

bonn
chance! Experimentelles Musiktheater im Forum
Eine Kooperation von Kunst- Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland, Theater Bonn, Beethovenfest Bonn

Uraufführung im Forum
Die Irre oder Nächtlicher Fischfang
von Jan Müller-Wieland
Musiktheater in einem Akt von Micaela von Marcard
Auftragswerk von Theater Bonn und Beethovenfest Bonn
Gefördert aus dem Fonds Neues Musiktheater des NRW KULTURsekretariats
(Wuppertal), der Ernst von Siemens Musikstiftung und vom Ministerium für
Städtebau
und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW
Solisten der Bonner Oper
musikFabrik
Inszenierung: Werner Schroeter
Dirigent: Wolfgang Lischke
Jan Müller-Wieland, einer der renommiertesten Komponisten der jüngeren
Generation, erhielt den Anstoß für ein Musiktheater über
die Ursachen der Entstehung von Gewalt durch die skurril-bedrohliche Komik
dreier Figurensammlungen des Künstlers Thomas Schütte (u. a. die
hier abgebildeten „United Enemies“). Zusammen mit der Librettistin
Micaela von Marcard stellt er Gesellschaftssituationen dar, in denen es um
Identitätslosigkeit Beckettscher Prägung geht. Einhergehend mit
der Gewaltentwicklung in unserer Gesellschaft findet die zunehmende Sprachlosigkeit
dieser Zeit in Müller-Wielands Musiktheater in einem fetzenhaften, kaum
mehr Sätze formulierenden Libretto ihren Niederschlag.
In 38 kurzen Szenen, die wie ein komisch-überrealer Alptraum erscheinen,
wird Beziehungslosigkeit und -unfähigkeit offenbart, zwischen Mann und
Frau, zwischen Gruppen militanter halbstarker oder zwischen 15 verkappten
Neonazis, die grotesk-komisch als Hosenrollensphinxe erscheinen.
Die Irre ist der Ort, die Entropie und eine
namenlose Frau. Nächtlicher Fischfang
bei Antibes nannte Pablo Picasso ein Bild aus seiner „Blauen Periode“,
auf dem ein Kind unter Wasser taucht. Die Unmöglichkeit und Empfindungslosigkeit
der menschlichen Ich-Findung wird so mit dem gegenweltlichen Tier FISCH in
Verbindung gebracht.
Der namhafte deutsche Filmemacher Werner Schroeter wird diese Uraufführung
inszenieren. 1972 verwirklichte er seine erste Schauspielproduktion („Emilia
Galotti“) und 1979 seine erste Oper („Lohengrin“). Seither
gastierte er sehr erfolgreich vor allem an zahlreichen deutschen Bühnen,
u. a. auch in Bonn.
Eintritt: 11 EUR / ermäßigt 5,50
EUR (Abendkasse, im Vorverkauf zzgl. Gebühren)
Weitere Aufführungen: 30. September, 1., 2., 4., und 5. Oktober