van Gogh
bis Beuys...
CROSSART: Meisterwerke der Moderne aus zehn deutschen und
niederländischen Museen
10 Museen vom Niederrhein haben sich entschlossen, gemeinsame Sache
zu machen und ihre Aktivitäten zu vernetzen. Um dieses Aktionsbündnis
zu untermauern, haben sie den Kurator Jean-Christophe Ammann gebeten,
aus den Beständen ihrer Sammlungen eine Auswahl zu treffen, mit
denen in Bonn eine Ausstellung realisiert werden kann.
Das Thema der Ausstellung ist so allgemein wie spezifisch. Es geht
um die Kunst der Moderne seit Vincent van Gogh, und es geht nicht
um die Geschichte der beteiligten Museen. Ammann benutzt die Metapher
eines gesetzten Festmahls, um seine Ausstellung zu beschreiben. Er
schuf eine Tischordnung, die Werke sind die Gäste. Mit dieser
Metapher ist klar, dass diese Ausstellung vom Vertrauen in die lebendige
Wirkung eines jeden Werkes getragen ist und das die Thematik der Ausstellung
sich aus der Gegenüberstellung und Dialogfähigkeit der ausgewählten
Arbeiten entwickelt. Die Begegnungen der Werke richten sich weniger
nach historischen oder stilistischen Kriterien, vielmehr steht ihre
individuelle Aussage im Vordergrund.
Die erste Arbeit, die der Besucher zu sehen bekommt, wird einen kathartischen
Schock auslösen. Er wird konfrontiert mit 3000 Watt intensivster
Leuchtkraft von Gilberto Zorios „Evviva“, einer Installation
aus 4 Speeren und 12 Strahlern aus dem Jahr 1974. Diesem Werk kann
man nicht ausweichen, und es wirkt unmittelbar – zunächst
irritierend, dann faszinierend. Ihre blendende Leuchtkraft reinigt
den Blick.
Jean-Christophe Ammann hat aus dem Sammlungen der beteiligten Museen
berühmte Schlüsselwerke, aber auch weniger bekannte Arbeiten
von Künstlern ausgesucht, die lange übersehen worden sind.
Der Besucher begegnet in den 13 Räumen der Ausstellung überraschenden
Konstellationen wie etwa der Gegenüberstellung einer eindrucksvollen
Reihe von frühen Gemälden Vincent van Goghs aus seiner Zeit
bei den Landarbeitern und Webern Flanderns mit den naturhaften Bronzen
des Italieners Lucio Fontana vom Ende der 50er Jahre oder der Begegnung
von klassischen Bildern Piet Mondrians aus dem 20er Jahren mit einem
Date Painting des japanischen Konzeptküntlers On Kawara von 1971.
In einem anderen Raum wird ein Hauptwerk von Joseph Beuys, die Straßenbahnhaltestelle
von 1976, so unterschiedlichen Arbeiten wie dem „Großen
Geist“ (1997) von Thomas Schütte, einer Neon-Arbeit des
Amerikaners Richard Serra und einem riesigen, fotorealistischen Mädchenportrait
des Schweizer Malers Franz Gertsch gegenübergestellt. All diese
Arbeiten markieren einen Ort, machen in ihrer unterschiedlichen Ausprägung
Gegenwart erfahrbar. Die Präsentation dieser Ausstellung ist
getragen vom Vertrauen in die Energie der gezeigten Arbeiten. Die
Ausstellung verspricht Entdeckungen und Wiederbegegnungen mit alten
Bekannten.
Insgesamt sind 140 Arbeiten zu sehen, die in 13 Räumen präsentiert
werden.
Zur Ausstellung erscheint im Verlag Hatje/Cantz eine umfangreiche
Publikation, in der neben der Ausstellung auch die Geschichte der
Kunstregion des Niederrheingebietes sowie der 10 beteiligten Museen
dokumentiert wird. 392 Seiten, ca. 250 Abbildungen. |
  |
Plakat,
1240 x 1748 Pixel
CMYK, JPG
ca. 1,4 MB
|