Krone und
Schleier
Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern
19. März bis 3. Juli 2005
Die Ausstellung widmet sich allen Formen weiblicher Religiosität,
die im gemeinschaftlichen Leben in Stiften, Klöstern oder Beginenhäusern
ihren Ausdruck fand. Sie umfaßt den Zeitraum vom frühen
Mittelalter bis zur Reformation im 16. Jahrhundert. Im Zentrum stehen
Kunstwerke und Objekte, die von und für Klosterfrauen und Stiftsdamen
angefertigt wurden. Die Ausstellung zeigt, wie ihre Bauten ausgestattet
waren, welche Bilder sie verehrten und welche Bücher sie schrieben
und lasen. Es wird sich erweisen, daß der Anteil der Frauen
als Künstlerinnen wie als Auftraggeberinnen an der Kunst des
Mittelalters viel größer war als bisher allgemein angenommen
wurde.
Krone und Schleier wird vom 18. März bis 3. Juli 2005 zeitgleich
in Essen und Bonn gezeigt werden. Essen präsentiert die frühe
Geschichte der Frauenklöster bis zum 12. Jahrhundert, Bonn die
bewegte Zeit vom Umbruch im 12. Jahrhundert bis zur Reformation. Beide
Ausstellungsteile sind eng aufeinander bezogen und treten in der Öffentlichkeit
und im Katalog als ein gemeinsames, in sich verzahntes Ausstellungsprojekt
auf.
Da für Stiftsdamen und insbesondere die klausurierten Klosterfrauen
Bilder als Fenster zur Wirklichkeit geradezu lebensnotwendig waren,
ist ihre Kultur und Mentalität an visuellen Objekten auch am
besten faßbar. Die Fülle und Qualität dieser weiblichen
Bilderwelt ist bisher nicht genügend bekannt, auch wenn sich
in jüngerer Zeit die Forschung diesem Thema intensiver zugewandt
hat. Doch noch immer überwiegt die Vorstellung, daß Kunst
in und aus Frauenklöstern qualitativ minderwertig und nur auf
eine didaktische Vermittlung theologischer Inhalte ausgerichtet
sei. Die Ausstellung soll daher erstmals, anhand hochrangiger Kunstwerke
und geschlossener Werkgruppen, einen umfassenden Eindruck von den
Auswirkungen weiblicher Frömmigkeit auf Bildwerke aller Gattungen
und den Umgang mit denselben liefern. Damit will sie auch Impulse
für die historische und kunsthistorische Beschäftigung
mit diesem Thema geben.
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