Italien/Frankreich, 1971, 115 Min.
Originaltitel: Roma
Regie: Federico Fellini
Musik:
Nino Rota
Darsteller: Marcello Mastroianni, Anna Magnani, Alberto Sordi, Federico
Fellini u.a.
Fellinis Romaist kein objektives, sondern bewusst ein sehr persönlich
gefärbtes Porträt der italienischen Hauptstadt. Fellini zeigt
in seiner mit großem Aufwand inszenierten Liebeserklärung an
Rom drei Gesichter dieser Stadt in barock übersteigerten Episoden.
Fiktive undreale Ebenen werden gegenübergestellt. Bilder der Gegenwart überla-gern
sich mit persönlichen Obsessionen und Träumen des Regisseurs.Höhepunkte
sind eine Parade der Huren im Bordell mit ihren freizügig dargebotenen
Proportionen in animierender Derbheit und eine`kirchliche Modenschau´ für
einen leutseligen Kardinal mit illustremPublikum, bei dem extravagante Modelle
für Nonnen, Messdiener,Geistliche und Päpste vorgestellt werden,
während Landpfarrer auf Fahrrädern und städtische Priester
auf Rollschuhen über den Laufsteg fahren. Vollends in Ekstase gerät
das begeisterte Publikum jedoch, als der Papst persönlich erscheint.
In Kooperation mit der Bonner Kinemathek
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
VORTRAG IN DER LOUNGE
Macht - Krise - Memoria Gianlorenzo Berninis Grabmal für Urban VIII. und die Familie
Barberini
Carolin
Behrmann
Das Grabmal des Papstes ist Gedächtnisort und Herrschaftszeichen zugleich.
Diese Doppelfunktion spielt besonders für die Hinterbliebenen eine bedeutende
Rolle. Nach dem Tod eines Pontifex geraten seine Familie und seine höfischen
Vertrauten in eine Krise, in der sie Status und gesellschaftliche Position
erneut unter Beweis stellen müssen. Das prächtige Grabmal, das Gianlorenzo
Bernini für Papst Urban VIII. in der Apsis von St. Peter schuf, erhielt
in dieser Zeit eine nicht zu unterschätzende Bedeutung als kulturelles
Kapital. Inder Übergangsphase zwischen Machtverlust und gesellschaftlicher
Rehabilitation wurde es zu einem wichtigen Hilfsmittel in der Krise für
die aus dem Kirchenstaat geflohene Familie Barberini.
Carolin Behrmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen
Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin und promoviert dort im Projekt
Requiem – Die römischen Papst- und Kardinalsgrabmäler der
Frühen Neuzeit.
Don Camillo und Peppone sind die Hauptfiguren zahlreicher Erzählungen und
Romane von Giovanni Guareschi. Don CamilloTarocci ist ein schlagkräftiger,
schlitzohriger Priester in einem norditalienischem Dorf der Poebene, der in
ständigem Konflikt mit dem kommunistischen und ebenso schlagkräftigen
Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, steht. Beide müssen
jedoch immer wieder erkennen, dass sie auf einander angewiesen sind. Eine wichtige
Rolle spielt das Kreuz in der Dorfkirche, durch das DonCamillo die Stimme Jesu
zu hören glaubt, der ihn auf den rechten Weg zurückführt.
Die Geschichten um Don Camillo und Peppone erschienen erstmals Weihnachten 1949
im Satiremagazin Bertoldo, dessen Chefredakteur Guareschi war. Der große
Erfolg brachte den Verleger dazu, weitere in Serie folgen zu lassen und sie ab
1948 gesammelt als Bücher zu veröffentlichen. Die internationale Beliebtheit
seiner Figuren unterstreicht eine Anekdote, die Guareschi im Vorwort zu Don
Camillo und seine Herde erzählt: Nach dem großen Po-Hochwasser
von 1951habe er Pakete mit Decken und Kleidern „für Don Camillos und
Peppones Leute“ aus
dem Ausland bekommen.
In Kooperation mit der Bonner Kinemathek
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
Montag,
16. Januar | 20.30 Uhr
MONTAGS Indie Rock Jazz im Restaurant
Dan Nettles: Kenosha Kid
Zum Auftakt des Jahres 2006 präsentiert die Kunst- und
Ausstellungshalle zum ersten mal in der Geschichte der MONTAGS-Reihe
ein hochkarätiges multimediales Event:
Auf Monitoren werden Stumm- und Animationsfilme des polnischen
Regisseurs Ladislav Starewicz (Das Mascottchen, Frankreich
1933) und des US-Amerikaners Kevin Hoth (Cathode Rey Tube,
USA 2005) gezeigt. Dazu spielen der amerikanische Gitarrist
Dan Nettles und seine drei Berliner Mitmusiker Susanne Folk
(Sax) Roland Fidezius (Bass) und Robert Mickler (Drums) einfühlsame
sowie mitreißende Sequenzen und Spots im Stile des amerikanischen
Indie-Rock-Jazz.
Im zweiten Set setzt sich die erzeugte Stimmung aus Tragödie
und Komödie, Liebe und Kampf, Bewegung und Stillstand
in der Darbietung eigener Kompositionen fort.
Der Eintritt ist frei.
Frankreich/Deutschland/Italien, 1997, 98 Min.
Regie: Agnès
Merlet
Musik: Krishna Levy
Darsteller: Valentina Cervi, Michel Serrault, Miki Manojlovic,
u.a.
Schon als junge Frau setzte sich die leidenschaftliche Malerin Artemisia Gentileschi
mit beeindruckendem Talent durch. Sie gilt alserste Künstlerin von Bedeutung.
Von ihrem Vater, dem bekannten Maler und Caravaggio-Schüler Orazio Gentileschi,
lernte sie mit Pinsel und Farbe umzugehen. Eines ihrer berühmtesten Bilder,
Judith enthauptet Holofernes, beeindruckt durch die extrem realistische, äußerst
blutige Darstellung, die stark vom Stil Caravaggios beeinflusst ist. Die ungewöhnliche
Ausdruckskraft des Gemäldes wurde jedoch weniger Artemisias Technik, als
ihrer Vergewaltigung zugeschrieben. Der Täter, ihr Lehrmeister Agostino
Tassi, wurde in einem aufsehenerregenden Prozess freigesprochen.
In den siebziger
Jahren wurde Artemisia als feministische Heldinbeansprucht. Agnès Merlet
versucht, diesen einseitigen Blick aufzufächern. In ihrem sinnlichen Film,
der dank der berauschendenBilder oft selbst wie ein Gemälde wirkt, spiegelt
sich in der Person Artemisias statt dessen die romantische Heldin der neunziger
Jahre.
In Kooperation mit der Bonner Kinemathek
Eintritt: 6 EUR / ermäßigt 3,50 EUR
VORTRAG IN DER LOUNGE Zwischen gelehrten Studien und aristokratischer Repräsentation Römische Antikensammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts
Prof.
Dr. Ingo Herklotz Während des 16. und 17. Jahrhunderts stellt
die Stadt Rom für die Antikensammlungen und -studien das Zentrum Europas
dar. Im Umgang mit den Hinterlassenschaften des Altertums zeigen sich dabei
jedoch erhebliche Unterschiede. Am einen Ende des Spektrums erscheinen die
aristokratischen Sammlungen der Päpste, Kardinäleund Fürsten,
welche um die antike Marmorstatue als Objekt des ästhetischen Genusses
kreisen. Mit ihren willkürlich vervollständigten und zu imposanten
Schauwänden zusammengefügten Exponaten stellen die Statuensammlungen
eine entscheidende Komponente inder sozialen Selbstdarstellung der großen
Familien dar. Solchen Bestrebungen stand hingegen die wissenschaftliche Erforschung
der Antike weitgehend indifferent gegenüber. Ihr Hauptinteresse galt
den Sitten und Einrichtungen des Altertums, die anhand von archäologischen
Funden antiker Sachkultur und Gebrauchsgegenstände untersucht wurden.
Ihre Dokumentation stand ganz im Dienste der Gelehrsamkeit. Die aus den Objekten
gewonnenen Erkenntnisse wurden durch das Studium der antiken Dichtung, der
Historiographie und der Rechtsquellen ergänzt.
Ingo Herklotzist Professor für Italienische Kunstgeschichte an der
Universität
Marburg.
VORTRAG IN DER LOUNGE Athanasius Kircher und die Kunstkammer des Collegio Romano Propaganda und Wissensvermittlung am Machtzentrum der Jesuiten
Angela
Mayer-Deutsch Athanasius Kircher war einer der bedeutenden Universalgelehrten
des 17. Jahrhunderts. In der von ihm begründeten Kunstkammer undin seinem
umfangreichen Oeuvre sammelte er das verfügbare Wissen seiner Zeit unter
universalwissenschaftlichen Aspekten. 1651 wurde das Theater der Natur und
Kunst am Collegio Romano, dem europäischen Zentrum des jesuitischen
Netzwerks, offiziell gegründet. Von diesem Kolleg aus wurde die internationale
Vermittlung von Glauben und Wissen(schaft) gesteuert, wobei der Austausch
von Objekten aller Wissensgebiete eine entscheidende Rolle spielte. Im Zentrum
von Kirchers Universalwissenschaft ebenso wie der Propaganda „seines“ Museums
steht der Magnetismus bzw. das magnetphilosophische Weltbild, wie an Hand
einschlägiger Quellen und Objekte gezeigt werden soll.
Angela Mayer-Deutsch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Helmholtz-Zentrum
für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin und promoviert
dort im Projekt Das Technische Bild.
TANZ IM FORUM BERNINI Tanzoratorium von Carola Cribari
Musik Theater Heidelberg
Film Chiaro Scurovon Marco Colli
Bereits gekaufte Karten
können bei der jeweiligen Vorverkaufstelle zurückgegeben werden!
Montag,
30. Januar | 20.30 Uhr
MONTAGS Jazz im Restaurant
DINERS-CLUB-BAND unter der Leitung des Posaunisten Adi Becker
Adi Becker, der an der Kölner Musikhochschule bei Jiggs
Wigham sein musikalisches Handwerk erlernte, wird mit seiner
sechsköpfigen Band, speziellen Gästen und stetig
wechselndem Programm die Elemente Jazz und Funk in seiner Musik
verschmelzen. Jazzfans als auch Freunde grooviger Tanzmusik
werden auf ihre Kosten kommen.
Der Eintritt ist frei.
WELTLITERATUR LIVE
Dienstag,
31. Januar | 19 Uhr
In
der Reihe Weltliteratur Live
Lesung und Gespräch in der Lounge in englischer Sprache
Amit Chaudhuri
„Betörungen und fromme Lügen“
Moderation: Dr. Dirk Wiemann, Institut für fremdsprachliche Philologien
der Universität Magdeburg
Die New York Times vergleicht die Erzählungen von Amit Chaudhuri mit denen
Anton Tschechows: „...so meisterhaft und atmosphärisch dicht.“ Ein
großes Kompliment für den indischen Schriftsteller, der in Bombay
aufwuchs, in London und Oxford studierte und als Literaturkritiker für namhafte
englische Zeitungen arbeitete. Seine Liebe gilt jedoch Kalkutta, der Stadt, in
der er 1962 geboren wurde und in der er heute lebt. Als „verspäteten
Flaneur“ hat sich Chaudhuri einmal bezeichnet, für dessen Imagination
die koloniale Stadt eine Schlüsselrolle spielt: Die offenen Fenster, die
Geräusche der Straße, die Ziellosigkeit. In verführerisch sinnlicher,
leichtfüßiger Prosa beschreibt er Lebensbilder des indischen Mittelstands,
als kleine Muster eingewoben in die großen Lebensteppiche der Riesenstädte.
Amit Chaudhuri gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller
indischer Herkunft. Im Wintersemester 2005/2006 nimmt Chaudhuri die Samuel Fischer-Gastprofessur
an der Freien Universität Berlin wahr. Eine Kooperation mit: Deutscher Akademischer
Austauschdienst, Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck,
S. Fischer Verlag, Seminar für Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft
der Freien Universität Berlin.
B(ON)N ICE
DIE EISBAHN 05/063. November bis 15. Januar 2006
Öffnungszeiten:
Mo., 10 bis 19 Uhr
Di. bis So., 10 bis 21 Uhr
24. und 31.12.: 10 bis 15 Uhr
25. und 26.12.: 12 bis 19 Uhr
1. 1.2006:
13 bis 21 Uhr unterstützt
durch die