Im 2. Jahrtausend v. Chr.
beherrschten die Großkönige der Hethiter den größten Teil Anatoliens
und zeitweise Nordsyrien. Die Pharaonen Ägyptens und die Könige Babyloniens
betrachteten sie als gleichrangige Partner, mit denen sie diplomatische
Kontakte und Handelsbeziehungen unterhielten. Die Hauptstadt Hattusa
bei Bogazköy war zu ihrer Blütezeit im 13. Jh. v. Chr. mit fast zwei
Quadratkilometern eine der größten antiken Stadtanlagen der Welt.
In den Bibliotheken ihrer prächtigen Paläste sammelten die hethitischen
Herrscher Schrifttafeln, von denen bis jetzt mehr als 30.000 in verschiedenen
Sprachen gefunden wurden. Diese Tafeln dokumentieren u. a. die politischen
Geschicke der hethitischen Großkönige.
Die Ausstellung versammelt circa 160 außergewöhnliche Objekte aus
den archäologischen Museen Anatoliens. Steinreliefs, Tontafeln und
Siegelabdrücke auf Ton, Bronzestatuetten, Keramiken und Goldschmiedearbeiten
eröffnen dem Besucher einen beispielhaften Einblick in die noch immer
rätselhafte und bislang nur wenig bekannte Kultur dieses Volkes. Die
zahlreichen Tontafeln und Reliefs geben Aufschluß über die Götterwelt
der Hethiter, die selbst von den "1000 Göttern" des Hatti-Landes sprechen.
Modelle von Kusaklí und Hattusa, Abformungen der berühmten Reliefs
aus dem Felsheiligtum Yazílíkaya und großformatige Fotografien runden
das Bild ab.