museum Offenbach aus, die sich ebenfalls mit dem europäischen Strom auseinandersetzen.

Weshalb beschäftigen sich diese Künstler mit dem Rhein?
Oftmals fällt einem die Bedeutung des Flusses erst wieder ein, wenn man irgendwo in der Ferne ist und dieses eine besondere Etwas fehlt: der Vater Rhein. Ich als Bibliothekspraktikantin und gebürtige Rheinländerin gebe zu, dass der Rhein (insbesondere der Mittelrhein) für mich immer schon gleichbedeutend mit Heimat war. Und ähnlich geht es auch den verschiedenen Künstlern, die hinter den ausgestellten Werken stecken.

Mit dem Rhein verbinden viele Menschen eine eigene Geschichte, ob sie nun links oder rechtsseitig davon leben, egal, Hauptsache das bekannte Wasser ist irgendwo in der Nähe. Viele denken natürlich an die großen Städte, die an seinem Ufer liegen, die nördlichste Stadt Italiens: Köln, die Modestadt: Düsseldorf, die ehemalige Hauptstadt: Bonn, die Stadt ums Deutsche Eck: Koblenz, usw. Aber wenn es darum geht, was deutschlandweit und auch bei vielen Touristen am bekanntesten ist, so kommt einem die uralte Sage der Loreley in den Sinn, die offenbar auch im Zentrum der Arbeit von Burgi Kühnemann steht.

Der Rabbi von Bacharach (Burgi Kühnemann)

Der Rabbi von Bacharach (Burgi Kühnemann)

Manche der ausgestellten Werke haben etwas Rätselhaftes und Geheimnisvolles – auch sie wollen in unserer Ausstellung erkundet werden.  Daniel Hees zum Beispiel sammelt Treibhölzer am Rhein und druckt diese in Originalgröße ab.

Rheinblick (Daniel Hees)

Rheinblick (Daniel Hees)

So unterschiedlich wie diese beiden Beispiele mit dem Thema umgehen, so vielfältig ist auch die Umgebung, durch die der Rhein fließt, und die Menschen, die an seinen Ufern leben.

Für mich ist die große Gemeinsamkeit die Mentalität der Rheinländer, die landläufig als offen und herzlich wahrgenommen wird. Man kann vieles von ihnen sagen, aber verschlossen ist kaum jemand. Uns – so darf ich wohl sagen – verbindet darüber hinaus eine Neigung, das Leben zuweilen nicht allzu ernst zu nehmen, sondern vielmehr mit einer rosaroten Brille auf die Dinge zu schauen. Ganz treu dem kölschen Motto „Et hätt noch immer jot jejange.“

Wer gerne noch mehr über den Rhein erfahren und Buchkunstwerke von Rheinkünstlern sehen möchte, dem kann man einen Besuch in unserer Bibliothek ans Herz legen. Vielleicht trifft er dort auch auf einen von uns netten Rheinländern.

Die Bibliothek der Bundeskunsthalle zeigt zur Ausstellung Der Rhein. Eine europäische Flussbiografie (bis 22. Januar 2017) Rhein-Künstlerbücher aus dem Klingspor Museum (29. September 2016 bis 22. Januar 2017).

Nina Jung

Nina Jung studiert Bibliothekswissenschaft an der TH Köln und ist für ihr Praxissemester vier Monate in der Bibliothek der Bundeskunsthalle tätig. Sie unterstützt das Bibliotheksteam bei den täglich anfallenden Aufgaben wie Postbearbeitung, Fernleihe, Erwerbung und Kundenberatung.

Darüber hinaus versucht sie im Rahmen eines Marketingprojektes die Bekanntheit der Bibliothek zu vergrößern. In ihrer Zeit in der Bundeskunsthalle wird sie verschiedene Beiträge zu unterschiedlichen Bibliotheksthemen schreiben.

#RheinRad Tag 11: Zieleinfahrt in Bonn

Endstation: Bundeskunsthalle Bonn, Foto: Mirjam Stegherr

Endstation: Bundeskunsthalle Bonn, Foto: Mirjam Stegherr

Von der Quelle bis zur Mündung braucht der Rhein etwa zwanzig Tage. Ich habe elf Tage gebraucht, um ihn für die Hälfte seines Weges zu begleiten – von Rheinkilometer Null in Konstanz bis Rheinkilometer 655 in Bonn. Das ist fast Fließgeschwindigkeit.

Der Fahrradweg ist allerdings länger. 783 Kilometer mit Umwegen, um genau zu sein. Der Rhein ist effizienter. Er wurde auch schneller, weil die Begradigung die Fließgeschwindigkeit erhöht hat. Gesunken ist durch die Eingriffe die Schönheit des Rheins.

Das Siebengebirge: der Drachenfels am Rhein, Foto: Mirjam Stegherr

Das Siebengebirge: der Drachenfels am Rhein, Foto: Mirjam Stegherr

Während meiner Tour habe ich viel gelernt. In Bonn angekommen erfahre ich in der Ausstellung der Bundeskunsthalle mehr über den Rhein. Über seine Wege, seine römische Geschichte, die Gründe für seine Begradigung, seine Bedeutung für die Kirche und für die Poesie. Ich sehe Bilder von Köln und Koblenz, die mir mehr verraten über die Entstehung der Wirtschaft und Entwicklung der Städte am Rhein. Und ich entdecke den Nibelungenschatz – oder das, was ein Schatz gewesen sein kann: über 1.000 Fundstücke aus Silber und Metall.

Am Ziel angekommen: die Bundeskunsthalle in Bonn, Foto: Mirjam Stegherr

Am Ziel angekommen: die Bundeskunsthalle in Bonn, Foto: Mirjam Stegherr

Der Rhein ist ein spannender Fluss. Und er ist ein europäischer Fluss. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges gab es keine Grenzkämpfe mehr am Rhein. Er lädt Menschen aus der Welt ein, ihn zu erkunden, zu nutzen oder zu befahren. Er nimmt das Wasser aus sechs Ländern mit auf seinen Weg, bis er in Rotterdam in die Nordsee mündet. Für mich endet die Reise in Bonn – vorerst, lieber Vater Rhein!

DER RHEIN. EINE EUROPÄISCHE FLUSSBIOGRAFIE
9. September 2016 bis 22. Januar 2017

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Nach 783 Kilometern endet die Tour in Bonn, Foto: Mirjam Stegherr

Nach 783 Kilometern endet die Tour in Bonn, Foto: Mirjam Stegherr

#RheinRad Tag 10: Von Kestert bis Andernach

Mittelrheinromantik Boppard, Foto: Mirjam Stegherr

Mittelrheinromantik Boppard, Foto: Mirjam Stegherr

Der Rhein ist 1.230 Kilometer lang. In vielen Büchern und auf vielen Tafeln steht, er sei 1.320 Kilometer lang — ein Zahlendreher. Heute werde ich zur Mitte des Rheins fahren und zu der Stelle ein kurzes Stück vorher, an der „Vater Rhein“ auf „Mutter Mosel“ trifft: Koblenz.

Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, Foto: Mirjam Stegherr

Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, Foto: Mirjam Stegherr

Der Name „Koblenz“ leitet sich von Zusammenfluss und Festung ab. Schon die Römer errichteten eine Festung um die Stadt. Heute sieht man über dem Mündungspunkt der Mosel in den Rhein die Festung Ehrenbreitstein, über 1.000 Jahre jünger als die Bauten der Römer. Sie wurde Teil eines preußischen Festungsrings, der die gesamte Stadt umzog und Koblenz zu einer der bestgesicherten Zentren Europas machte.

Kaiserdenkmal am Deutschen Eck, Foto: Mirjam Stegherr

Kaiserdenkmal am Deutschen Eck, Foto: Mirjam Stegherr

Koblenz war oft umkämpft, zwanzig Jahre lang sogar ein Teil Frankreichs. Seit 1897 ist für jedes Schiff unverkennbar, wer hier das Sagen hat: Ein großes Denkmal Kaiser Wilhelms thront auf der Landzunge Deutsches Eck. Was für ein Hallo am Tor zum Mittelrheintal!

Augusta, geschätzte Kaisergattin in Koblenz, Foto: Mirjam Stegherr

Augusta, geschätzte Kaisergattin in Koblenz, Foto: Mirjam Stegherr

Ein Stück weiter im Norden hat der Rhein die Hälfte seines Weges geschafft: in Andernach. Den Rheinkilometer muss man im Wald auf einem Fußgängerweg suchen – vielleicht ist die falsche Vermessung oder der Zahlendreher von früher Schuld, dass der Punkt untergeht.

Reste der Stadtburg in Andernach, Foto: Mirjam Stegherr

Reste der Stadtburg in Andernach, Foto: Mirjam Stegherr

Nur noch 50 Rheinkilometer, dann endet der Mittelrhein – und meine elftägige Tour. Mit einem Mitradeltag ab Andernach und Rolandseck und einem Besuch in der Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn über den Fluss, den ich besser kennenlernen durfte und über den es noch so viel zu lernen gibt: den Rhein.

Rheinkilometer 615: Halbzeit für den Rhein von seiner Quelle bis zur Mündung, Foto: Mirjam Stegherr

Rheinkilometer 615: Halbzeit für den Rhein von seiner Quelle bis zur Mündung, Foto: Mirjam Stegherr

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MITRADELN UND DEN RHEIN ERLEBEN

Am letzten Tag ihrer RheinRad-Tour sind alle Interessierten dazu aufgerufen, Mirjam Stegherr bis nach Bonn zu begleiten. In Andernach sowie in Rolandseck bei Remagen besteht die Möglichkeit, mit dem Fahrrad dazu zu stoßen. In der Bundeskunsthalle angekommen, könnt ihr euch mit einem Ausstellungsbesuch belohnen und an einer kostenlosen Führung teilnehmen. Wir freuen uns über jeden Teilnehmer und hoffen auf Sonnenschein!

Mitradeltag am Sonntag, 18. September
9.30 Uhr
Treffpunkt: Andernach am „Alter Krahnen“
Kartenansicht: http://bit.ly/alter_krahnen
(Bis zur nächsten Station in Rolandseck sind es 28 km.)
12.30 / 13 Uhr
Ankunft in Rolandseck
Treffpunkt: Café, Mittagessen
13.30 Uhr
Weiterfahrt
Treffpunkt: Radweg an der Fähre Rolandseck (vor dem Arp-Museum)
Kartenansicht: http://bit.ly/rolandseck
15 Uhr
Ankunft in der Bundeskunsthalle
15.15 Uhr
Führung durch „Der Rhein. Eine europäische Flussbiografie”
Die Führung ist kostenlos, der Eintritt in die Ausstellung regulär.

Wichtig: Mitgeradelt wird auf eigenes Risiko, die Bundeskunsthalle übernimmt keine Haftung!
Bitte anmelden, von wo ihr mitradelt: rheinrad@bundeskunsthalle.de

Eine nette Überraschung von Twitter User @sachlich an Rheinkilometer 598: Fotos für die RheinRad-Tour

Eine nette Überraschung von Twitter User @sachlich an Rheinkilometer 598: Fotos für die RheinRad-Tour

#RheinRad Tag 9: Von Ingelheim bis Kestert

Der breite Inselrhein bei Rüdesheim, Foto: Mirjam Stegherr

Der breite Inselrhein bei Rüdesheim, Foto: Mirjam Stegherr

Es wird wieder romantisch am Rhein. Hinter Bingen zwängt er sich in ein schmales Tal, zwischen Berge und Fluss passen nur eine Straße, Bahn und wenige Häuser. Alles sieht ein bisschen aus wie bei einer Modelleisenbahn, geschmückt mit zahlreichen Weinbergen und Burgen. Die 67 Kilometer von Rüdesheim und Bingen bis Koblenz sind der einzige Abschnitt des Rheins, der ein Weltkulturerbe ist.

Winzerin Theresa Breuer in Rüdesheim, Foto: Mirjam Stegherr

Winzerin Theresa Breuer in Rüdesheim, Foto: Mirjam Stegherr

Ein Stück des Kulturerbes werde ich heute probieren: den Mittelrheinwein. Wenn man darauf achtet, merkt man, dass viele Hänge bewaldet sind, wo früher noch Wein wuchs. Nur Mauerreste sind übrig geblieben. Die neuen Winzer schätzen andere Lagen, mehr Süden, weniger Osten, um ihren Wein zu kultivieren. Die Hänge rechtsrheinisch bis Lorch stehen auch im Mittelrheintal, heißen aber Rheingau, weil das Bundesland Hessen es will. Der Rhein verbindet nicht nur, er trennt eben auch.

Blick vom Weinberg Hahn der Familie Jost in Bacharach, Foto: Mirjam Stegherr

Blick vom Weinberg Hahn der Familie Jost in Bacharach, Foto: Mirjam Stegherr

Auf beiden Seiten des Rheins stehen über 30 Burgen, die meisten von ihnen mehrfach zerstört und wieder erbaut. Auch im Rhein stehen zwei Burgen, Pfalzgrafenstein bei Kaub und der Mäuseturm von Bingen. In beiden hat außer Mäusen niemand gewohnt, es waren reine Maut- und Zollstationen für die vorbeifahrenden Schiffe.

Winzerin Cecilia Jost, Foto: Mirjam Stegherr

Winzerin Cecilia Jost, Foto: Mirjam Stegherr

Der Schiffsverkehr im Mittelrheintal war und ist rege. Dass er auch gefährlich war, ist bekannt. Die Schiffe zerschellten an dem hohen Felsen der Loreley oder liefen auf einem der Riffe auf Grund. Noch immer ist es beeindruckend zu sehen, wie die schweren Dampfer um die gefährliche Kurve biegen, der schmalsten und tiefsten Stelle im Rhein. Es sei Brentano und Heine verziehen, dass sie einer Frau die Schuld in die Schuhe für die Unglücke schoben, hat die Geschichte doch dem Rhein und seinem Tourismus genutzt.

Blick auf den Mäuseturm von Bingen, Foto: Mirjam Stegherr

Blick auf den Mäuseturm von Bingen, Foto: Mirjam Stegherr

Zu einem der berühmtesten Touristenattraktionen fahre ich morgen, zu der Stelle, in der die Mosel in den Rhein fließt und ein Deutscher Kaiser seine Macht demonstriert: zum Deutschen Eck nach Koblenz, dem Endpunkt des oberen Mittelrheintals.

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9. September 2016 bis 22. Januar 2017

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MITRADELN UND DEN RHEIN ERLEBEN
Am letzten Tag ihrer RheinRad-Tour sind alle Interessierten dazu aufgerufen, Mirjam Stegherr bis nach Bonn zu begleiten. In Andernach sowie in Rolandseck bei Remagen besteht die Möglichkeit, mit dem Fahrrad dazu zu stoßen. In der Bundeskunsthalle angekommen, könnt ihr euch mit einem Ausstellungsbesuch belohnen und an einer kostenlosen Führung teilnehmen. Wir freuen uns über jeden Teilnehmer und hoffen auf Sonnenschein!

Mitradeltag am Sonntag, 18. September
9.30 Uhr
Treffpunkt: Andernach am „Alter Krahnen“
Kartenansicht: http://bit.ly/alter_krahnen
(Bis zur nächsten Station in Rolandseck sind es 28 km.)
12.30 / 13 Uhr
Ankunft in Rolandseck
Treffpunkt: Café, Mittagessen
13.30 Uhr
Weiterfahrt
Treffpunkt: Radweg an der Fähre Rolandseck (vor dem Arp-Museum)
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15 Uhr
Ankunft in der Bundeskunsthalle
15.15 Uhr
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Die Führung ist kostenlos, der Eintritt in die Ausstellung regulär.
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Pittoresk wie eine Modelleisenbahn: die Landschaft im oberen Mittelrheintal, Foto: Mirjam Stegherr

Pittoresk wie eine Modelleisenbahn: die Landschaft im oberen Mittelrheintal, Foto: Mirjam Stegherr

#RheinRad Tag 8: Von Worms bis Ingelheim

Nierstein: Weinberge zwischen Worms und Mainz, Foto: Mirjam Stegherr

Nierstein: Weinberge zwischen Worms und Mainz, Foto: Mirjam Stegherr

Heute fahre ich von Worms zum dritten und letzten Kaiserdom am Rhein, nach Mainz. Der Mainzer Dom ist bekannt dafür, dass er am längsten erbaut wurde und stilistisch besonders vielseitig ist. Doch es ist der kleinste Dom von allen, der Dom in Worms, der für diesen Rheinabschnitt bedeutend ist. Zumindest, wenn es um den Schatz geht: das Rheingold.

Sohn und Wahrzeichen der Stadt Mainz: Gutenberg vor Kaiserdom, Foto: Mirjam Stegherr

Sohn und Wahrzeichen der Stadt Mainz: Gutenberg vor Kaiserdom, Foto: Mirjam Stegherr

Das Rheingold ist der gigantische Schatz, den Hagen laut Nibelungenlied im Rhein versinkt. Das Nibelungenlied entstand zur gleichen Zeit wie der Dom in Worms. Am Dom kann man den Streit der Königinnen Kriemhild und Brunhild bewundern. Und von Worms aus bricht Hagen schließlich auf und fährt flussabwärts, um den Schatz „bei Loche“ im Rhein zu versenken. Was genau gemeint ist, ist umstritten, doch könnte es „das schwarze Loch“ bei Gernsheim oder Kühkopf-Knoblochsaue sein, eine ehemals schwer durchdringbare Rheinschleife, die seit der Flussbegradigung ein großes Naturschutzgebiet ist.

Bis heute ist der Schatz nicht gefunden. Zahlreiche Städte beanspruchen ihn für sich – für den Tourismus ist das förderlich. Wenn es einen Schatz gibt, hat der Rhein ihn längst fortgespült. Vorbei an der Stadt des Buchdrucks, Mainz, bei der der Main in den Rhein mündet, auf dass er ihn weiter gen Westen führt, wo der Oberrhein in Bingen zum Mittelrhein wird – was ich mir morgen ansehen werde.

Vielleicht ein Schatz am Rhein: Kühlkopf-Knoblochsaue, Foto: Mirjam Stegherr

Vielleicht ein Schatz am Rhein: Kühlkopf-Knoblochsaue, Foto: Mirjam Stegherr

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Mitradeltag am Sonntag, 18. September

9.30 Uhr
Treffpunkt: Andernach am „Alter Krahnen“
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(Bis zur nächsten Station in Rolandseck sind es 28 km.)

12.30 / 13 Uhr
Ankunft in Rolandseck
Treffpunkt: Café, Mittagessen

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Weiterfahrt
Treffpunkt: Radweg an der Fähre Rolandseck (vor dem Arp-Museum)
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15 Uhr
Ankunft in der Bundeskunsthalle

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Nierstein: Weinberge zwischen Worms und Mainz, Foto: Mirjam Stegherr

Nierstein: Weinberge zwischen Worms und Mainz, Foto: Mirjam Stegherr

#RheinRad Tag 7: Von Germersheim bis Worms

Industrie am Rhein: Hafen Mannheim rechts und BASF links am Rhein, Foto: Mirjam Stegherr

Industrie am Rhein: Hafen Mannheim rechts und BASF links am Rhein, Foto: Mirjam Stegherr

Meine heutige Tour beginnt in einer Festung: in Germersheim. In Germersheim verlief die Grenze des Königsreichs Bayern, Zeughaus und Mauer sind erhalten, die vor den Franzosen schützten. Früher, so heißt es, haben die Römer in Germersheim Soldaten stationiert, um das Reich gegen die Germanen zu sichern.

Der Kaiserdom in Speyer, Foto: Mirjam Stegherr

Der Kaiserdom in Speyer, Foto: Mirjam Stegherr

Die Pfalz war fest in römischer Hand. Römische Kaiser wollten sich ein Denkmal setzen, indem sie in Speyer die „größte Kirche der Welt“ errichteten. Im Heiligen Römischen Reich hatten die Kaiser auch kirchliche Macht und wollten den Papst übertrumpfen. Der Dom in Worms ist kleiner, er wurde nicht von Kaisern erbaut, aber genutzt, unter anderem als Grabstätte. Darum ist auch der Dom in Worms ein Kaiserdom — einer von sieben in Deutschland, einer von dreien am Rhein.

Der Kaiserdom in Worms, Foto: Mirjam Stegherr

Der Kaiserdom in Worms, Foto: Mirjam Stegherr

Zwischen die zwei Kaiserdome am Rhein passt heute jede Menge Industrie. Die neuen Kaiser heißen Unilever oder BASF, statt Kathedralen errichten sie Fabriken. Der Rhein-Neckar-Raum ist einer der wichtigsten Wirtschaftsräume in Deutschland. Der Hafen in Mannheim einer der bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Der Rhein ist eine der wichtigsten Wasserstraßen. Und morgen werde ich ihn weiter nach Norden fahren, hinauf zur dritten und letzten Stadt am Rhein mit einem Kaiserdom: Mainz.

Industrie am Rhein: Mannheim-Neckarau, Foto: Mirjam Stegherr

Industrie am Rhein: Mannheim-Neckarau, Foto: Mirjam Stegherr

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Mitradeltag am Sonntag, 18. September

9.30 Uhr
Treffpunkt: Andernach am „Alter Krahnen“
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(Bis zur nächsten Station in Rolandseck sind es 28 km.)

ca. 12.30 / 13 Uhr
Ankunft in Rolandseck
Treffpunkt: Café, Mittagessen

13.30 Uhr
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Im Zentrum der Rhein-Neckar-Region: Wasserturm in Mannheim, Foto: Mirjam Stegherr

Im Zentrum der Rhein-Neckar-Region: Wasserturm in Mannheim, Foto: Mirjam Stegherr

#RheinRad Tag 6: Von Rheinmünster bis Germersheim

Erbaut nach dem Vorbild Versailles: das Barockschloss in Rastatt, Foto: Mirjam Stegherr

Erbaut nach dem Vorbild Versailles: das Barockschloss in Rastatt, Foto: Mirjam Stegherr

Als Rheinländer kennt man das rechte Ufer als „schäl Sick“, scheele oder falsche Seite. In den rechtsrheinischen Stadtteilen hausten keine Römer und Christen, sondern Heiden und Barbaren, keine Standesleute sondern Kriminelle – so ihr Ruf. Bevor ich auf die „richtige“ Seite wechsle, besuche ich auf der „falschen“ alles andere als einen Hort der Barbarei: Karlsruhe.

Karlsruhe ist die Stadt des Rechts in Deutschland schlechthin. Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichtshof und Bundesanwaltschaft haben hier ihren Sitz. Das Bundesverfassungsgericht wacht eingerahmt von barockem Schloss und Botanischem Garten über die Einhaltung des Grundgesetzes in Deutschland. Das ist doch alles andere als scheel.

Seitenarm des Rheins bei Iffezheim, Foto: Mirjam Stegherr

Seitenarm des Rheins bei Iffezheim, Foto: Mirjam Stegherr

Um nach Karlsruhe zu kommen, geht es für mich mit dem Rad leicht bergauf. Die badische Residenzstadt wurde auf Hochgestaden gegründet, den höher gelegenen Flächen jenseits der Auen und Überschwemmungsgebiete am Oberrhein. Ab Karlsruhe begrenzt der Rhein nicht mehr Deutschland und Frankreich, sondern vier Bundesländer, vorerst Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Pfalz war eine Grenzregion des römischen Reichs, die ich morgen näher erkunde. Heute setze ich mit der Fähre nur über auf die andere Seite des Rheins – die linke Seite, ob nun richtig oder nicht.

Wenig barock, aber wichtig: das Bundesverfassungsgericht, Foto: Mirjam Stegherr

Wenig barock, aber wichtig: das Bundesverfassungsgericht, Foto: Mirjam Stegherr

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ca. 12.30 / 13 Uhr
Ankunft in Rolandseck
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Anmeldung unter: rheinrad@bundeskunsthalle.de

Kein normaler Hügel, sondern ein frühkeltischer Grabhügel Hügelsheim, Foto: Mirjam Stegherr

Kein normaler Hügel, sondern ein frühkeltischer Grabhügel Hügelsheim, Foto: Mirjam Stegherr

#RheinRad Tag 5: Von Grafenhausen bis Rheinmünster

Gut für die Stimmung: Hausboote auf dem Rhein-Rhone-Kanal, Foto: Mirjam Stegherr

Gut für die Stimmung: Hausboote auf dem Rhein-Rhone-Kanal, Foto: Mirjam Stegherr

Der Rhein war vielen Menschen mehr „Vater Rhein“ und gottesgleich als nur ein Grenzfluss. Doch als Grenze hat er Geschichte geprägt. Und heute überquere ich die Grenze nach Frankreich, um Geschichte zu sehen – in Straßburg.

Straßburg war immer wieder im Visier territorialer Kämpfe. Als Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich wurde die Grenzstadt bewusst als Sitz der ersten europäischen Nachkriegsorganisation gewählt: des Europarats. Das Stadtbild prägt schon von weitem das Straßburger Münster. Mit 142 Metern war es über zwei Jahrhunderte lang das höchste Gebäude der Welt. Heute können die sakralen Bauten nicht mit den globalen Bürotürmen mithalten.

Einst das höchste Gebäude der Welt: das Straßburger Münster, Foto: Mirjam Stegherr

Einst das höchste Gebäude der Welt: das Straßburger Münster, Foto: Mirjam Stegherr

Straßburg ist auch eine Wirtschaftsmacht. In Straßburg endet der Rheinseitenkanal und fließt der Rhein-Rhone-Kanal. Beide Strecken sind für Radfahrer so abwechslungsreich, wie es ein grader Kanal sein kann. Doch hat der Rhein-Rhone-Kanal kaum mehr wirtschaftliche Bedeutung. Er wird von Ausflugsbooten und Hausbooten genutzt, die den Kanal optisch verschönern und auf das idyllische Straßburg einstimmen.

Zurück nach Deutschland geht es über die „Europabrücke“, durch Kehl und Baden-Württemberg, entlang des mittleren Oberrheins Richtung Norden, bis ich morgen zu der „Residenz des Rechts“ komme: Karlsruhe.

Wirtschaftlich nur noch wenig relevant: der Rhein-Rhone-Kanal, Foto: Mirjam Stegherr

Wirtschaftlich nur noch wenig relevant: der Rhein-Rhone-Kanal, Foto: Mirjam Stegherr

Straßbrug, Hauptstadt des Elsass, Foto: Mirjam Stegherr

Straßbrug, Hauptstadt des Elsass, Foto: Mirjam Stegherr

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Relikt der Landesgartenschau in Straßburg und Kehl: die Passerelle des Deux Rives, Foto: Mirjam Stegherr

Relikt der Landesgartenschau in Straßburg und Kehl: die Passerelle des Deux Rives, Foto: Mirjam Stegherr

#RheinRad Tag 4: Von Bad Bellingen bis Kappel-Grafenhausen

Radeln mit Ausblick: Rheinradweg am Fuße des Hochschwarzwalds

Radeln mit Ausblick: Rheinradweg am Fuße des Hochschwarzwalds, Foto: Mirjam Stegherr

Richtung Norden fließt der Rhein zwischen Schwarzwald und Vogesen. Ich folge ihm, genieße den Ausblick auf die Berge und fahre die meiste Zeit geradlinig zwischen den Feucht- und Trockenauen des Rheins.

Die Auenlandschaft ist charakteristisch für den Rhein, eine Art Zeitzeuge des Stroms. Wenn der Rhein in Städten über die Ufer tritt, kann er Leben zerstören. An seinen natürlichen Ufern hat er Leben geschaffen. Die Ablagerungen nach der Flut haben Nährstoffe geliefert für Pflanzen und Tiere. Mit der Rheinbegradigung hat sich der Fluss tiefer in sein Bett gegraben und Auen trockengelegt – ein neuer Lebensraum entstand, die Trockenaue, die ich mit dem Fahrrad durchquere.

Neuer Lebensraum: Radweg durch die Trockenauen, Foto: Mirjam Stegherr

Neuer Lebensraum: Radweg durch die Trockenauen, Foto: Mirjam Stegherr

Den einzigen Schiffen, denen ich bis Breisach begegne, sind Ruderboote, Schlauchboote und Motorboote für Wasserski. Der Rhein ist ein Erlebnisraum. Die großen Dampfer fahren am Grand Canal d’Alsace, dem Rheinseitenkanal. Als Art Repressionszahlung in Folge des Versailler Vertrags durfte Frankreich mit dem Kanal die Kraft des Rheins nutzen. Aber auch natürliche Gefahren wie die Isteiner Quellen konnten mit dem Kanal umschifft werden. Die Hebewirkung des Rheins in den Schleusen ist beeindruckend, die Strecke entlang des Kanals eher eintönig.

Ich bleibe im Osten, in Baden-Württemberg, fahre bis in den Kaiserstuhl, um von hier aus nach Frankreich zu fahren – morgen geht es nach Straßburg, in die Hauptstadt des Elsass und eine der ältesten Städte am Rhein.

Feuchtauen am Rhein, Foto: Mirjam Stegherr

Feuchtauen am Rhein, Foto: Mirjam Stegherr

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