Mittwoch, 28. September | 20 Uhr

Bonn Chance!BEETHOVENFEST

bonn chance! Experimentelles Musiktheater im Forum
Eine Kooperation von Kunst- Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Theater Bonn, Beethovenfest Bonn


Die Irre, Plakat

Uraufführung im Forum

Die Irre oder Nächtlicher Fischfang
von Jan Müller-Wieland

Musiktheater in einem Akt von Micaela von Marcard
Auftragswerk von Theater Bonn und Beethovenfest Bonn
Gefördert aus dem Fonds Neues Musiktheater des NRW KULTURsekretariats (Wuppertal), der Ernst von Siemens Musikstiftung und vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW
Solisten der Bonner Oper
musikFabrik
Inszenierung: Werner Schroeter
Dirigent: Wolfgang Lischke

Jan Müller-Wieland, einer der renommiertesten Komponisten der jüngeren Generation, erhielt den Anstoß für ein Musiktheater über die Ursachen der Entstehung von Gewalt durch die skurril-bedrohliche Komik dreier Figurensammlungen des Künstlers Thomas Schütte (u. a. die hier abgebildeten „United Enemies“). Zusammen mit der Librettistin Micaela von Marcard stellt er Gesellschaftssituationen dar, in denen es um Identitätslosigkeit Beckettscher Prägung geht. Einhergehend mit der Gewaltentwicklung in unserer Gesellschaft findet die zunehmende Sprachlosigkeit dieser Zeit in Müller-Wielands Musiktheater in einem fetzenhaften, kaum mehr Sätze formulierenden Libretto ihren Niederschlag. In 38 kurzen Szenen, die wie ein komisch-überrealer Alptraum erscheinen, wird Beziehungslosigkeit und -unfähigkeit offenbart, zwischen Mann und Frau, zwischen Gruppen militanter halbstarker oder zwischen 15 verkappten Neonazis, die grotesk-komisch als Hosenrollensphinxe erscheinen. Die Irre ist der Ort, die Entropie und eine namenlose Frau. Nächtlicher Fischfang bei Antibes nannte Pablo Picasso ein Bild aus seiner „Blauen Periode“, auf dem ein Kind unter Wasser taucht. Die Unmöglichkeit und Empfindungslosigkeit der menschlichen Ich-Findung wird so mit dem gegenweltlichen Tier FISCH in Verbindung gebracht. Der namhafte deutsche Filmemacher Werner Schroeter wird diese Uraufführung inszenieren. 1972 verwirklichte er seine erste Schauspielproduktion („Emilia Galotti“) und 1979 seine erste Oper („Lohengrin“). Seither gastierte er sehr erfolgreich vor allem an zahlreichen deutschen Bühnen, u. a. auch in Bonn.

Eintritt: 11 EUR / ermäßigt 5,50 EUR (Abendkasse, im Vorverkauf zzgl. Gebühren) BONNTICKET Vorverkauf

Weitere Aufführungen: 30. September, 1., 2., 4., und 5. Oktober