
bonn
chance!
Experimentelles Musiktheater im Forum
Eine Kooperation von Theater Bonn und
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland
POWDER HER FACE
Oper in zwei Akten von Thomas Adès
Libretto von Philip Hensher, Inszenierung: Werner Schroeter
Musikalische Leitung: Thomas Wise
Herzogin: Julia Rutigliano
Zofe, Vertraute, u.a.: Eva Resch
Elektriker, Kellner, u.a.: Mark Rosenthal
Hotelmanager, Herzog, u.a.: N.N.
Beethoven Orchester Bonn
Seit Jahren setzt sich die Reihe BONN CHANCE! mit experimentellen Musiktheaterformen auseinander. Dabei liegt der Schwerpunkt nach wie vor bei Uraufführungen. Doch gibt es auch Werke des zeitgenössischen Musiktheaters, die eine zweite, eine „BONN“ Chance, einen Anschub brauchen, oder die einfach auf die Bonner Bühne gehören. Zu Letzterem zählt ohne Frage der Opernerstling des 1971 in London geborenen Thomas Adès, der 1995 im Rahmen des Cheltenham Festivals im Auftrag der Almeida Opera London uraufgeführt wurde: 1996 folgte die Deutschlandpremiere, 1997 die erste szenische Aufführung in den USA, insgesamt weltweit 50 Inszenierungen. In der Zwischenzeit ist Adès „... über seinen Status als Wunderkind einer betriebsamen britischen Szene hinausgewachsen und zu einer der eindrucksvollsten Gestalten der zeitgenössischen Musik geworden (The New Yorker)“. POWDER HER FACE zeigt in acht Szenen entscheidende Stationen des Lebens der Herzogin von Argyll, einer authentischen Figur des vergangenen Jahrhunderts, ihren Glamour und ihren tiefen Absturz. Im Zentrum steht dabei vor allem ihr Scheidungsprozess und die diesem vorausgegangene kompromittierende Szene, auf einem Polaroid festgehalten, die sie beim oralen Geschlechtsverkehr zeigt. Den mit 65.000 Worten ausformulierten Urteilsspruch kommentierte die Kompromittierte mit der berühmten Zeile aus Websters „Duchess of Malfi“: “I am a Duchess still.” Die Musik von Thomas Adès wirkt leicht, unterhaltsam, immer am szenischen Geschehen, dabei nie verstörend. Der musikalisch kompositorische Rahmen reicht von Elementen einer Kabarett-Band und eines Tango-Orchesters bis hin zu dramatischen Strukturen aus dem 19. Jahrhundert. Die Musik erinnert zuweilen an Kurt Weill, Benjamin Britten oder Alban Berg, doch immer mit einem eigenen musikalischen Gestus und Duktus.
Eintritt: 11 EUR / ermäßigt 5,50 EUR (Abendkasse, im Vorverkauf zzgl. Gebühren) ![]()
Weitere Aufführungen: 17., 18., 20., 21. und 23. März, jeweils 20 Uhr